Carmen Korn "Töchter einer neuen Zeit": Tipp | BUCHSZENE

Vier Frauen starten nach dem Weltkrieg 1919 in ein neues Leben. Ob Hebamme Henny und Singlefrau Lina ihr Glück finden? „Töchter einer neuen Zeit“ ist der erste Band von Carmen Korns Jahrhundert-Trilogie.

Carmen Korns „Töchter einer neuen Zeit“ ist der erste Band der Jahrhundert-Trilogie

5. März 2018 | Annika von Schnabel

Titelbild Töchter einer neuen Zeit Carmen Korn

Shutterstock © Everett Historical – Bild-ID 244390411

Die Hebamme Henny Godhusen träumt von Frieden

Man könnte beinahe sagen, Carmen Korns Jahrhundert-Trilogie über vier Frauen aus Hamburg-Uhlenhorst sei das deutsche Äquivalent zum Epos der Italienerin Elena Ferrante. In „Töchter einer neuen Zeit“, dem ersten Band der Familiensaga tauchen wir ein in das Leben der Henny Godhusen, die einen großen Traum träumt: Henny möchte als Hebamme einer neuen und vor allem friedlichen Generation auf die Welt helfen. Denn wir schreiben das Jahr 1919, der Erste Weltkrieg ist erst gerade zu Ende gegangen und Henny nimmt ihre Hebammenausbildung an der Hamburger Frauenklinik Finkenau auf.

„Töchter einer neuen Zeit“ begleitet vier junge Frauen ins Leben

Nach dem Grauen und den Entbehrungen des Kriegs pulsiert im Herzen der Neunzehnjährigen eine große Lust auf das Leben. Mit diesem Gefühl ist die Hebammenschülerin nicht allein. Eine ganze Nation hofft auf ruhigere Zeiten. Und so stellt uns Carmen Korn in „Töchter einer neuen Zeit“ drei weitere faszinierende Frauenpersönlichkeiten vor.

Ida kennt nur das Leben der „besseren“ Leute in Hamburg

Die erste von ihnen, Ida, kennt allerdings einen völlig anderen Lebenshintergrund: Sie wohnt in einem der feinen Häuser am Hofweg und weiß nicht viel von der Welt jenseits der Beletage. Hennys Hebammenkollegin Käthe dagegen stammt aus einfachen Verhältnissen und glaubt an die Ideale der Kommunisten, die in dieser Zeit wachsenden Zuspruch erfahren. Die Singlefrau Lina dagegen führt als Lehrerin ein für damalige Zeiten ziemlich unkonventionelles Leben.

Der aufkommende Nationalsozialismus stellt das Lebensglück in Frage

Es macht Freude, die vier Frauen in „Töchter einer neuen Zeit“ durch ihre wechselvollen Leben zu begleiten. Zu sehen, wie sie zwischen ihren persönlichen Problemen und der großen Politik nach dem für sie richtigen, individuellen Weg suchen. Doch das ist in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus alles andere als einfach. „Töchter einer neuen Zeit“ ist ein bewegender Roman, glänzend recherchiert und bildgewaltig erzählt.

Lesen Sie unsere Besprechung zum 2. Band „Zeiten des Aufbruchs“ und zum dritten Band „Zeitenwende“.

Carmen Korn

Carmen Korn wurde 1952 geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin für den „Stern“.


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