Serafina liebt die Natur. Doch eines Tages erfährt sie, dass sie eine Fee ist und das Reich Pipinea retten muss. Jana Paradigi über ihren Fantasyroman „Purpurstaub Magie“.

Im Interview über „Purpurstaub Magie“ spricht Jana Paradigi über ihre naturverliebte Fee Serafina

23. Mai 2022 | Interview: Jörg Steinleitner

Titelbild Purpurstaub Magie

Frau Paradigi, im Mittelpunkt Ihres Romans „Purpurstaub Magie“ steht ein elfjähriges Mädchen. Was ist das Besondere an Serafina Nightingale?

Serafina liebt die Natur, liebt das Klettern auf Bäume, das Herumstreifen im Wald, immer auf der Suche nach etwas, das sich in ihrer Fantasie zu einem großen Abenteuer weiterspinnen lässt.

Wie und wo lebt Serafina?

Serafina ist auf dem Land aufgewachsen und zu Beginn des Romans gerade erst mit ihren Eltern zu ihrer Oma in die verhasste Stadt gezogen.

Eines Tages ändert sich alles für das Mädchen …

Eigentlich hatten ihre Eltern Serafina erzählt, dass sie zu Oma Heide ziehen, um sie im Alter zu unterstützen. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Großmutter krank ist und immer kränker wird. Eine Katastrophe für Serafina. Denn ihre Oma ist das Einzige, was ihr nach dem Umzug in die Stadt Halt gibt. Ihre Eltern sind viel zu beschäftigt, um die Probleme ihrer Tochter, die sie unter anderem in der Schule hat, wahrzunehmen. Nur die Großmutter ist für sie da, hört ihr zu und erzählt ihr tolle Abenteuergeschichten von Pipinea und der Feenkönigin Tula.

Wie funktioniert die Verwandlung Serafinas in eine Fee?

So genau weiß das Serafina nicht. Denn die Verwandlung war ja ganz und gar nicht geplant. Auch deshalb will Serafina die Feenkönigin so schnell wie möglich wiederfinden. Damit sie die Verwandlung rückgängig macht.

Serafina ist nicht die einzige wichtige Figur in Ihrem Fantasyroman. Da gibt es auch noch Pampusch und Tula.

Pampusch ist einer der Beos, die Serafinas Oma gehören. Das sind ganz besondere, schwarz-schillernde Vögel mit gelber Zeichnung an Schnabel, Nacken und den Beinen. Die besten Nachahmer im Vogelreich. Ich selbst habe als Kind drei dieser Schönheiten besessen. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, ihre faszinierenden Eigenheiten und ihre Persönlichkeit im Roman authentisch darzustellen. Pampusch wird zu Serafinas treuem, aber auch sehr eigenwilligem aber oftmals auch ziemlich lustigem Begleiter.

 

 
 
 
 
 
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Und wer ist Tula?

Tula ist Serafinas Vorbild. Eine Fee, die nicht wie das übliche Klischeebild aussieht, sondern genau wie Serafina auch mal Hosen trägt und die Natur liebt. Dazu ist sie in Serafinas Augen eine Heldin, eine große Anführerin und Königin von ganz Pipinea. Die Aussicht, sie möglicherweise persönlich treffen zu können, ist wie ein wahr gewordener Traum für Serafina.

Sie erfinden eine Fülle an zauberischen Bildern und Situationen. Was inspiriert Sie zu Ihrer schriftstellerischen Arbeit?

Das kann fast alles sein. Kindheitserinnerungen wie bei Pampusch, dem Beo, aber auch eine Reisepostkarte einer Freundin, ein gelesener Satz oder ein Zitat, das meine Aufmerksamkeit einfängt. Manchmal ist es ein scheinbar unbedeutender Filmmoment, eine Zeitungsnachricht oder eine reale Szene, die ich beobachte, die mich auf eine spontane Idee bringt. Selbst Gerüche, Geräusche oder eine besondere Wetterstimmung können zu der allerersten Zutat einer Geschichte werden.

Haben Sie auch literarische Vorbilder?

Vorbilder, denen ich nacheifere, eher nicht. Aber ich bewundere durchaus so einige literarische Personen für ihr Engagement und ihre Werke, die sie geschaffen haben. Zum Beispiel Michael Ende, der so sehr für den Ruf von Kinderbüchern gekämpft und selbst gezeigt hat, dass viel mehr in solchen Büchern steckt, als „bloß“ eine Kindergeschichte. Er hat in meinen Augen Romane erschaffen, die einem in jedem Alter eine neue Lesart anbieten. Ich bewundere Neil Gaiman dafür, dass er – zumindest in meinen Augen – mit großer Selbstverständlichkeit Genregrenzen durchbricht. Oder auch James Patterson für seine Zielgerichtetheit und Strukturiertheit. Solche Menschen inspirieren mich, auch wenn ich selbst vielleicht ganz anders arbeite.

Was hat es mit Pipinea auf sich?

Pipinea ist ein aus Purpurstaub entstandenes, magisches Reich in dem viele wundersame Wesen leben, über die Serafinas Großmutter immer neue Geschichten erfindet. Zumindest dachte Serafina das, bis ihre Oma ihr offenbart, dass es das Land tatsächlich gibt und der Eingang dazu ganz in der Nähe auf sie wartet.

Doch das Reich steht vor einem Problem …

Tatsächlich lernt Serafina mit Bestürzung, dass es in Pipinea in Wahrheit gar nicht so lustig zugeht, wie das immer in den Geschichten der Fall war. Außerdem ist die Feenkönigin Tula verschwunden und man ist sich uneins, wer dafür verantwortlich ist. Aber ohne Tula muss Serafina erst einmal eine Fee bleiben und an anderer Stelle Hilfe suchen.

Welche Gefahr droht Pipinea durch das Verschwinden von Feenkönigin Tula?

Es ist ja eigentlich schon schlimm genug, dass die Herrscherin des Landes verschwunden ist, während sich über Pipinea ein noch namenloses Unheil zusammenbraut. Doch Tula gehört dazu noch zum Feenrat und nur, wenn dieser Rat komplett ist, ist ihre Geheimwaffe gegen das Böse einsatzbereit.

Welcher Art sind die magischen Kräfte, die dem Purpurstaub innewohnen?

Der Purpurstaub ist der Stoff, aus dem alle Wesen in Pipinea entstanden sind und gleichzeitig eine Art Energiequelle für die magischen Fähigkeiten, die im Grunde jeder der Bewohner zu einem gewissen Maß ausüben könnte. Aber solche Macht birgt auch Gefahren, wie sich in der Vergangenheit bereits auf schreckliche Weise gezeigt hat.

Unversehens gerät Serafina in einen gefährlichen Kampf – verhält sie sich geschickt?

Auch wenn anfangs klar zu sein scheint, wer die Guten und wer die Bösen sind, wird Serafina lernen, dass der erste Eindruck hier nicht immer der einzig Richtige sein muss. Eine Erkenntnis, die sie sich erst schwer erarbeiten muss.

Mit welchen Waffen wird gekämpft?

Jedes Wesen kämpft mit seinen ganz eigenen Waffen. Serafinas Aufgabe wird im Verlauf der Geschichte unter anderem sein, ihre erst noch zu entdecken.

Wird es Serafina am Ende gelingen, die magischen Wesen und das Feenreich vor dem Untergang zu retten?

Das erfährt nur, wer sich selbst – zusammen mit Serafina – auf die Reise macht.

Glauben Sie, es gibt auch im echten Leben magische Elemente oder vielleicht sogar so etwas wie Feen?

Ich glaube, es gibt viel mehr in dieser Welt, als wir mit unseren beschränkten Sinnen wahrnehmen können. Das zeigen uns bereits die Tiere, die in so vielen Disziplinen geradezu magische Fähigkeiten haben im Vergleich zu uns. Aber auch die Quantenphysik hat so manches Wunder bereits berechenbar gemacht. Teleportation. Telepathie. Die Verbindung zweier Atome, die kilometerweit voneinander entfernt sind. Bäume, die einen Herzschlag haben und sich gegenseitig versorgen oder vor Schädlingen warnen. Da erscheint mir die Existenz von Feen, Wupfeln oder Kobolden doch gar nicht so weit hergeholt zu sein.

Haben Sie selbst als Kind phantastische Romane gelesen?

Ich habe als Kind erst zum Lesen gefunden, als ich erfahren habe, dass es neben Pferdebüchern und Monstergeschichten auch Romane über fantastische Welten gibt. Ich habe damals die erste Ausgabe von der „Unendlichen Geschichte“ im Regal meiner Eltern stehen sehen und das Buch schon allein für die farbigen Schriften geliebt. Dieses Buch war MEIN Schlüssel in unendlich viele Welten aus Wörtern.

Was können Sie Eltern sagen, wie Sie Ihre Kinder zum Lesen begeistern können?

Eltern, die zusammen mit ihren Kindern Bücher erkunden und sie ihnen zugänglich machen, sind für mich Held*innen. Denn Kinder lernen viel durch Abschauen und Nachahmen. Gemeinsam Geschichten erfinden, weiterspinnen und der Fantasie freien Lauf lassen, ist aus meiner Sicht eine Kompetenz, die im weiteren Leben immer wichtiger wird. Dabei muss eine Geschichte nicht immer primär pädagogisch wertvoll sein. Sie muss etwas berühren – im Geist wie im Herzen.

Wird das Abenteuer der jungen Fee weitergehen?

„Purpurstaub Magie“ ist eine abgeschlossene Geschichte. Aber natürlich bietet das Ende durchaus Potenzial für ein weiteres Buch. Ob das geschrieben wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viele Menschen mehr von Serafina, Pampusch und Pipinea lesen wollen.


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