Nicki Thornton: Hotel Magier. Fantasy-Buchkritik | BUCHSZENE

Ein Küchenjunge wird verdächtigt, einen berühmten Magier vergiftet zu haben. Um sein Leben zu retten, muss er schnellstmöglich den wahren Täter finden. Frau Bluhm liest Nicki Thorntons „Hotel der Magier“.

Nicki Thorntons Roman „Hotel der Magier“ ist ein Jugendfantasy-Roman mit Krimi-Plot

20. Dezember 2019 | Frau Bluhm

Titelbild Hotel der Magier

©MaKo-studio shutterstock-ID: 331439099


Frau Bluhm liest „Hotel der Magier“: 3 von 5 Blu(h)men


Unser Held ist Küchenhilfe in einem Hotel und experimentiert mit Rezepten

Seit er sich erinnern kann, arbeitet Seth Seppi im Hotel „Zur letzten Chance“ als Küchenhilfe unter der Fuchtel der furchtbaren Familie Brunn. Eigentlich findet er sein Leben gar nicht so schlecht. Er fühlt sich wohl in dem alten Hotel mitten in einem wunderschönen Wald, in dem schon sein verschollener Vater als Chefkoch arbeitete, bevor er vor vielen Jahren einfach verschwand. Immerhin kann er seiner Leidenschaft nachgehen, denn in jeder unbeobachteten Minute probiert er neue Rezepte aus und forscht nach ausgefallenen Zutaten. Gäbe es die fiese Tiffany, Tochter der Brunns und ein ausgemachtes Biest, das ihn ständig piesackt nicht, so wäre das Leben im Hotel ruhig und beschaulich. Es verirrt sich selten ein Gast in diesen abgelegenen Winkel.

Bei einem Magiertreffen geschieht Seth ein schlimmes Missgeschick

Dies ändert sich allerdings schlagartig, als ein geheimes Magiertreffen im Hotel stattfindet. Gleich am ersten Abend geschieht eine Katastrophe: Der Leiter der Magiergilde fällt tot vom Stuhl, vergiftet durch eine Nachspeise, die nur er allein gegessen hat. Und ausgerechnet zubereitet von Seth! Schnell gerät der – natürlich völlig unschuldige – Junge unter Verdacht. Doch Seth setzt alles daran, den wahren Täter zu finden. Gut, dass er Hilfe von seiner plötzlich sprechenden Katze Nachtschatten und dem zwar verschroben wirkenden, aber durchaus listigen Inspektor Zinnkrug erhält.

„Hotel der Magier“ enthält eine Liste der sehr zahlreichen Namen

Nicki Thornton liefert mit „Hotel der Magier“ ein Buch, das mit viel Liebe zum Detail erzählt ist. Man merkt beim Lesen, dass sie sich sehr um Qualität bemüht hat. Sie geizt weder mit ausgefallenen Namen (mein Lieblingsname ist übrigens der eines jungen Magieranwärters: Darinder Dunster-Dunstable), noch an einer fantasievollen Ausarbeitung der Handlung. Leider ist dies auch ein kleiner Nachtteil, der sich für die angepeilte Altersgruppe der 10- bis 14-jährigen bei der Lektüre ergibt: Durch die vielen komplizierten Namen kommt man beim Lesen schnell ins Schwitzen und hat kaum Zeit, sich alle zu merken. Immerhin hat die Autorin das mitbedacht und vorgesorgt: Vorne im Buch gibt es eine Liste der auftauchenden Figuren.

Die Handlungsstruktur von „Hotel der Magier“ erinnert an Agatha Christie

Die Geschichte selbst ist aufgebaut wie ein alter Roman à la Agatha Christie. Der Mord geschieht in einem abgeschlossenen Raum und die Anzahl der Menschen, die als Täter in Frage kommt, ist begrenzt, weil es nur jemand sein kann, der da war. Im Zuge akribischer Ermittlungsarbeit wird der Täter entlarvt. Dabei leitet Nicki Thornton uns gemeinsam mit Seth, der bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass Magie überhaupt existiert, durch ihre magische Welt. Ein Pluspunkt des Romans ist für mich, dass die von der Autorin fantasierten magischen Zusammenhänge an kein Buch dieses Genres erinnern. Das ist durchaus ein Erfolg, wenn man bedenkt, was alles im Laufe der vergangenen Jahre an Jugendfantasy auf den Markt gebracht wurde.

Eine Sache an Nicki Thorntons Roman möchte ich deutlich kritisieren

Der Schluss der Geschichte hat mir aber leider nicht wirklich gefallen. Die Autorin lässt hier viel zu viel offen. Nicki Thornton arbeitet für mein Gefühl zu stark auf die Entstehung einer Serie um Seth, Nachtschatten und das Hotel „Zur letzten Chance“ hin. Als Einzel-Roman steht das Ende für mich schlicht zu unerklärt da. Als Reihe könnte ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen – auch wenn ich sie eher älteren Kindern empfehlen würde.

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Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf Lovelybooks.


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