Frau Bluhm liest „Ragdoll“ und „Hangman“: 4 von 5 Blu(h)men

Ganz ehrlich: Im Urlaub liebe ich es blutig!
Im realen Leben bin ich ein sehr friedliebender Mensch. Einer à la: Kann keiner Fliege was zu Leide tun. Auch im Job predige ich natürlich, dass „Zahn um Zahn“ keine Option ist, und das Gewalt Gegengewalt provoziert. Pädagogisch wertvoll eben. Neulich allerdings hatte ich eine Woche Urlaub, und im Urlaub kann es nicht blutig genug werden. Rein literarisch selbstverständlich! Da kamen „Ragdoll“ und „Hangman“, die Thriller von Daniel Cole, auf die ich lange vorher schon ein Auge geworfen hatte, natürlich sehr gelegen. Denn wer, der wirklich harte Thriller liebt, wäre von diesem Klappentext – es ist der zu „Ragdoll“ – nicht angezogen:
„Ein Killer versetzt die ganze Stadt in Angst. Dein Name steht auf seiner Liste. Mit dem Datum deines Todes. Dein letzter Tag ist nah. Und fliehen zwecklos.“
Das Opfer wurde aus sechs Leichen zusammengeflickt
Also: Unter dem Bett nachgesehen, Tür verschlossen, Lichter an und los ging die Reise nach London. Das Zentrum der Handlung von „Ragdoll“ bilden die Ermittler William Oliver Layton-Fawkes (der dem Himmel sei Dank stets beim Spitznamen Wolf genannt wird) und Emily Baxter. Wolf, ein jähzorniger Choleriker, bekommt das neueste Opfer eines Londoner Psychopaten quasi in die Nachbarschaft geliefert. Doch dieses Opfer schockiert selbst den erfahrenen Ermittler, ist es nämlich wie eine Flickenpuppe, eine Ragdoll, aus sechs verschiedenen Opfern zusammengesetzt. Und während die Mordkommission noch damit beschäftigt ist die Opfer zu identifizieren, erhält Wolfs Exfrau, die Sensationsjournalistin Andrea, vom Killer höchstpersönlich eine Liste mit den nächsten sechs Opfern. Inklusive Vor- und Nachnamen – sowie: dem Datum des Todes. Die Liste beginnt mit dem Bürgermeister und endet mit keinem Geringeren als Wolf persönlich. Ein Spiel gegen die Zeit beginnt.
Ausgerechnet Emily Baxter soll die USA und England verbinden
Das nachfolgende Buch „Hangman“ schließt direkt an „Ragdoll“ an. Dieses Mal fokussiert auf die weibliche Hälfte des Ermittlerteams, Emily Baxter. Auch an Baxter ist der Alltag der Mordkommission nicht spurlos vorübergegangen: Die im höchsten Maße paranoide Emily kennt nur zwei verschiedene Formen der Kommunikation: muffig und noch muffiger. Von Smalltalk und Höflichkeit hält sie genauso viel wie von persönlichen Bindungen und Dresscodes. Ausgerechnet sie soll in „Hangman“ nun als Bindeglied zwischen dem FBI und New Scotland Yard fungieren. Klar, dass hier eine Katastrophe vorprogrammiert ist.
Der Hangman-Killer kopiert anscheinend den berühmten Ragdoll-Fall
In New York wurde nämlich ein Toter an der Brooklyn Bridge aufgehängt gefunden, das Wort „Köder“ tief in seine Brust geritzt. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Killer kopiert den berühmten Londoner Ragdoll-Fall. Deshalb wird Emily Baxter von den US-Ermittlern angefordert. Als ein zweiter Toter entdeckt wird, diesmal mit dem Wort „Puppe“ auf der Brust, dreht die Presse völlig durch und mit ihr die Internet-Communities. Baxter und ihre Kollegen von FBI und CIA werden zum Spielball des grausamen Mörders – wer kann diesen Psychopathen in die Grenzen weisen? Und wer hält im Hintergrund die Fäden in der Hand? Schon bald wird klar, dass dieser Fall noch viel verwickelter und größer ist, als alle Seiten angenommen hatten.
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