Chris Carter: Death Call – Die Rezension | BUCHSZENE

Kolumnistin Frau Bluhm nimmt Chris Carters Thriller „Death Call“ kritisch unter die Lupe

Death Call Chris Carter

Shutterstock: © Rommel Canlas - Bild-Nummer: 293102651

27. September 2017 | Von Frau Bluhm


Wollen Sie sich mal wieder so richtig fürchten? Vor dem Mann unterm Bett? Vor dem Klingeln des Telefons? Dann sollten Sie sich Chris Carters blutrünstigem „Death Call“ anschauen. Aber ist der Thriller auch gut?


Frau Bluhm liest „Death Call“: 5 von 5 Blu(h)men

5 Blumen Frau Bluhm liest


Wie riecht Blut? Wie Angst? Wie riecht das Böse? – Robert Hunters 8. Fall

Auch in seinem achten Fall ermittelt Kriminal-und Biopsychologe Robert Hunter gemeinsam mit seinem LAPD-Partner Carlos Garcia. Doch was die beiden Ermittler in Chris Carters neuem Buch erleben, löst selbst bei den beiden langjährigen Experten in Sachen Gewalt Entsetzen aus.

„Trotz ihrer langjährigen Erfahrung hatten sich Hunter und Garcia niemals wirklich an den Blutgeruch von Tatorten gewöhnt. Für sie gab es einen himmelweiten Unterschied zwischen dem Blutgeruch an einem Tatort und dem Blutgeruch bei Unfällen, in Kranken- oder Leichenschauhäusern. Man konnte fast sagen, dass dort, wo ein brutaler Mord geschehen war, der ekelerregende süßliche Kupfergeruch des Blutes noch mit einer anderen Komponente vermischt war. Einer Komponente, deren Ursprung niemand wirklich erklären konnte und die vermutlich jeder anders definiert hätte, die aber niemandem entging.
Manche beschrieben sie als den Geruch von Angst.
Manche beschrieben sie als den Geruch von Schmerz.
Manche beschrieben sie als den Geruch der Gewalt.
Für Hunter war es der Geruch des Bösen.“

Sie kümmern sich nur um die schlimmsten der schlimmen Fälle

Seit dem 11. August ist er da! Der neue Fall von Detektive Robert Hunter und seinem LAPD-Partner Carlos Garcia. Und mit Blut wird auch in diesem achten Band der Reihe nicht gegeizt. Etwas anderes hätten wir aber ehrlich gesagt von Chris Carter, dem Meister des Psychothrillers, auch gar nicht erwartet, schickt er seine beiden Ermittler doch genau mit der Einheit zum Einsatz, die sich in Los Angeles mit den brutalsten Gewaltverbrechen auseinandersetzen muss: der Ultra Violent Unit, die sich innerhalb des Morddezernats nur mit den schlimmsten der schlimmen Fälle auseinandersetzt. Und dazu gehört auch der achte Fall der beiden Ermittler definitiv:

„Tanya Kaitlin bekommt einen Videoanruf von ihrer besten Freundin. Was sie sieht, ist ein Alptraum: Ihre Freundin ist gefesselt und geknebelt. Um sie zu retten, muss Tanya zwei Fragen richtig beantworten. Doch sie scheitert. Und ihre beste Freundin wird brutal ermordet.“

Robert und Carlos fangen an zu ermitteln, und schon bald wird klar: Dies ist kein Fall wie jeder andere. Denn pro verübten Mord gibt es nicht ein, sondern zwei Opfer. Und nur eines von ihnen stirbt.

So kreativ wie bei Chris Carter wird selten gemordet

Auch in „Death Call“ beweist Autor Chris Carter großen Einfallsreichtum bei der Kreation „seiner“ Morde und der Täter, die sie begehen. Durch den Extrakniff, die Angehörigen der Opfer in die Morde mit einzubeziehen, baut er bei seinen Lesern (wieder einmal) fast schon klaustrophobische Spannung auf. Denn man fürchtet sich nicht nur vor dem Mann unter dem Bett, sondern auch noch davor, dass das Telefon klingelt.

„Death Call“ spielt mit unseren Urängsten und ist ein absolut packender Thriller

Carter spielt, wie kein anderer Autor den ich kenne, so gekonnt mit der Psyche und den Urängsten seiner Protagonisten, sowie denen seiner Leser, dass sich bis jetzt jeder einzelne seiner Thriller als absoluter Pageturner erwiesen hat. Seinen Vorgängern steht auch „Death Call“ in Nichts nach. Von Spannungsaufbau, Protagonistenentwicklung und überraschenden Handlungselementen braucht man bei Chris „Cliffhanger“ Carter noch nicht mal ansatzweise zu sprechen.

„Death Call“ ist genau wie seine Vorgänger ein absolut packender, blutrünstiger und fesselnder Roman. Als Leser bleibt einem nichts anderes übrig, als auf eine baldige Fortsetzung dieser Reihe zu hoffen.

Merken

Katharina Bluhm
Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf…
Zur Biografie von Frau Bluhm

Katharina Bluhm
Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf…
Zur Biografie von Frau Bluhm

Mehr zur Rubrik
In ihrem mitreißenden Plädoyer fürs Vorlesen empfiehlt Frau Bluhm drei Lieblingskinderbücher
Welttag des Buches Kolumne

Frau Bluhm liest Kinderbücher Kolumnen Slider posts | 23. April 2019 | Von Frau Bluhm

Kein Drache weit und breit. Ein Grolltroll mit Gewissen. Und eine Hommage „Für mein Mädchen“. Anlässlich des Welttags des Buches empfiehlt Frau Bluhm drei starke Kinderbücher und fordert uns zum Vorlesen auf.

Ray Celestins „Todesblues in Chicago” versetzt uns ins Amerika der frühen 20er Jahre
Titelbild Todesblues in Chicago

Frau Bluhm liest Krimis und Thriller Slider posts | 17. April 2019 | Von Frau Bluhm

Eine Tochter verschwindet, ein Tatortfotograf findet eine Leiche ohne Augen – und jemand versucht Al Capone mit Champagner zu vergiften. Frau Bluhm liest Ray Celestins „Todesblues in Chicago“.

Ava Reeds „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ist ein sehr gelungener Roman über Depression
Titelbild Alles.Nichts.Und ganz viel dazwischen

Frau Bluhm liest | 10. April 2019 | Von Frau Bluhm

Eines Tages wird es Leni klar: Sie hat Depressionen. Da lernt sie Matti kennen, der keinen Schmerz fühlt. Ava Reeds „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ erzählt von zweien, die einander helfen.

Alexandra Fischer-Hunolds „Eine Leiche zum Tee“ ist ein spannender und unterhaltsamer Jugendkrimi
Titelbild Eine Leiche zum Tee

Frau Bluhm liest | 5. April 2019 | Von Frau Bluhm

Amy ist verliebt in den jungen Pianisten Finn. Um ihm nahe zu sein, nimmt sie Klavierunterricht. Doch dann stirbt die Lehrerin und Finn ist verdächtig. Alexandra Fischer-Hunolds „Eine Leiche zum Tee“.