Jörg Steinleitner: "Blutige Beichte". Kritik | BUCHSZENE

Home >> Magazin >> Kolumnen >> Frau Bluhm liest >>

Frau Bluhm rezensiert Jörg Steinleitners „Blutige Beichte – Der LKA-Präsident ermittelt“

Titelbild Blutige Beichte Jörg Steinleitner

shutterstock @ igorstevanovic Bild-ID: 521221120

25. April 2018 | Von Frau Bluhm | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten


Eine mysteriöse Tatserie erschüttert München, der LKA-Präsident wird bedroht und dann tauchen auch noch Handgranaten im Beichtstuhl auf. Frau Bluhm liest Jörg Steinleitners „Blutige Beichte“.


Frau Bluhm liest „Blutige Beichte“: 5 von 5 Blu(h)men

5 Blumen Frau Bluhm liest


Handgranaten im Beichtstuhl und eine nach Bali abgehauene Ehefrau

„Haste Kacke am Schuh, haste Kacke am Schuh!“ Nie hat dieser Ausspruch besser gepasst, als zu der Situation, in der sich Karl Zimmerschied in Jörg Steinleitners neuem Krimi „Blutige Beichte“ am Anfang des Romans befindet. Der Polizeipräsident des Bayerischen Landeskriminalamts in München weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht: Seine Frau Roswitha befindet sich auf dem Trip der Selbstfindung und lässt ihn mit Haus und Hof und Kühen alleine, um in Bali eine Oben-ohne-Bar zu eröffnen, im Amt überschlagen sich die Fälle, nebenbei bekommt Karl Zimmerschied merkwürdige Drohbotschaften, die Presse steigt ihm aufs Dach und dann kommt auch noch Jugendfreund und Pfarrer Herrmann um die Ecke und übergibt Karl eine Tüte voller Kriegswaffen, die er im Beichtstuhl gefunden hat. Und als wäre das nicht alles schon genug, kündigt sich auch noch der US-Präsident zum Staatsbesuch an!

Vergewaltigung, Mord, Einbruch – und immer derselbe Täter

Man sieht schon, Jörg Steinleitner hat seine Geschichte breit gefächert. Doch denkt man zu Anfang noch, dass das doch alles am Ende überhaupt nicht zusammenpassen kann, so täuscht man sich dabei ganz gewaltig. Denn tatsächlich laufen die losen Fäden im Rahmen von Karl Zimmerschieds eher unkonventionellen Ermittlungsmethoden immer weiter aufeinander zu, bis er dann irgendwann, mit Hilfe seines genauso unkonventionellen Teams, eine ziemlich überraschende Auflösung präsentiert. Wenn es in der Polizeiarbeit jemals ein Puzzle gegeben hat, das weiße Kätzchen auf weißer Decke zeigt, dann der Fall, den Zimmerschied hier lösen muss: Eine versuchte Vergewaltigung, ein Einbruch und ein Mord an einem Politiker. Tatwaffen, Tatorte, Tatzeitpunkte alle unterschiedlich. Und doch scheint es der gleiche Täter zu sein. Geht nicht? Doch, geht. Wie, das müsst ihr selbst nachlesen.

Meine Lieblingsfigur ist der blinde Polizist Tommy Hensch

Unterwegs beim Lesen begegnen einem allerlei lustige Gestalten. Allen voran natürlich Polizeipräsident Karl Zimmerschied himself, der wirklich ein außerordentlich sympathisches Exemplar der Gattung Mann ist. Loyal, arbeitseifrig, aufbrausend und dabei ungeheuer bodenständig. Aber auch andere Figuren haben mich oft zum Schmunzeln gebracht. Meine Lieblingsfigur war der blinde Polizeitechniker Tommy Hensch samt Blindenhund Benno Berghammer, benannt nach dem allseits bekannten Bullen von Tölz.

Ein Dauer-Gag hat mir beim Lesen am allerbesten gefallen

Was mir beim Lesen aber am allerbesten gefallen hat, war der Dauer-Gag, der sich auf den Staatsbesuch des US-Präsidenten bezog. Immer mal wieder kam‘s um die Ecke und war herrlich grotesk und schön fies sarkastisch eingestreut. Es wurden zwar keine Namen genannt, aber ich glaube jeder hätte beim Lesen das gleiche Bild im Kopf gehabt wie ich. Ich sag nur: Donald Trump auf Bärenjagd. Einfach herrlich!

Katharina Bluhm
Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf…
Zur Biografie von Frau Bluhm

Katharina Bluhm
Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf…
Zur Biografie von Frau Bluhm

Mehr zur Rubrik
Francesca Hornak schickt in „Sieben Tage wir“ eine ganze Familie in Weihnachts-Quarantäne
Titelbild Sieben Tage wir

Frau Bluhm liest Slider posts | 18. Januar 2019 | Von Frau Bluhm

Weil eine der Töchter als Ärztin in einem Epidemie-Gebiet arbeitete, begibt sich Familie Birch in Weihnachts-Quarantäne. Francesca Hornaks „Sieben Tage wir“ ist ein Roman über innerfamiliäre Kommunikation.

In Michael Robothams Roman „Die andere Frau“ macht ein Sohn eine verstörende Erfahrung
Titelbild Die andere Frau

Frau Bluhm liest Slider posts | 9. Januar 2019 | Von Frau Bluhm

Ein Sohn wird ans Krankenbett des Vaters gerufen, wo bereits seine Mutter sitzen soll. Doch die Frau am Bett ist nicht seine Mutter. Michael Robothams „Die andere Frau“ ist ein Joe-O’Loughlin-Roman.

Hannah Doyles „Mein Jahr zum Glück“ ist ein amüsanter, herzerwärmender Mutmacher-Roman
Titelbild Mein Jahr zum Glück

Frau Bluhm liest Slider posts | 4. Januar 2019 | Von Frau Bluhm

Wenn dir dein Traummann abhanden kommt, hast du genau eine Möglichkeit: Jeden Tag als Chance anzusehen. Wildentschlossen stellt sich Hannah Doyles Heldin Izzy in „Mein Jahr zum Glück“ dem Leben.

Lucie Castels „Weihnachten wird wunderbar“ ist lustig, chaotisch und einfühlsam
Titelbild Weihnachten wird wunderbar

Frau Bluhm liest | 26. Dezember 2018 | Von Frau Bluhm

Was passiert, wenn zwei Schwestern ausgerechnet an Weihnachten wegen des Wetters am Flughafen Heathrow stranden? Lucie Castels „Weihnachten wird wunderbar“ ist perfekte Sonntagnachmittagslektüre!