Eine verschollene Prinzessin. Ein junger Held. Und das Mysterium der sieben Fragmente. Zoe S. Rosary erzählt in „Perlensplitter“ eine magische Geschichte.

Zoe S. Rosary im Interview über „Perlensplitter“, den ersten Band ihrer neuen Fantasy-Trilogie

2. August 2022 | Interview: Jörg Steinleitner

Titelbild Perlensplitter

Frau Rosary, in Ihrem Roman „Perlensplitter“ aus der Trilogie „Chroniken der Drachenperle“ entfalten Sie eine Urban-Fantasy-Geschichte, die zwischen der Menschenwelt und einer mittelalterlichen Parallelwelt spielt. Das Drama nimmt seinen Lauf, weil der König von Latura seine Tochter Tarinija vermisst.

Das ist richtig. Vor 150 Jahren ist Prinzessin Tarinija von Latura spurlos verschwunden. Sie war zu dem Zeitpunkt sechs Jahre alt. Ihre Leibwächter wurden tot aufgefunden. Der Fall Tarinija wurde niemals aufgeklärt.

Hat der König dennoch Grund zu hoffen?

Alles, was dem König von Latura blieb, war die Prophezeiung des Heiligen Orakels, dass wenn sieben magische Fragmente gefunden werden, er seine Tochter wiederbekommen würde. Seitdem ist der König auf der Suche nach eben diesen sieben magischen Fragmenten, was bisher vergebliche Mühe war.

Das Mysterium der sieben Fragmente müssen Sie bitte genauer erklären.

Die Prophezeiung besagt, dass sieben magische Fragmente, die in der Welt der Menschen verteilt sind, gefunden und zum Heiligen Orakel in Latura gebracht werden müssen. Um welche Fragmente es sich genau handelt, weiß im Königreich Latura niemand so genau. Auch weiß niemand, wo auf der Erde diese Fragmente verteilt sind, denn das Orakel ist nicht einfach zu deuten.

Elusyan ist eine der wichtigsten Figuren in Ihrem Roman. Er ist 26 Jahre alt und hat die Ausbildung zum Nebelwesen absolviert. Was zeichnet Elusyan aus?

Elusyan ist der männliche Protagonist in „Perlensplitter“. Er ist der jüngste General, der je die Heerführung seines Landes übernommen hat, zum einen weil er fähig ist und zum anderen, weil er zusammen mit seinem Bruder Elas und dem Prinzen von Latura ein unschlagbares Team bildet. Die drei verbindet eine tiefe und ehrliche Freundschaft, in der sie sich gegenseitig den Rücken decken und füreinander einstehen.

Was hat es mit den Nebelwesen auf sich?

Was konkret ein Nebelwesen ist und wie Elusyans Verwandlung von statten geht, möchte ich an der Stelle gar nicht verraten. Das wird in der Mitte des Buches sehr ausführlich berichtet und würde vermutlich spoilern. Fakt ist jedoch, dass es sich bei den Bewohnern der Parallelwelt nicht um Menschen, sondern menschenähnliche Wesen mit besonderen Fähigkeiten handelt. Sie selbst nennen sich Vaskys.

Die zweite Protagonistin ist Sveja, eine junge Frau, die Wirtschaft in Stockholm studiert. Was ist sie für ein Mensch?

Sveja ist eine typische Studentin unserer Zeit. Sie träumt von einer Karriere in einem erfolgreichen Konzern. Zudem erhofft sie sich, mit ihrem derzeitigen Partner Jan – einem Medizinstudenten – eine Familie gründen zu können. Sveja jobbt nebenbei in einer Bar. Sie ist sportlich, geht gern mit ihren Freunden tanzen und trainiert in asiatischer Kampfkunst, um ihre innere Balance zu finden. Sveja ist aufgeschlossen und teilt sich mit Livia eine WG im Norden Stockholms. Ihre engste Vertraute ist ihre Granni.

Warum haben Sie sich gerade Stockholm als Schauplatz auf der Erde ausgesucht?

Ich habe lang überlegt, an welchem Schauplatz „Perlensplitter“ handeln könnte. Da es mich selbst immer aus Deutschland wegzieht, kam eine deutsche Stadt für mich nicht infrage. In Stockholm habe ich einmal in meiner Jugend meine Sommerferien verbracht und die Stadt ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ich war damals beeindruckt von dem Flair, den diese Stadt verströmt hat. Stockholm drückte einen lebensfrohen und fröhlichen Charme aus. Eine Leichtigkeit, die ich so in Deutschland weniger wahrnehme. Zu dem Zeitpunkt als ich Stockholm besucht hatte, fand das Waterfestival statt, was ich auch in „Perlensplitter“ aufgegriffen habe, und die ganze Stadt war erfüllt mit Musik und Tanz.

Wie kommt es, dass Elusyan und Sveja – zwei Charaktere aus unterschiedlichen Welten – aufeinandertreffen?

Nun dieses Treffen wird durch Elusyan ausgelöst, der sich sehr bemüht, Svejas Aufmerksamkeit zu erregen. Elusyan erhält von seinem König den Auftrag, die sieben Fragmente zu suchen, die auf der Erde verteilt sind. Dazu benötigt er die Hilfe von Sveja. Warum ausgerechnet Sveja darf ich an der Stelle nicht verraten.

Warum war Svejas Großmutter bis zu ihrem Tod eine Hoffnungsträgerin?

Svejas Granni war eine reiselustige Frau, was Sveja immer sehr bewundert hat. Warum jedoch Svejas Granni so oft auf Reisen war, erfährt Sveja erst am Ende des ersten Bandes. Und warum Svejas Familie auserwählt worden ist, erfährt der Leser im zweiten und im dritten Band der Reihe. Die Geschichte ist durchaus komplex. Aber alle Fragen werden am Ende beantwortet werden.

Damit der Wechsel von der Parallelwelt zur Menschenwelt funktioniert, braucht es ein magisches Werkzeug …?

Ja, um zwischen den Welten hin- und herzuspringen, besitzt Elusyan einen Ardeiras, einen Weltenspringer. Der sieht auf den ersten Blick so ähnlich aus wie ein dunkler Kuli mit einem roten Knopf, dem Auslöser. Zudem besitzt er fünf Rädchen, an welchen der genaue Zielstandort eingegeben werden kann und eine Art Energieanzeige, denn der Ardeiras kann nicht unbegrenzt verwendet werden.

Wo kommt dieser magische Stift her?

Der Ardeiras ist eine technische Erfindung, die der König von Latura in Auftrag gegeben hatte, schon bevor seine Tochter verschwand. Es existieren lediglich drei Weltenspringer, drei Unikate, die auch nicht ersetzt werden können, wenn einer kaputt oder verloren gehen sollte. Ein Ardeiras ist im Besitz des Königreichs Tuk und zwei gehören dem König von Latura. Einen verwendet Elusyan vertrauensvoll für seine Mission. Generell versucht der König von Latura die Vermischung beider Welten zu vermeiden. Menschen sollen in ihrer Welt bleiben und die Vaskys in ihrer. Der Ardeiras wird nur verwendet, um die magischen Fragmente zu suchen.

Am Ende wird es richtig eng für Elusyan und Sveja. Geht der erste Band gut aus?

Ja, alle beide geraten in ziemliche Schwierigkeiten. Da „Perlensplitter“ der erste Band einer Reihe ist, wird es wohl auch für beide irgendwie weitergehen. Ich würde sagen, der erste Band endet offen aber nicht mit einem klassischen Cliffhanger. Der Leser bekommt einen vorläufigen Abschluss von diesem ersten Abenteuer.

Ihr Roman ist voller überraschender Einfälle. Wie entwickeln Sie Ihre Ideen?

Die Ideen finden mich und nicht ich sie. Wenn ich mit einer neuen Geschichte starte, dann lasse ich mich von ihr sehr gern selbst überraschen. Nur dann kann ich sie auch lebendig und emotional erzählen. Meine Charaktere entscheiden gern selbstständig und nehmen mich auf ihrem Abenteuer einfach mit, was ich dann nur noch zu Papier bringe.

Was bedeutet Ihnen das Schreiben für Ihr Leben?

Ich schreibe unglaublich gern. Selbst als ich mir noch keine Geschichten ausgedacht habe, habe ich Tagebuch geschrieben. Das Schreiben hilft mir, meinen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Tue ich das nicht, bin ich ganz unruhig, denn es gibt Vieles, was mich bewegt und in meinem Kopf herumschwirrt. Durch das Schreiben von Geschichten kann ich dem Alltag entfliehen, mich dabei entspannen und abtauchen. Ich denke, ohne das Schreiben geht es in meinem Leben nicht mehr. Wenn ich eine Geschichte beendet habe, weiß ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis mich eine Neue findet, die erzählt werden möchte.

Glauben Sie an übersinnliche Phänomene?

Ja, das tue ich. Ich glaube, dass es Dinge gibt, die wir mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können und dennoch existieren sie. Aus dem Grund wird Fantasy auch immer das Genre sein, in dem ich mich wohl fühle.

Wenn Sie sich eine magische Kraft wünschen könnten, welche wäre das?

Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann würde ich die magischen Kräfte von Ayeleth aus „Naturgewalten“ mit ihr teilen wollen. „Naturgewalten“ war die erste Buchreihe, die ich veröffentlicht habe und dort verschmilzt meine Protagonistin Ayeleth mit den vier Naturelementen, bis sie selbst zu Wasser, Luft, Licht und Erde wird. Sie ist eins mit der Natur. Mehr Naturverbundenheit und ein respektvoller Umgang mit anderen Lebewesen ist etwas, was ich mir für die Menschheit sehr wünsche.

Die „Chroniken der Drachenperle“ sind auf drei Bände angelegt. Verraten Sie etwas über den zweiten Band?

Selbstverständlich, es befindet sich ja auch am Ende des ersten Bandes ein kleiner Ausblick: Im zweiten Band begeben sich Sveja und Elusyan auf die Suche nach den sieben magischen Splittern. Dabei müssen sie sich zunehmend eingestehen, dass sie mehr für einander empfinden, als ihnen beiden lieb ist, denn die Welten dürfen sich nicht verbinden und erst recht nicht vermischen. Während Sveja und Elusyan sich in der Welt der Menschen aufhalten, werden die Intrigen in der Parallelwelt weitergesponnen. Diesen Intrigen wird Yljasi entgegentreten. Auch sie spielt im weitergehenden Verlauf eine große Rolle. Und natürlich darf der Leser sehr gespannt darauf sein, ob der König von Latura seine Tochter wiederfindet.


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