Jörg Maurer Beethovens kleine Patzer Interview | BUCHSZENE

Berühmt ist er für seine Kriminalromane. Aber Jörg Maurer ist auch Musiker. Im Interview verrät er Details über seine Kabarett-Hörbücher „Beethovens kleine Patzer“ und „Jörg Maurer trifft Mozart“.

Jörg Maurer im Interview über seine Kabarett-Hörbücher „Beethovens kleine Patzer“ und „Jörg Maurer trifft Mozart“

13. März 2020 | Interview: Jörg Steinleitner

Titelbild Jörg Maurer trifft Mozart

© Gaby Gerster

Herr Maurer, Sie sind vor allem als Krimiautor berühmt. Wie kommt es, dass Sie plötzlich ein Hörbuch veröffentlichen, in dem Sie dem großen Beethoven „Patzer“ unterstellen?

Wie es sich für einen Autor gehört, hatte ich in meinem Leben schon viele Berufe. Einer davon war Musikkabarettist. Das habe ich sehr lange gemacht, so richtig mit zerzausten Haaren und im schwarzen Frack am Flügel. „Beethovens kleine Patzer“ war eines meiner Programme, mit dem bin ich viel getourt. Jetzt, wo ich mit gekämmten Haaren und ohne Frack am Schreibtisch sitze, um Kriminalromane zu schreiben, habe ich eben die CD herausgebracht. Das ist mein Beitrag zum Beethovenjahr.

Hat Beethoven wirklich gepatzt? Wo denn? Wie denn?

Eigentlich gar nicht, die Patzer musste ich schon selbst reinmachen, was bei Beethoven gar nicht so leicht ist. Beethoven ist der patzerloseste Komponist, den ich kenne. Vielleicht noch vor Mozart.

Der Komponist würde in diesem Jahr 250. Geburtstag feiern. In Ihrem Hörbuch-Kabarett zeigen Sie den wahren Beethoven. Bitte verraten Sie uns sein abgründigstes Geheimnis.

Ein Leben ohne  XXXXXXXXXX  [Anmerkung der Redaktion: Schwärzen! Das braucht ja nicht jeder zu wissen.]

Sie selbst sind ja auch ein brillanter Pianist. Hört man Sie auf dem Hörbuch Beethoven spielen?

Ja, mitunter kommt auch Beethoven durch, vor allem der frühe. Ganz ist das bei einem Beethoven-Kabarett nicht zu vermeiden.

Was zeichnet für Sie diese Musik aus?

Ihre Unberechenbarkeit. Auch, wenn man es zum hundertsten Mal hört, entdeckt man immer wieder …

Lassen Sie mich raten: etwas Neues?

Nein, etwas Altes. Aber an unerwarteter Stelle.

Parallel zur Beethoven-CD publizieren Sie auch ein Hörbuch mit einem Mozart-Kabarett-Programm. Kann man sagen, dass Mozart im Vergleich zu Beethoven die größere kriminelle Energie hatte?

Nein. Ich habe einmal bei einem Banküberfall mitgemacht (als Fahrer, das war einer meiner vielen Jobs), und im Autoradio des Fluchtfahrzeugs kam gerade die Jupiter-Sinfonie von Mozart, C-Dur, entstanden 1788, Köchelverzeichnis 551. Das hat überhaupt nicht gepasst. Aber vielleicht lag‘s ja auch an der Tonart C-Dur.

In welchen Situationen Ihres Alltags ziehen Sie Mozart vor, in welchen Beethoven?

Mozartmusik eignet sich gut zum Bügeln, Schreibtisch aufräumen, Schachspielen, bei Tischgesprächen und Strandspaziergängen, sowie als Tafelmusik zu leichten, kalorienarmen Gerichten, also zum Abnehmen. Beethovenmusik hingegen passt gut beim Bergsteigen, Gewichtheben und Buchhaltung machen. Ideal und eine gute Ergänzung ist es übrigens, Mozartmusik zu hören und dabei an Beethovenmusik zu denken. Wenn man dazu noch eine Kantate von Johann Sebastian Bach summt, dann hat man die ganze abendländische Musik beieinander.

Hatte Beethoven Humor?

Ich glaube schon. Die eigentlich unspielbaren Diabelli-Variationen am Klavier sprechen für einen grimmigen Humor. Meine These: Man sagt ja, dass große Humoristen eigentlich keinen Humor hatten, am Abend, nach der humoristischen Arbeit, waren sie saugrantig. Vielleicht ist es bei Beethoven umgekehrt. Der hat den ganzen Tag große, ernste, pathetische, humorlose, deutsche Musik gemacht, da könnte es schon sein, dass er am Abend herumgealbert und über alles gekichert hat, quasi als Ausgleich.

Es heißt ja: Beethoven, ein Leben ohne Frauen. Könnte man in Zukunft sagen: Jörg Maurer, ein Leben ohne Musik?

Nein, in den Romanen ist jetzt die ganze Musik drin. Und in den beiden CDs natürlich.

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    Foto: Gaby Gerster

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