Vor den Augen der Selt. Selenskyj -Simon Shuster

ISBN 978-3-442-31724-0

528 Seiten

€ 26,00

eBook: € 22,99

Es ist, wie wenn Anke Engelke Kanzlerin würde und einen Krieg führen müsste. Mit „Vor den Augen der Welt“ legt Simon Shuster die Biographie Wolodymyr Selenskyjs vor.

Simon Shuster erzählt in „Vor den Augen der Welt“ die Verwandlung Selenskyjs vom Fernsehstar zum Präsidenten

Vor den Augen der Selt. Selenskyj bestseller check

Simon Shuster erzählt von der Verwandlung eines Comedians zum Kriegsherrn

Simon Shuster erzählt in „Vor den Augen der Welt – Wolodymyr Selenskyj und der Krieg in der Ukraine“ nicht die Geschichte des Tellerwäschers, der zum Millionär wird, sondern jene der Verwandlung eines Fernseh-Comedians in einen Präsidenten und militärischen Oberbefehlshaber im schrecklichsten europäischen Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg. Der dicke Schmöker ist eine Mischung aus Biographie und Kriegschronik und er garantiert über weite Strecken eine spannende Lektüre.

Selenskyjs Präsidentschaft war ziemlich unwahrscheinlich

Alles beginnt damit, dass uns der Korrespondent des TIME Magazine, Simon Shuster, vor Augen führt, wie unwahrscheinlich ein Präsident wie Selenskyj für die Ukraine war. Natürlich war Selenskyj bereits vor Amtsantritt im gesamten russischen Sprachraum ein Fernsehstar, dessen witzige Sendungen von Ukrainern wie Russen geliebt wurden. Dass dieser Komödiant aber die Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden würde, dafür sprach zunächst eher wenig.

Wie wenn Anke Engelke Kanzlerin werden würde

Selbstverständlich war Selenskyjs Popularität ein entscheidender Faktor im Wahlkampf. Auch spielte seine hohe Medienpräsenz in dieser Zeit für seinen Erfolg eine wichtige Rolle. Kein Politiker kann während eines Wahlkampfs die Sendezeiten eines Star-Comedians toppen. Es wäre in etwa so, wie wenn in Deutschland Bastian Pastewka oder Anke Engelke für die Kanzlerkandidatur in den Ring steigen würden. All die Schritte, die Selenskyj zum Präsidenten machten, beschreibt Simon Shuster mit genau der richtigen Mischung aus Sachkunde, Staunen und Augenzwinkern.

Plötzlich sollten ehemalige Fernseh-Manager Krieg führen

Ganz entscheidend bleibt nach der Lektüre in Erinnerung, dass Selenskyj sich nicht nur einmal verwandeln musste: Denn kaum saß er als Präsident einigermaßen im Sattel, begann der Krieg Russlands gegen die Ukraine und aus dem einstigen Comedian musste über Nacht ein Kriegsherr werden. Die Situation war umso kurioser, als Selenskyj als Präsident wichtige Posten zunächst vor allem mit Managern besetzt hatte, die vorher für und mit ihm fürs Fernsehen gearbeitet hatten. Nun standen diese ehemaligen Fernsehleute, die ihr Geld mit lustigen Sketchen, Shows und Unterhaltungsserien verdient hatten, plötzlich vor Entscheidungen, in denen es um Leben und Tod ging.

Selenskyj traf nicht nur eine todesmutige Entscheidung

Wenn Simon Shuster von diesen Tagen und Wochen erzählt, ist er Selenskyj sehr nah. Detailliert erklärt er, wie sich seine ziemlich unglaubliche Verwandlung vollzog und wie sehr ihm dies alles zusetzte. Wir sind dabei im Chaos der ersten Kriegstage, in denen nicht klar ist, ob Russland Kiew per Blitzkrieg einnehmen wird und in denen Selenskyj die todesmutige Entscheidung trifft, in der ukrainischen Hauptstadt zu bleiben, was vor ihm – so schreibt es Simon Shuster – kein anderer Präsident in den Krisen der vergangenen Jahrzehnte getan hatte. Die anderen hatten die Flucht ins Exil ergriffen.

Sämtliche bisherigen Etappen des Ukraine-Kriegs werden sichtbar

Simon Shuster macht auch anschaulich, wie die Präsidentenfamilie durch den Krieg auseinandergerissen wurde. Wie sich der Präsident im Präsidialamt verschanzte und auf einem Feldbett schlief. Wie er vom Anzugträger – zumindest optisch – zum Soldaten wurde. Wieviel Mut er bewies und wie ungewöhnlich er für einen Amtsträger heutiger Zeit handelte. Der TIME-Magazine-Korrespondent macht auch die einzelnen Etappen des Kriegs nachvollziehbar und zeigt die Schachzüge, Erfolge und Niederlagen, die Selenskyj bei der Verteidigung der Ukraine erlebte.

Alles andere als Comedy: Selenskyjs Biographie „Vor den Augen der Welt“

„Vor den Augen der Welt“ ist eine lohnende Lektüre für alle, die sich für Politik und Geschichte interessieren. Es ist ein unterhaltsames Buch, das seinem Protagonisten und den ihn umgebenden Personen sehr nahekommt. Und es ist eine Lektüre, die einen immer wieder staunen lässt. Denn wenn sich ein Romanautor diese Story ausdächte, würde man sie wohl nasenrümpfend als unglaubwürdig abtun. Diese Geschichte aber ist wahr und alles andere als Comedy.

ISBN 978-3-442-31724-0

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<a href="https://buchszene.de/redakteur/joerg-steinleitner/" target="_self">Jörg Steinleitner</a>

Jörg Steinleitner

Geboren 1971, studierte Jörg Steinleitner Jura, Germanistik und Geschichte in München und Augsburg und absolvierte die Journalistenschule. Er veröffentlichte rund 25 Bücher für Kinder und Erwachsene. Steinleitner ist seit 2016 Chefredakteur von BUCHSZENE.DE und lebt mit Frau und drei Kindern am Riegsee.

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