Ein Foodtruck, zwei Jungs nach dem Coming-out und jede Menge Vorurteile. Bill Konigsbergs lesenswerter Jugendroman „The Music of What Happens“ wirft spannende Fragen auf.

Im Mittelpunkt von Bill Konigsbergs „The Music of What Happens“ stehen zwei schwule Jugendliche

1. Februar 2021 | Johanna Wimmer

Titelbild The Music of What Happens

©Bro Crock shutterstock-ID 1213032430

Der sportliche Max trifft auf den träumerischen Jordan

Jordan und seine Mutter haben Geldprobleme. Deshalb versuchen sie, nach dem Tod von Jordans Vater, dessen alten Foodtruck wieder zum Laufen zu bringen. Das ist gar nicht so leicht, wenn man keine Ahnung vom Kochen hat. Wie durch Zufall trifft Max, ein sportlicher Junge, der sich ein bisschen mit Kochen auskennt, auf den träumerischen Jordan. Zusammen bringen sie den Foodtruck zum Laufen. Doch die Probleme lassen nicht lange auf sich warten: Max und Jordan haben nämlich keine Lizenz für den Truck.

Sie kommen sich in der Hitze des Foodtrucks näher

Während Jordan alles dafür tut, dass er und seine Mutter nicht auf der Straße landen, kämpft Max mit seinem eigenen traumatischen Erlebnis. Gleichzeitig kommen sich die beiden in dem mangels Klimaanlage kochend heißen Truck näher. Zwischen „Cloud-Eggs“ und „Frozen Lemonade“ stellen sie bemerkenswerte Dinge über den jeweils anderen fest. Zunächst hält Jordan Max für einen Baseball-Bro, der sich nicht traut, sich zu outen. Dabei übersieht er, dass er sein eigenes Leben als „schwulen-besten-Freund“ nicht ausstehen kann. Ihre Freundschaft verändert die beiden Jungen. So findet Max etwa, inspiriert von Jordans Gedichten, seine Liebe zum Malen wieder.

Eine Geschichte ohne Coming-out, aber über toxische Männlichkeit

Das Besondere an Bill Konigsbergs „The Music of What Happens“ ist, dass er anders als viele andere Romane über dieses Thema von zwei Jungen erzählt, die ihr Coming-out schon hinter sich haben. Seinen eigenen Worten zufolge gibt es auch noch andere wichtige Dinge, über die man in einem LGBT*+ Buch schreiben kann. Tatsächlich bietet sein Werk eine gelungene Abwechslung zu anderen Geschichten, die sich ausschließlich um das Thema „Coming-out“ drehen. Bill Konigsberg behandelt auch Sujets wie „toxische Männlichkeit“ und Alltagsrassismus. Max ist Halb-Mexikaner.

Bill Konigsbergs Hauptfiguren sind gut gewählt und nicht stereotyp

Mit Jordan und Max hat Bill Konigsberg zwei Charaktere erfunden, die frei von stereotypen Merkmalen sind. Obwohl sie von ihren eigenen Eltern gesagt bekommen haben, dass Jungs nicht weinen oder Angst empfinden, entwickeln sie sich zu Siebzehnjährigen, die sich darum eher weniger scheren. Zusammen kämpfen sie gegen Vorurteile an. Auch wenn es um zwei Jungen geht, kann dieses Buch auch allen anderen Leser*innen Mut machen, sich gegen Vorurteile zu behaupten.

Trotz kleiner Schwächen ist „The Music of What Happens” lesenswert

Bill Konigsbergs Stil und Sprache passen gut zu einem Jugendroman. Die Geschichte ist spannend und dank regelmäßiger Wechsel der Erzählperspektive immer wieder überraschend. Zu kritisieren ist, dass die ernsten und wichtigen Themen viel zu kurz kommen: Max‘ einschneidendes Ausgrenzungserlebnis spielt bereits nach wenigen Seiten keine Rolle mehr. Dennoch ist „The Music of What Happens“ lesenswert.


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