In Kerstin Guldens Jugendroman „Fair Play“ entwickeln vier Schüler: innen für einen Wettbewerb eine App, mit der man die Klimasünden der Menschen kontrollieren kann. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle.

Eine Influencerin, ein Nerd und eine Aktivistin stehen im Zentrum von Kerstin Guldens Roman „Fair Play”

7. Juni 2021 | Johanna Wimmer

Titelbild Fair Play

Ist eine App für den Klimaschutz eine gute oder eine schlechte Idee?

Keras Klasse nimmt an einem Wettbewerb für Klimaschutz teil. Um gewinnen zu können, müssen sie sich gegen andere Schulen behaupten. Kera hat die Idee, eine App zu programmieren, die einem hilft, nachhaltig zu leben. Auf den Social-Media-Plattformen kann jede: r sehen, wie viel oder wenig Energie der oder die einzelne verbraucht und wie viele Umweltsünden er oder sie begeht. Kera, Max, Elodie und Leonard sind die vier, die das Ganze zum Laufen bringen wollen. Leonard programmiert die App. Elodie, eine Influencerin, ist für das Marketing zuständig und Max soll als Nicht-Mitspieler die Sache von außen bewerten.

Fair gegen Foul – und mit einem Mal kommt es zu Gewalt

Schnell bilden sich zwei Lager in der Schule: Die „Fair Player“, die die App nutzen und versuchen im grünen Bereich zu bleiben und die „Foul Player“, die sich weigern, die App herunterzuladen, mitzuspielen. Letztere sind deutlich in der Unterzahl. Weil alle vernetzt sind, bekommt man schnell mit, wer dem Gemeinschaftskonto am meisten schadet. Mit einem Mal kommt es zu Gewalt und von gegenseitiger Unterstützung ist plötzlich keine Rede mehr. Aber die App ist doch fair, oder etwa nicht?

Guldens „Fair Play“ weist Ähnlichkeiten zu einem bekannten Roman auf

Das Buch weist starke Ähnlichkeiten zu Todd Strassers (Morton Rhue) „Die Welle“ auf. Die Spaltung der Schüler: innen wird indirekt durch einen Erwachsenen angestiftet und die „Fair Player“ möchten ihre Klassenkamerad: innen dazu bringen, sich ihnen anzuschließen – auch dies mit Druck und Zwang. Die Lehrerin in „Fair Play“ heißt genauso wie der Lehrer in „Die Welle“: Wenger. In beiden Büchern geht es um ein Experiment, das außer Kontrolle gerät und auch die beiden Schlüsse ähneln sich. Dennoch kann man nicht von einer Kopie sprechen.

Eine Aktivistin, ein Nerd, eine Influencerin und ein attraktiver Junge

Die Charaktere hält Kerstin Gulden klassisch: Kera ist eine ehemalige Aktivistin, die von vielen bewundert wird, bis Fair Play sie rot werden lässt. Max ist der Sohn eines reichen Mannes, zu dem er kaum Kontakt hat. Er spielt die Rolle des gutaussehenden Jungen, für den viele Mädchen an der Schule schwärmen. Leonard wird als Nerd beschrieben. Ein einstiges Mobbingopfer, das den Ruhm, den Fair Play ihm einbringt, genießt. Elodie ist eine junge Influencerin, die mit persönlichen Problemen kämpft. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der vier Protagonisten erzählt.

Kerstin Guldens Roman weist auch auf die Klimakrise hin

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Es gelingt ihr, Spannung aufzubauen, obwohl manche Ereignisse vorhersehbar sind. Die App Fair Play ist kompliziert beschrieben, was es manchmal erschwert, dem Verlauf der Geschichte zu folgen. Zwischendurch tauchen immer wieder englische E-Mails auf, weil die Verfasser aus den USA sind. Die E-Mails werden nicht übersetzt, was einer Leser: in mit nicht so guten Englischkenntnissen die Lektüre erschweren kann. Trotz der Ähnlichkeiten zu „Die Welle“ erzählt „Fair Play“ eine eigene Geschichte, die nicht nur ein außer Kontrolle geratenes Experiment behandelt, sondern auch auf die Gefahren des Klimawandels hinweist.

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Kerstin Gulden

Sie studierte in Tübingen, München und London Literatur, Philosophie und Kommunikation. Danach …


Zur Biografie von Kerstin Gulden



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