Ihr erster Entwurf für „Janusblut – Der Templer-Code“ hatte 1.500 Seiten. Was macht man da? In ihrem Werkstattbericht lässt sich Krimiautorin und Syndikats-Mitglied Sylvia Vandermeer über die Schulter schauen.

Syndikats-Mitglied Sylvia Vandermeer über ihren Weg von der Wissenschaftlerin zur Krimiautorin

25. November 2020 | Sylvia Vandermeer

Titelbild Janusblut

©sirtravelalot shutterstock-ID 527639905

Die Idee zu „Janusblut“ entstand in Wien, vollendet wurde sie auf Rügen

Zum Schreiben gekommen bin ich durch meinen Mann, den Ethnologen und Schriftsteller Dr. Frank Meierewert. Die Idee für den Roman „Janusblut – Der Templer Code“ hatten wir schon vor fünfzehn Jahren, als wir in Wien studiert, gearbeitet und gelebt haben. Diese Stadt ist voller geheimer Orte, altem Wissen und Ritualen, welche die schriftstellerische Phantasie beflügeln. Jetzt, auf der Insel Rügen, haben wir in den letzten vier Jahren das Projekt auf den Spuren der Tempelritter realisiert.

Die „Strandbar 28“ ist ein wichtiger Inspirationsort für mich

Frank und ich entwickeln die Stoffe meistens auf unseren Reisen. Oft fällt uns etwas Ungewöhnliches auf, wie die rätselhafte Darstellung einer biblischen Szene in einem mittelalterlichen Kirchenfenster oder ein Haus, das irgendwie nicht in eine Straßenzeile passt. Dann spinnen wir Ideen drum herum, beginnen zu recherchieren und langsam formt sich eine Geschichte, die dann von einem von uns oder von beiden gemeinsam aufgeschrieben wird. Manchmal sitzen wir aber auch in der „Strandbar 28“ im Ostseebad Binz, treffen uns mit Freunden und eine Idee entsteht.

Wie schreibt man als Wissenschaftlerin einen Roman?

Das Schreiben von Romanen war dabei für mich als Wissenschaftlerin erst einmal eine völlig neue Erfahrung und doch ergaben sich hier Parallelen. Um mein Forschungsgebiet des Interkulturellen Managements zu durchdringen, reichten mir die Ansätze aus der Betriebswirtschaftslehre nicht aus. Deshalb habe ich nach Abschluss meiner Promotion an der Wirtschaftsuniversität Wien auch noch Biologie und Psychologie an der Universität Wien studiert.

Wir befassten uns mit Quantenphysik und theologischen Fragen

Um die faktengetriebene Handlung von „Janusblut – Der Templer Code“ glaubwürdig zu gestalten, war ich ebenfalls gezwungen, mich, zusammen mit meinem Mann, mit theologischen Fragestellungen und am Rande sogar mit Quantenphysik zu beschäftigen. Dabei gibt es zu akademischen Publikationen einen wesentlichen Unterschied, denn diese haben eine genau vorgegebene Struktur, woran man sich halten muss. Alles, was geschrieben wird, muss außerdem nachvollziehbar belegt werden und wird einem Review-Prozess durch Fachkollegen unterzogen, bevor es veröffentlicht wird.

Mein erster Textentwurf hatte 1.500 Seiten – eine Herausforderung

Beim literarischen Schreiben dagegen ist man frei, erfindet die Personen und die Handlung und legt die Erzählstruktur selbst fest. Das fanden wir am Anfang super und so haben wir munter drauflos geschrieben. Wie bei einem Hefekuchen hatten wir plötzlich immer mehr Teig, schließlich einen ersten Text von 1.500 Seiten, der dann erst einmal in Form gebracht werden musste. Also habe ich mir den „Kuchen“ geschnappt und ihn mit ins Atelier genommen, wo sich zwischen Staffeleien, halbfertigen Bildern und Malutensilien mein Schriftstellerinnenarbeitsplatz, ein altersschwacher Rechner in einem Schrank, befindet.

Wir strukturierten die Geschichte auf der Rückseite von Tapetenrollen

Um mir einen besseren Überblick zu verschaffen, habe ich mir, wie früher bei Diplomarbeiten und Dissertationen von Studierenden, das gesamte Manuskript ausgedruckt und mich mit mehreren Tassen Kaffee eine Woche hingesetzt und alles durchgearbeitet. Anschließend haben wir gemeinsam begonnen, auf der Rückseite von Tapetenrollen die Geschichte zu strukturieren und die Übersichten zu den einzelnen Handlungssträngen mit Reißzwecken an der Wand befestigt. Aus einem Buch sind so drei geworden, die jetzt nach und nach veröffentlicht werden. „Janusblut – Der Templer Code“ ist dabei der Auftaktroman zu einer Reihe von Thrillern rund um den Ethnologen Daniel Kremser, der immer wieder Rätsel rund um mystische Orte und geheimnisvolle Artefakte lösen muss.

Der Inhalt von Sylvia Vandermeers Roman „Janusblut“ in Kürze:

Als der Ritualforscher Daniel Kremser eine Nachricht von seinem Mentor Wolfgang Schellenberg aus Wien erhält, ahnt er nicht, dass ihn die anschließende Suche nach dem Professor durch die ganze Stadt und darüber hinaus in die mystische Welt der Templer führt und er dabei zum Gejagten wird. Was verbirgt sich hinter Schellenbergs spektakulärer Entdeckung, dem Templerstein? Dadurch, dass Schellenbergs Tochter Kim heimlich einige Forschungsergebnisse auf ihrem Blog preisgegeben hat, werden Verfolger auf den Plan gerufen, denen jedes Mittel recht ist, in den Besitz des wertvollen Artefakts zu gelangen. Es offenbart sich ihnen ein düsteres Geheimnis, eine finstere Verschwörung über Jahrhunderte hinweg, die ihren Ursprung in Venedig fand. Eine unerbittliche Jagd beginnt, bei der sie unter dem Einsatz des eigenen Lebens das Rätsel unter Zeitdruck lösen müssen.

Über Sylvia Vandermeer

Werkstattberichte aus dem Syndikat: Wie arbeiten Kriminalschriftsteller? Was inspiriert sie zu ihren Romanen? Welche Marotten quälen sie beim Schreiben?

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