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Frau Herdegen, Frau Görisch, Frau Sündermann, Herr Schüling, was macht eigentlich einen richtig guten Fantasyroman aus?
Moritz Schüling: Ein guter Fantasy-Roman zeichnet sich dadurch aus, dass er eine glaubwürdige und originelle Welt beinhaltet, in die man eintauchen kann. Natürlich muss die Story an sich auch super sein.
Jana Görisch: Meiner Meinung nach handelt es sich dann um einen guten Fantasy-Roman, wenn eine neue, fantastische – vorher unvorstellbare – Wirklichkeit geschaffen wird, in die man komplett eintauchen kann.
Nora Herdegen: Ich denke, für mich ist es wichtig, dass die Welt, die ich beim Lesen betrete, in sich stimmig ist. Welche Regeln gelten? Wie ist alles miteinander verbunden? Wer gehört zu wem und warum? Genauso wichtig ist mir die Hauptfigur – ich möchte mich mit ihr identifizieren können oder von ihr fasziniert sein. Außerdem sollte die Idee, die hinter dem Roman steckt, innovativ sein. Ich möchte keine Bücher lesen, die immer das gleiche Thema behandeln, gleich aufgebaut sind oder ähnlich klingen.
Bei SF gelten für mich ähnliche Spielregeln wie für gute Fantasy Romane. Alles sollte stimmig sein und ein oder mehrere tolle Hauptfiguren sollten auch auftreten.
Und was finden Sie, zeichnet ein gelungenes Science-Fiction Werk aus?
Jana Schnür: Hier gilt auch wieder: Was ich verstehen und nachvollziehen kann, nimmt mich mit. Es muss nicht realistisch sein, aber Sinn machen. Außerdem darf die Action nicht zu kurz kommen. Bei Sci-Fi erwarte ich epische Weltraumschlachten oder wenigstens eine Verfolgungsjagd auf einem fremden Planeten. Aber das wäre jetzt auch kein totales Ausschlusskriterium.
Jana Görisch: Ähnlich wie beim Fantasy-Roman geht es mir darum, dass ich mich in die Welt und die Charaktere hineinversetzen und mich mit ihnen identifizieren kann. Das funktioniert nur dann, wenn die fiktionale Welt annähernd perfekt geschaffen wurde.
Nora Herdegen: Bei SF gelten für mich ähnliche Spielregeln wie für gute Fantasy Romane. Alles sollte stimmig sein und ein oder mehrere tolle Hauptfiguren sollten auch auftreten. Darüber hinaus genieße ich es bei SF Romanen, wenn die Geschichte im Vordergrund steht und es nicht nur um technische Details geht.
Ruth Sündermann: Ein gelungenes Science-Fiction-Werk zieht mich von Anfang an in den Bann. Es muss bis zur letzten Seite spannend bleiben und immer wieder für Überraschungen gut sein.
Bei Sci-Fi erwarte ich epische Weltraumschlachten oder wenigstens eine Verfolgungsjagd auf einem fremden Planeten.
Was ist an Science Fiction und Fantasy spannender als an herkömmlichen Romanen?
Julia Dörge: Dass man fremde Welten und Völker kennenlernt und dass mitunter andere (Natur-)Gesetze gelten als bei uns. Der Fantasie sind viel weniger Grenzen gesetzt!
Nora Herdegen: Fantasy und SF sind großartig, weil beide Genres es schaffen, uns in ganz andere Welten mitzunehmen. Egal, ob Weltall und Aliens, Zukunftsszenarien, Roboter, Magie, Vampire, Engel, Elfen oder epische Schlachten in alternativen Welten oder Realitäten – alles ist möglich und die einzige Grenze, die es gibt, ist die der eigenen Fantasie und Kreativität. Für jeden ist etwas dabei und jeder kann eine Welt finden, in der er sich wohl fühlt. Manchmal fühlt man sich dann so wohl in diesen Welten, dass sie einen ganz gefangen nehmen und man gar nicht mehr aufhören möchte, zu lesen. Das Buch soll bloß nicht enden!
Ruth Sündermann: Durch den Einsatz von übernatürlichen Phänomenen können einen Geschichten aus diesem Themenbereich in eine völlig andere Welt entführen. Sie haben die Möglichkeit, ihre völlig eigene Welt zu erschaffen und mich als Leser in diese Welt zu entführen.
Wie sind Sie selbst zur Fantasyliteratur gekommen? Gab es da ein erstes, unvergessliches Leseerlebnis?
Jana Schnür: Also bei mir war es definitiv „Harry Potter“, obwohl ich das inzwischen schon fast gar nicht mehr als Fantasy betrachte. Wer weiß, ob nicht doch noch irgendwann mein Hogwarts-Brief ankommt? Aber Spaß beiseite, ich habe wirklich von Kindesbeinen an Fantasybücher verschlungen. Cornelia Funke, später die Eragon-Bände und „Die Drachenkämpferin“ von Licia Troisi. Zur Science Fiction bin ich ursprünglich eher über Filme wie „Star Wars“ und die „Star Trek“ Serie gekommen. Ein einzelnes Buch, was das ausgelöst hat, gibt es also nicht.
Buchtipps der Graff-Azubis:
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J.K. Rowling Harry Potter und der Stein der Weisen (Teil 1) ISBN 978-3-551-31725-4, 336 Seiten, € 4,99, Carlsen. Bei Graff bestellen
Licia Troisi Die Drachenkämpferin – Im Land des Windes (Teil 1) ISBN 978-3-453-53269-4, 400 Seiten, € 8,95, Heyne. Bei Graff bestellen
Christopher Paolini Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter (Teil 1) ISBN 978-3-570-40293-1, 608 Seiten, € 25,00, cbj. Bei Graff bestellen
Jana Görisch: Für mich persönlich war es die Fantasy-Jugendbuch-Reihe „House of Night“, die meine Liebe für Fantasy und Sci-Fi Romane geweckt hat. Ich war gerade erst 11 oder 12 Jahre alt und habe alle bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Bände in kürzester Zeit regelrecht verschlungen. Die komplett andere Welt hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen und wollte mich bis zum 12. und letzten Band der Reihe nicht mehr hergeben.
Nora Herdegen: Auch bei mir ist es ganz eindeutig „Harry Potter“. Ich fühlte mich in der Welt, die J.K. Rowling geschaffen hat, unglaublich wohl. Und bis heute kehre ich gerne in die Welt der Zauberer und Muggel zurück. Ich würde mich auch jetzt noch um Mitternacht in einer langen Schlange vor der Buchhandlung anstellen! „Harry Potter“ war für mich der Weg zur Fantasy, danach folgten für mich Cornelia Funkes „Tintenblut“-Reihe und „Die Klippenland-Chroniken“ von Paul Stewart. Bei SF sieht es ganz anders aus. Das erste SF Buch, das mir in den Sinn kommt, ist Orwells „1984“. Das habe ich gelesen, als ich 15 war und war wirklich begeistert. Und auch heute bevorzuge ich SF-Romane, die politische Meinungen vertreten, zu Diskussionen anregen und alternative Zukunftsszenarien entwerfen.
Ruth Sündermann: Ich denke „Harry Potter“ hat mich in die Fantasywelt entführt. Durch die sieben Teile, die ich in meiner Kindheit gelesen habe, wurde mein Interesse für dieses Genre erst so richtig geweckt.
Moritz Schüling: Mit Fantasy kam ich sehr früh in Kontakt, da mir als Kind schon Eragon und Harry Potter vorgelesen wurden, bis ich dann selber angefangen habe zu lesen. Einer der prägendsten Reihen waren „Die Elfen“ von Bernhard Hennen, diese hatten mich als Jugendlichen richtig gefesselt.
Buchtipps der Graff-Azubis:
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P.C. Cast/Kristin Cast House of Night – Alle 4 Storys in einem Band ISBN 978-3-596-29611-8, 848 Seiten, € 9,99, FISCHER Taschenbuch. Bei Graff bestellen
Cornelia Funke Tintenherz (Teil 1) ISBN 978-3-7915-0465-0, 576 Seiten, € 20,00, Dressler Verlag. Bei Graff bestellen
Paul Stewart/Chris Riddell Twig im Dunkelwald – Die Klippenland-Chroniken (Teil 1) ISBN 978-3-551-37505-6, 292 Seiten, € 6,00, Carlsen. Bei Graff bestellen
Kann Fantasy süchtig machen?
Jana Görisch: Definitiv! Es gibt so manche Welten, z.B. „Harry Potter“, „Die Chroniken der Unterwelt“, „Der Herr der Ringe“, die mich ab der ersten Seite absolut gefesselt und vereinnahmt haben. Während des Lesens ist alles andere unwichtig und kaum eine Unterbrechung wert – und auch dann, wenn man sich auf andere Sachen konzentrieren und das Buch weglegen muss, ist man gedanklich noch immer in der letzten Szene.
Nora Herdegen: Ich glaube, wenn man einmal anfängt, ist es schwierig wieder aufzuhören. Ganz im Ernst, wer sich einmal in einer anderen Welt verloren hat, der wird, glaube ich, immer wieder versuchen, zurückzukehren. Denn gerade, wenn man in eine andere Welt abtauchen konnte, wird dieses Buch zu mehr als nur einem Buch. Vielleicht könnte man sagen, man identifiziert sich mit der Geschichte? Es ist eine Art Lebensgefühl.
Denn gerade, wenn man in eine andere Welt abtauchen konnte, wird dieses Buch zu mehr als nur einem Buch. Vielleicht könnte man sagen, man identifiziert sich mit der Geschichte? Es ist eine Art Lebensgefühl.
Ruth Sündermann: Sicherlich kann dieses Genre süchtig machen. Nach den Harry-Potter-Büchern konnte ich gar nicht mehr genug von Fantasy-Romanen kriegen und habe immer neue Bücher entdeckt und mit Freude gelesen.
Moritz Schüling: Klar kann Fantasy süchtig machen und es fühlt sich super an, so als ob man in einer Parallelwelt lebt. Bei mir war es die „Das Lied von Eis und Feuer“-Reihe, die mich in ihren Bann gezogen hat. Mit all den tollen Charakteren, dieser komplexen Welt und der packenden Geschichte war es schwer nicht sofort den nächsten Band anzufangen
Jana Schnür: Aber solange man deshalb sein restliches Leben nicht zu sehr vernachlässigt, finde ich das okay!
Buchtipps der Graff-Azubis:
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J. R. R. Tolkien Der Herr der Ringe – Jubiläums-Leinenausgabe 978-3-608-96428-8, 1.293 Seiten, € 50,00, Klett-Cotta. Bei Graff bestellen
Cassandra Clare City of Bones – Chroniken der Unterwelt (Teil 1) ISBN 978-3-442-48682-3, 560 Seiten, € 10,00, Goldmann. Bei Graff bestellen
Bernhard Hennen/James A. Sullivan Die Elfen (Teil 1) ISBN 978-3-453-31566-2, 1.040 Seiten, € 15,99, Heyne. Bei Graff bestellen
Wenn Sie die Fantasy in Genres einteilen, welche würden Sie hervorheben und was wären ihre Merkmale?
Jana Schnür: Also als erstes wäre da natürlich die High Fantasy. Epische Schlachten, viel Magie, Elfen, Zwerge, Orks – und natürlich ein Auftrag, den die Helden erfüllen müssen. Als nächstes fiele mir Urban Fantasy ein. Das sind Geschichten, die eigentlich in unserer realen Welt spielen, so wie wir sie kennen. Nur kommen plötzlich Magie oder mystische Wesen ins Spiel, die in unsere Welt eindringen. Oder deren Welt wir entdecken. Wie „Harry Potter“ zum Beispiel.
















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