
© Nadya Korobkova shutterstock-ID:197396918
Am Anfang von Doris Knechts „weg“ steht ein elterlicher Albtraum
Es ist ein elterlicher Albtraum, in den Doris Knecht ((Link zu Biographie)) ihre Hauptfiguren Heidi und Georg in ihrem Roman „weg“ versetzt: Lotte, ihre wilde, rothaarige Tochter, meldet sich nicht mehr. Sie geht nicht ans Telefon, sie antwortet auf keine Nachrichten, sie ist verschwunden. Zwar ist Lotte schon dreiundzwanzig und damit erwachsen und studiert in Berlin. Aber sie hat seit ihrer Pubertät eine von Drogen ausgelöste Psychose. Ihre Mutter Heidi leidet: „Es sind jetzt acht Tage, viel zu lang. Jetzt ist sie richtig in Sorge. Ihre Fingernägel sind abgekaut. Lotte hat nicht zurückgerufen, kein einziges Mal. Wenn sie jetzt Lottes Namen in der Anrufliste drückt, sagt ihr eine fremde Frauenstimme, dass der gewünschte Teilnehmer derzeit nicht erreichbar ist.“Heidis und Georgs Tochter ist psychisch labil und damit in Lebensgefahr
Die Beziehung von Heidi und Georg ist kompliziert: Sie leben seit vielen Jahren getrennt. Heidi in ihrem „Kleinbürgerparadies bei Frankfurt“ und Georg auf dem österreichischen Land. Schon lange haben die beiden einander nichts mehr zu sagen. Doch jetzt gibt es kein Ausweichen mehr: Heidi und Georg müssen miteinander reden, es geht um Lotte. Beiden ist klar, dass die Tochter angesichts ihrer psychischen Probleme in Lebensgefahr schwebt. Eine Whatsapp von Heidi hat sie wohl noch gelesen. Die zwei anderen nicht mehr. Zuletzt war sie vor drei Tagen online, um 3.43 Uhr. Über eine Freundin Lottes findet die Mutter heraus, dass Lotte einen neuen Freund hat. Und – nach bangen Tagen – erfährt sie das Unglaubliche: Lotte ist verreist, angeblich: Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam.Heidi ist noch nie geflogen. Für ihre Tochter fliegt sie einmal um die Welt
Was macht eine Mutter, wenn sie glaubt, ihre seelisch labile Tochter, die vermutlich ihre Medikamente gerade nicht, dafür aber irgendwelche Drogen schon nimmt, halte sich in Asien auf? Sie bucht sich einen Flug. Was zunächst logisch klingt, kommt umso überraschender, als Heidi für diese Entscheidung über sich selbst hinauswachsen muss. Denn Heidi ist in ihrem Leben noch nie geflogen. Sie war noch nie in der Fremde. Und dann gleich Vietnam. Aber, und hier offenbart sich ein wichtiger Bestandteil von Doris Knechts fulminanter Erzählkunst: Nicht nur Heidi überrascht, auch ihr Ex, Lottes Vater.Sie begegnen Hippies und Aussteigern und machen sich grenzenlos Sorgen
weg
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