Die 10 besten Science-Fiction-Bücher aus dem Jahr 2020 – BUCHSZENE

Wir stellen in dieser Liste die bisher 10 besten Science-Fiction-Bücher 2020 vor

Die 10 besten Science-Fiction-Bücher aus dem Jahr 2020

20. März 2020 | Redaktion

Die Experten der Buchhandlung Graff in Braunschweig verraten uns jeden Monat, welche SciFi-Neuerscheinungen und -Bestseller wirklich lesenswert sind. Hier stellen wir unsere gemeinsame Top-10 Bestenliste der Science-Fiction-Bücher 2020 vor:

Moritz Schüling Tales from the Loop

Eine Reise in eine andere Realität

In den 80er-Jahren startet die schwedische Regierung ein großes Projekt: Unter der Erde soll in einem geheimen Forschungslabor ein riesiger Teilchenbeschleuniger entstehen, der sogenannte Loop. Kaum ist er fertiggestellt, sorgt er in der ganzen Umgebung für ungewöhnliche physikalische Effekte; zugleich ermöglicht er modernste technologische Experimente. Oberhalb des Labors werden riesige magnetgesteuerte Luftschiffe errichtet, Roboter durchstreifen das Land und durch die starke Kraft des Loops kommt es zu Kollisionen mit anderen Dimensionen, sodass sogar prähistorische Urzeitmonster in die Welt gelangen. Dort erleben Familien einen ungewöhnlichen Alltag. Die Kinder, die in dieser Welt aufwachsen, sehen eine völlig verwunschene Welt mit gewaltigen Magnettürmen, unheimlichen Maschinen und alten Schrottplätzen, auf denen sich unbrauchbare Roboter sammeln. 

Warum mir der Roman gefällt:

Simon Stålenhags „Tales from the Loop“ ist ein wunderbarer, fantasievoller Bildband, der eine stimmungsvolle, etwas melancholische Science-Fiction-Welt (Dystopie) in Schweden darstellt. Allen, denen dieser Band gefällt, sei auch noch die gleichnamige Serie empfohlen, die kürzlich erschienen ist.

Nora Herdegens Konsortium oder die ungenaue Zeit

Dem Konsortium gehört die Welt

Und wem gehörst du? Die Welt, in der Marietta und Charles leben, wird bestimmt durch die Gesetze des Konsortiums. Wer gegen diese Gesetze verstößt, stirbt oder wird gefangen genommen. In dieser Welt müssen Marietta und Charles das Erbe ihrer Familien beschützen. Die eine flieht, der andere wird Diener des Konsortiums – bis auch er flieht. Beide kennen sich nicht, doch nur zusammen können sie das Konsortium zu Fall bringen. Werden sie es schaffen, die Geschichten ihrer Familien zu vollenden?   

Warum mir der Roman gefällt:

Mit „Das Konsortium oder: Die ungenaue Zeit“ hat Martin Gries eine außergewöhnliche Dystopie geschaffen, die sowohl poetisch, als auch politisch und packend ist. Dabei wirft er spannende Fragen auf, zum Beispiel: Was ist Besitz? Was ist Freiheit? Was für ein großartiges Buch!

Moritz Schüling Buchtipp April 2020

© Liu zishan – Shutterstock-ID: 597717269

Hunger auf ganz viel Science-Fiction? Hier kommen 16 starke Storys in einem Band!

Wer nicht genug von Science-Fiction bekommen kann, bekommt hier gleich 16 verschiedene Kurzgeschichten aus diesem spannenden Genre. Allesamt von den bekanntesten chinesischen Autoren, die der Science-Fiction Markt derzeit zu bieten hat. Die Geschichten sind abwechslungsreich und allesamt sehr gelungen, sodass für jeden etwas dabei ist. Das Themenspektrum reicht von künstlicher Intelligenz, Dystopien und Zeitreisen bis hin zu einem chinesischen Kaiser, der in der Zukunft herrscht und sich mit Computerspielen die Zeit vertreibt.    Im Buch blättern

Warum mir das Buch gefällt:

Die Geschichten sind interessant, spannend, kreativ und lehrreich. Wer gerne viele verschiedene Science-FictionGeschichten zu schätzen weiß und sich zudem für Werke aus dem fernöstlichen Kulturraum interessiert, darf diese Kurzgeschichtensammlung auf keinen Fall auslassen!

Ruth Sündermanns Buchtipp April 2020

© Erenai – Shutterstock-ID: 1220573644

Eine Gesellschaft, in der Frauen ihrer Magie beraubt werden sollen

Frauen gelten in Garner County als verhext. Ihnen wird vorgeworfen, durch ihre Magie die jungen Männer in den Wahnsinn zu treiben. Um den Frauen diese Magie zu nehmen, werden Sie – sobald sie in die Pubertät kommen – in das sogenannte Gnadenjahr verabschiedet. Das bedeutet für Sie die komplette Verbannung, denn man schickt die Mädchen in die Wildnis geschickt. Eine von ihnen ist Tierney James. Sie will das Ganze so schnell wie möglich hinter sich bringen, um wieder in Freiheit leben zu können. Doch Tierney hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Und so fällt es ihr schon bald immer schwerer, sich an die Regeln des Gnadenjahrs zu halten. Eines Tages beschließt sie, sich gemeinsam mit den anderen Mädchen gegen die strengen Gesetze aufzulehnen. Im Buch blättern   

Warum mir der Roman gefällt:

Das neue Buch von Kim Liggett wurde in den Medien als Mischung aus den Bestsellern „Die Tribute von Panem“ und „Der Report der Magd“ angekündigt und genau das trifft zu. Die Autorin erschafft mit ihrem Werk eine sehr düstere Dystopie. Doch die Hauptprotagonistin gibt nie die Hoffnung auf. „The Grace Year – Ihr Widerstand ist Liebe“ ist ein absoluter Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen mag. Absolut empfehlenswert!

Nora Herdegen Buchtipp Falling Skye

Eine Welt der totalen Kontrolle, in der ein Buchstabe über dein Leben entscheidet

Bist du rational oder emotional? In Skyes Welt entscheidet das kleine R oder E am Handgelenk über die Qualität eines Lebens: Rationale dürfen das Land leiten, auf die Uni gehen und anspruchsvolle Berufe ausüben. Emotionale werden von den Rationalen geleitet und haben Jobs, die zu ihrer Emotionalität „passen“. Dieses Ideal streben die Gläsernen Nationen an – sie wollen völlige Klarheit über die Charaktere aller Menschen. Es gibt keine Lügen mehr, und kein Verstecken. Damit fallen auch Diskriminierung, Rassismus und Sexismus weg. Skye ist eine begeisterte Anhängerin dieser neuen Ideale – bis sie selbst zur Testung muss. Welcher Buchstabe wird über ihr Leben entscheiden? Im Testzentrum lernt sie nicht nur ihr wahres Ich kennen, sie sieht auch ins wahre Gesicht der Gläsernen Nationen und kommt einer Intrige auf die Spur, die alles, woran sie glaubt, auf den Kopf stellt.   Im Buch blättern

Warum mir der Roman gefällt:

Die Gläsernen Nationen scheinen so weit von uns entfernt zu sein und sind dem Zustand unserer Gesellschaft doch so nah. Deshalb hat dieser Social-Science-Fiction-Roman mich völlig begeistert. Aktuell und politisch wird hier die Geschichte eines Mädchens erzählt, das erst herausfinden muss, wer sie ist, um sich der Wahrheit ihres Lebens stellen zu können. Toll!

Julia Dörge Buchtipp The Plus One

Eine junge Roboteringenieurin baut sich einen makellosen Mr. Right

Kelly ist 29 Jahre alt, Wissenschaftlerin in einer Firma, die menschenähnliche Roboter entwickelt, begabt, schlau, aber in den Augen ihrer Familie schon viel zu lange Single. Weil Kellys kleine Schwester in Hochzeitsvorbereitungen steckt und bei Kelly noch immer kein Mann in Sicht ist, versucht ihre Mutter, die auch die Hochzeitsplanerin ist, sie zu verkuppeln. Das Ergebnis sind schlechte Dates, steigender Druck und wachsende Unzufriedenheit. Um nicht allein auf der Hochzeit ihrer Schwester erscheinen zu müssen, versucht Kelly ihrem Glück etwas auf die Sprünge zu helfen: Heimlich baut sie sich den Roboter Ethan. Er sieht aus wie ein Calvin-Klein-Model, ist intelligent, humorvoll und wirkt absolut menschlich. Ethan zieht alle Menschen in seinen Bann. Kellys Mutter ist hin und weg und die Hochzeit so gut wie gerettet. Außerdem hat Kelly das Gefühl in Ethans Nähe endlich sie selbst sein zu können. Sie hat Spaß, probiert Neues aus und verliebt sich in ihn. Aber kann man einen Roboter wirklich lieben? Und wie lange lässt sich ein Lüge aufrechterhalten, ohne dass man sich in ihr verstrickt?   Im Buch blättern

Warum mir der Roman gefällt:

Sarah Archer hat mich mit ihrem Debütroman sehr gut unterhalten. Kelly ist eine spannende Protagonistin, die Stück für Stück zu sich selbst findet. Sie ist schlau, gut in ihrem Job und eher auf Zahlen und Perfektionismus getrimmt. Durch Ethan wird ihr Leben ein bisschen bunter. Es macht Spaß, Kelly dabei zu begleiten. Auch das Thema „Roboter“ wird in diesem Social-Science-Fiction-Roman fesselnd und realistisch beschrieben.

Awakening Buchtipp

Terra Mater, die Erde selbst, wehrt sich!

Tag 1, Orsett, England. Addy und ihre Freundin Sarah, die in einem Vorort von London leben, sind auf dem Weg zur Schule. Addy, die in der Enge Londons ständig unter Panikattacken litt, findet gerade wieder in den Alltag zurück – bis jetzt. Wie in Trance erleben die beiden, wie das in der Ferne liegende London bombardiert wird und die Skyline in Rauch und Asche verschwindet.

In all dem Durcheinander trifft Addy auf einen Jungen namens Casimir, der sich selbst als eine Art „Naturgeist“ beschreibt und eine gewisse Anziehungskraft auf sie ausübt. In ihm ruht eine außergewöhnliche Kraft, die ihm von der Erdmutter verliehen wurde, um zum Gegenschlag der Natur gegen die Menschheit ausholen zu können.

Doch nicht nur in Europa sind die Folgen dessen zu spüren. Überall auf der Welt wüten Stürme, Erdbeben erschüttern Städte und Sturmfluten treiben die Menschen in die Flucht. Die Pflanzen gewinnen die Oberhand und Terra Mater erwacht nach all den Jahren der Verdrängung wieder zum Leben.  Im Buch blättern

Warum mir der Roman gefällt

In diesem Post-Apocalyptic-Roman beschreibt Jennifer Alice Jager eindrucksvoll, in welches Chaos die Menschheit stürzen würde, wenn die Erde selbst sich wehren könnte bzw. würde. Im Hinblick auf die aktuellen Prognosen bezüglich des Klimawandels hat mich Jennifer Alice Jagers „Awakening – Terra #1“ vollkommen fasziniert und gleichzeitig beunruhigt – denn die Häufigkeit der weltweiten Naturkatastrophen nimmt statistisch gesehen zu.

Dark World Buchtipp

Eine Sekte, ein Mord und eine Droge, die die Welt verändert

Taema und Tila sind siamesische Zwillinge und in einer Sekte fernab der Zivilisation aufgewachsen, doch jetzt konnten sie nach akribischer Planung entkommen. Nun leben sie in San Francisco und sind nach einer Operation zum ersten Mal in ihrem Leben voneinander getrennt. Dann kommt Tila eines Tages blutüberströmt in Taemas Wohnung, wo sie kurz darauf beide verhaftet werden. Tila soll einen Mord begangen haben. Doch Taema glaubt an ihre Unschuld.

Um ihre Schwester zu entlasten, lässt sie sich auf einen Deal mit einem Undercoverpolizisten ein, der sie als Tila ausgibt und mit ihrer Hilfe in die Tiefen des kriminellen Untergrunds der Stadt eintaucht. Dort kommen sie in Berührung mit einer gefährlichen, bewusstseinsverändernden Droge, die das ganze Land bedrohen könnte, und Taema muss sich Erkenntnissen stellen, die ihr gesamtes Weltbild in Frage stellen.  Im Buch blättern

Warum mir der Roman gefällt

Laura Lam entführt den Leser mit ihrem Social-Science-Fiction-Roman in eine düstere Version der nahen Zukunft. „Dark World“ zu lesen fühlt sich an, als würde man einen rasanten Undercover-Actionfilm schauen, in dem man nie weiß, was als nächstes passiert. Die beiden Zwillingsschwestern Tila und Taema erzählen abwechselnd und man erfährt viel über ihre Vergangenheit als siamesische Zwillinge in einer fanatischen Sekte. Dringende Leseempfehlung für alle, die mal etwas Neues in einer Geschichte hören wollen!

Vicious Buchtipp

Mit der neuen Macht stirbt der alte Mensch

Die beiden Medizinstudenten Viktor und Eli haben sich einem ehrgeizigen Projekt verschrieben: dem Beweis, dass es EOs gibt, sogenannte Extraordinäre – Menschen, die durch eine Nahtoderfahrung übermenschliche Fähigkeiten entwickelt haben. Doch Viktor und Eli gehen einen Schritt weiter. Sie wollen selber zu Extraordinären werden und das Experiment gelingt. Beide sterben für einige Minuten, kehren aber von den Toten zurück.

Während Viktor lernt, seinen Schmerz und den anderer zu kontrollieren, wird Eli unsterblich. Doch beide verändern sich auch menschlich: Sie werden gefühlsarm und bösartiger. Ihre neue Macht korrumpiert sie und aus Freunden werden erbitterte Rivalen. Nun haben beide nur noch ein Ziel: den jeweils anderen zu vernichten.  Im Buch blättern

Warum mir der Roman gefällt

E.E. Schwabs „Vicious – Das Böse in uns“ ist ein extrem spannender Social-Science-Fiction-Roman über Menschen, die durch Nahtoderfahrungen Superfähigkeiten entwickeln. Nur, dass aus ihnen keine Superhelden, sondern düstere Antihelden entstehen.

Empfehlen Azubi Februar Titel Jana Görisch Niemandsstadt

Wenn Traum und Wirklichkeit nicht mehr zu unterscheiden sind …

Josefine ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, auch wenn sie nicht die angesagtesten Klamotten trägt, sich nicht in sozialen Netzwerken herumtreibt und eher die Ruhe einer Buchhandlung sucht, statt sich irgendwo ins Getümmel zu stürzen. All die anderen Jugendlichen ihres Jahrgangs sind Teil einer Community und verbringen die meiste Zeit des Tages damit bei „Magick“ ihr Leben in Szene zu setzen. Josefine hingegen flüchtet sich lieber in Tagträume und die Niemandsstadt.

Die Niemandsstadt ist drüben. Drüben sieht es auf den ersten Blick so aus wie in ihrer Heimatstadt, doch beim näheren Hinschauen fallen einem die Unterschiede auf: Drüben sind die physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt. Drüben können Drachen, Elfen und andere Wesen am Himmel erscheinen. Drüben herrscht eine andere Wirklichkeit – doch die Niemandsstadt wird bedroht und Josefine steht plötzlich zwischen den Fronten …   Im Buch blättern

Warum mir der Roman gefällt:

In dem Science-Fantasy-Roman „Niemandsstadt“ erschafft Tobias Goldfarb eine komplett neue Realität, in die man als Leserin und Leser unweigerlich hineingezogen wird. Es geht um einen Wettlauf zwischen Menschen und Künstlichen Intelligenzen – und dabei hat die menschliche Spezies nur einen Vorteil: Sie verfügt über die Fähigkeit zu träumen.


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