In Catherine Ryan Howards „The Nothing Man“ versucht die einzige Überlebende einer Mordserie, den Killer aus der Reserve zu locken, indem sie ein Buch über ihn schreibt. Dadurch gerät Eve in Todesgefahr.

Catherine Ryan Howards Thriller „The Nothing Man“ handelt von einem Buch im Buch

27. September 2021 | Stephanie Pointner

The Nothing Man

Ein grausamer Serientäter stoppt plötzlich völlig abrupt seine Mordserie

In der Gegend rund um Cork erschüttert eine Verbrechensserie die Bevölkerung. Acht Menschen werden binnen kurzer Zeit in ihren Häusern überfallen, Frauen vergewaltigt und mehrere Bewohner brutal ermordet. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, schafft es aber nicht den Täter, den sogenannten „Nothing Man“, zu finden. Eines Abends bricht er in das Haus einer vierköpfigen Familie ein und tötet die Eltern sowie das jüngste Kind. Die ältere Tochter kann sich vor dem Täter verstecken und überlebt schwer traumatisiert. Damit endet zur großen Überraschung der Polizei die Verbrechensserie.

Die einzige Überlebende verfasst ein Buch über „The Nothing Man“

Jahre später ist die einzige Überlebende des „Nothing Man“, Eve Black, eine junge Frau. Eve kann bis heute das damals Geschehene nicht begreifen und hofft weiterhin, dass der Täter gefunden wird. Daher veröffentlicht sie ein Buch rund um das Erlebte und gibt mehrere Lesungen. Eves Ziel ist es, die Fallserie in den Köpfen der Menschen präsent zu halten und neue Hinweise zum Täter zu bekommen. In dem Buch, das ein Bestseller wird, rollt sie nicht nur ihre eigene Geschichte und das Leben nach der Tat auf, sondern sie schreibt auch über die anderen Opfer sowie ihre eigenen Recherchen auf der Suche nach dem Täter.

Der Killer liest das Buch über seine Morde und fühlt sich provoziert

Der Supermarktwachmann Jim stößt auf Eves Werk und beginnt ihn wie gebannt zu lesen. Schließlich möchte „The Nothing Man“ wissen, was Eve über seine Taten schreibt.  Je mehr Jim liest, umso aggressiver macht ihn das Buch, da Eve seinem Empfinden nach viele Details verdreht und andere wichtige Geschehnisse weglässt. Gemeinsam mit seiner Frau, die das Buch ebenfalls liest, besucht er eine Lesung von Eve und beginnt ein Gespräch mit der jungen Frau. Jim lässt sich von Eve provozieren. Und ihm wird bewusst, dass die junge Autorin ihn bereits im Visier hat. Daher beschließt er ein letztes Mal als „Nothing Man“ zurück zu kehren und Eve zu töten.

Catherine Ryan Howards Thriller ist raffiniert, hat aber Schwächen

Der Aufbau von Catherine Ryan Howards Thriller ist raffiniert und unterscheidet sich deutlich von anderen Büchern des Genres. So wechseln sich im ersten Teil immer wieder Kapitel aus Eves Buch mit jenen ab, in welchen Jim, der von Anfang an als Täter bekannt ist, eben diese Kapitel gelesen hat. Mir ist der Einstieg in jedes von Eves Buchkapiteln etwas schwergefallen, da die Ausführungen oftmals zu ausführlich und detailreich sind. Daher waren die Kapitel vom Buch im Buch über weite Strecken zäh und langatmig, worunter die Spannung deutlich leidet.

„The Nothing Man“ beschreibt sehr gut die Eskalation der Gefühle

Hier ist leider viel Potenzial verloren gegangen und ich musste mich oftmals überwinden weiterzulesen. Jene Kapitel hingegen, in denen Jims Reaktionen auf das eben Gelesene aufgezeigt werden, sind sehr gelungen. Man verfolgt auf äußerst authentische Art, wie sich Jim immer mehr von dem Buch provoziert fühlt, das seine Mordserie dokumentiert, und wie er in eine Spirale aus Angst und Hass gerät.

Der zweite Teil des Thrillers überzeugt durch Spannung und Action

Ab der zweiten Hälfte der Geschichte werden die Kapitel des Buchs im Buch deutlich weniger. Von hier an liegt das Hauptaugenmerk auf Jim, dessen Reaktionen auf das Treffen mit Eve, und auf Jims immer ausgereifterem Plan die junge Frau zu töten. Hier spielt Catherine Ryan Howard ihr ganzes schriftstellerisches Potenzial aus und formt das Ganze zu einem fesselnden Psychothriller. Diese Kapitel bieten nicht nur hohe Spannung, sondern im Showdown auch rasante Action. Der Autorin gelingt es, Jims emotionale Entwicklung so zu schildern, dass man sie hautnah mitfühlen kann.

Der Showdown gelingt Catherine Ryan Howard, lässt aber Fragen offen

Anfangs ist er einfach neugierig auf das Buch, doch zunehmend fühlt er sich provoziert; und durch das Treffen mit Eve verfällt er letztendlich dem Wahnsinn. In der Folge ist Jim nicht mehr in der Lage, seine Arbeit oder das Familienleben sowie Sozialkontakte zufriedenstellend zu bewältigen. Er gerät in eine Spirale aus Hass und Angst. So setzt er alles daran, seine Identität und das Leben, das er sich aufgebaut hat, zu schützen. Diese Emotionen sind greifbar und authentisch, weshalb ich den Thriller ab diesem Zeitpunkt fesselnd finde und ihn beim Lesen kaum zur Seite legen konnte. Der Showdown ist gelungen. Allerdings lässt er einige Fragen offen.


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