Im Zweiten Weltkrieg erlebt die junge Krankenschwester Inge die Hölle auf Erden. Ob das Angebot des Wehrmachtsoffiziers ihre Situation verbessert? Tara Haigh über ihren Roman „Die Klänge der Freiheit“.

Tara Haigh über die mutige Heldin ihres Historienromans „Die Klänge der Freiheit“

9. November 2021 | Interview: Simone Lilienthal

Titelbild Die Klänge der Freiheit

Mit etwas Glück können Sie „Die Klänge der Freiheit“ von Tara Haigh gewinnen. Wir verlosen 5 Exemplare!


Frau Haigh, nachdem Sie erst vor einem Jahr mit „Das schwarze Gold des Südens“ einen farbenprächtig erzählten historischen Roman veröffentlichten, legen Sie nun mit „Die Klänge der Freiheit“ bereits ein weiteres umfangreiches Werk vor. Auch hier handelt es sich um eine Geschichte, die in der Vergangenheit spielt und in der viel Recherche steckt. Schreiben Sie eigentlich Tag und Nacht?

Gott behüte! Ich schreibe zwei Romane pro Jahr. Das erfordert Disziplin und eine präzise Zeitplanung. Tara schreibt von Januar bis April. Tessa meist im Frühsommer. Dazwischen Recherche, Korrekturen, Marketing und PR. Da bleibt gerade noch Zeit für Schlaf, Essen, Schwimmen, Life-Admin und die Family. Und schon ist wieder ein Jahr rum.

Dieses Mal versetzen Sie uns ins Jahr 1943 und in das Leben einer jungen Krankenschwester. Was ist Ihre Hauptfigur Inge für ein Mensch?

Inge ist musisch begabt und träumt von einem selbstbestimmten Leben. Das DRK war seinerzeit ein Weg in die Emanzipation – leider kriegsbedingt mit schweren Opfern verbunden. Inge meistert ihr Schicksal dennoch.

Inge wird als DRK-Schwester an die Ostfront in der Ukraine versetzt. Was erlebt sie dort?

Sie wird im Kriegslazarett in Charkow ins kalte Wasser geworfen. Der Trakt im Keller mit all den Verwundeten und Sterbenden wird nicht umsonst vom Personal „Die Hölle“ genannt. In dieser Zeit gibt ihr nur ihr Violinspiel Halt – auch den Soldaten.

Kann man sagen, dass Inge ein Opfer der Nazi-Propaganda wurde?

Inge glaubt anfangs genau wie alle anderen in ihrem Alter an das, was die Wochenschau und die Zeitungen vermitteln. Sie hat das Glück, dass ihr Vater lebensklug ist und sie kritisch stimmt. Spätestens in der Ukraine beginnt sie die Propagandalügen zu durchschauen und folgt nur noch ihrer inneren Stimme.

Inge lernt den Wehrmachtsoffizier Heinrich Preuss kennen. An einer Stelle schreiben Sie, er habe „den Blick eines Wolfs“. Was ist dieser Heinrich Preuss für ein Typ? Will er mehr von Inge als nur ihre Arbeitskraft?

Preuss ist Opportunist und will auf der Gewinnerseite des Lebens stehen. Nur deshalb trägt er die Uniform. Inge zieht ihn an wie die Motte das Licht. Das vermeintlich Böse in ihm sucht nach Erlösung und Liebe, die ihm der Krieg verwehrt.

Das Ziel der beiden ist Montecassino. Heute ist das ein malerischer Ort. Aber wie sah es 1943 dort aus?

Mindestens so malerisch wie heute – bis die Deutschen anrückten, um dort einen Schutzwall zu errichten. Die Abtei thront auf einem bewaldeten Berg bei Cassino – ein kleiner Ort in einem Gebirgstal, umgeben von Olivenhainen und Hügeln, die mit wilden Obstbäumen, Zypressen und Pinien bestückt sind. Die ersten Bombardements der Alliierten richteten im Ort Cassino verheerende Schäden an. Das Kloster hingegen blieb bis 1944 verschont.

Wie ist die allgemeine Lage in Italien im Kriegsjahr 1943?

Sie ist chaotisch. Hitler weiß, dass die Ostfront verloren ist und versucht nun die Südflanke Europas zu sichern. Immer mehr deutsche Soldaten marschieren in Italien ein. Die Schutzwälle werden errichtet. Italien wechselt schließlich die Fronten. Aus den Waffenbrüdern werden Feinde und das Land wird zweigeteilt. Mussolini wird Hitlers Marionette im Norden und der Süden verbündet sich mit den Alliierten. 

Heinrich Preuss fühlt sich zu Inge hingezogen. Aber sie lernt ausgerechnet einen italienischen Partisanen kennen …

Inge verdankt Preuss sehr viel, doch sie kann ihm nicht mehr als Dankbarkeit entgegenbringen. In Italien begegnet sie einem jungen Olivenbauern, Lorenzo, dem Neffen eines der Mönche der Abteil Montecassino. Er ist nicht nur attraktiv, sondern auch gebildet. Lorenzo verhilft desertierten Soldaten, die nicht für die Faschisten zu kämpfen bereit sind, zur Flucht. Er ist Patriot und hat das Herz am rechten Fleck, betreibt aber ein gefährliches Spiel, das die Liebe der beiden nicht nur auf den Prüfstand stellt, sondern auch Inge in große Gefahr bringt.

Im Kloster lagern wertvolle Gegenstände.

Montecassino ist das Vorbild aller abendländischen Klöster. Unzählige wertvolle wissenschaftliche und theologische Schriften, bis hin zur Antike wurden dort aufbewahrt – eine der wertvollsten Bibliotheken der Welt. In dieser Zeit wurden zudem noch die Kunstschätze des Museums in Neapel sicherheitsverwahrt. Dazu kommen Gemälde großer Künstler, Gold, Silber und wertvolle Reliquien.

Am Ende steht Inge vor einer schwierigen Entscheidung. Wir wollen jetzt nicht spoilern, aber können wir doch eine kleine Andeutung machen?

Preuss hält die Vernunft in Kriegszeiten für die klügere Wahl, doch Inge hat erlebt, wie viel Kraft und Macht die Stimme des Herzens verleiht …

Vermutlich arbeiten Sie bereits an Ihrem nächsten Roman. Wird er wieder vor einem historischen Hintergrund spielen?

Ja, historisch. Die Recherchen hierfür sind abgeschlossen und das Exposé ist fertig. Tara Haigh steht für Ereignisse der Weltgeschichte, die noch nicht literarisch breitgetreten wurden oder Vielen unbekannt sein dürften. Das darf die Leserschaft auch vom neuen Roman erwarten.


 

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