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Tanja und Jerome führen eine Fernbeziehung zwischen Berlin und Frankfurt
Wer wissen will, wie die urbane Generation 30plus lebt, fühlt, denkt und liebt, muss Leif Randts Roman „Allegro Pastell“ lesen. Seine beiden Hauptfiguren Jerome Daimler und Tanja Arnheim führen eine Fernbeziehung. Der vierunddreißigjährige Jerome ist Webdesigner und lebt nahe Frankfurt in dem Bungalow, den er von seinen Eltern geerbt habt. Tanja ist neunundzwanzig und seit ihrem Roman „PanoptikumNeu“ eine gefeierte Schriftstellerin. Sie wohnt in Berlin.Leif Randt erzählt von der Liebe zweier gebildeter, junger Menschen
„Allegro Pastell“ ist eine Art Liebesroman. Jedenfalls erzählt Leif Randt den Alltag von Jerome und Tanja. Das Erstaunliche dabei ist, dass in diesem Alltag genau genommen nichts Weltbewegendes passiert, außer küssen, essen, reden und miteinander schlafen. Dennoch ist die Geschichte keine Sekunde langweilig. Wir befinden uns in einem Deutschland vor der Corona-Zeit. Gebildete und gut verdienende junge Menschen wie Tanja und Jerome haben keine ernsthaften Sorgen. Ihre Verpflichtungen beschränken sich darauf, ihren interessanten, weil kreativen Jobs nachzugehen.Jede alltägliche Handlung wird durch den Gedankenwolf gedreht
Diese komfortable Situation führt dazu, dass ihnen viel Zeit bleibt, sich intensiv mit dem Nachdenken über sich und die Welt zu beschäftigen. Tanja zum Beispiel hat analysiert, dass es sinnvoll ist, jährlich mindestens eine Fernreise zu machen: „Ihre Meinung war, dass viele Menschen ihr Potenzial verschenkten, weil sie ihren eigenen Kosmos zu selten verließen.“ Wer anderer würde eventuell aus Reiselust oder wegen der Freude an fremden Ländern und Kulturen reisen. Doch Tanjas Reisen ist ein Reisen zur Selbstoptimierung. Es geht ums persönliche Potential.„Allegro Pastell“ ist ein skrupelloser Roman über Selbstbespiegelung
Obwohl also in Leif Randts Roman rein gar nichts Dramatisches passiert, ist er doch unterhaltsam. Woran liegt das? Der Autor von „Allegro Pastell“ stellt die permanente Selbstbespiegelung dieses Paars, seine Verkopftheit bis in die banalsten Dinge des Lebens hinein mit skrupelloser Brillanz dar. Jede Handlung, und sei sie noch so alltäglich, basiert auf Gedankenarbeit und ist wohlbegründet. Dies zu lesen kann schmerzen. Oder aber faszinieren, weil man annehmen darf, dass das reale Milieu, in dem wir Jerome und Tanja verorten, genau so tickt.Ein anderer würde beim Küssen ans Küssen denken, nicht so Jerome
Allegro Pastell
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