Rai & Rath „Bullenbrüder“. Die Autoren im Interview | BUCHSZENE

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Ein heiteres Gespräch mit den Autoren Rai & Rath über ihren neuen Krimi „Bullenbrüder“

Hans Rath und Edgar Rai - Bullenbrüder

© Mirjam Knickriem

19. Juni 2017 | Interview: Jörg Steinleitner | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten


Eine Koksleiche im Hotel Kosmos? Die Autoren Edgar Rai und Hans Rath geben ein Interview über ihr Werk „Bullenbrüder“, dessen Hörbuchfassung Christoph Maria Herbst kongenial eingesprochen hat.


Herr Rai, Herr Rath, die Helden Ihres Hörbuchs „Bullenbrüder“ sind der Kriminalkommissar Holger und sein Bruder Charlie, ein Privatdetektiv. Die beiden reiben sich, aber die gemeinsam im Gartenhaus geleerten Sixpacks sorgen dann doch für ausreichend Schmierstoff. Das sehr lustige Hörbuch macht erstens Durst und zweitens lässt es vermuten, dass Sie beim Schreiben Spaß hatten. Wurde dabei auch das eine oder andere Sixpack geleert?

Hans Rath (HR): Sagen wir so: Bier würde helfen, allerdings sind wir beide eher Weintrinker.
Edgar Rai (ER): Je nach Tageszeit geht aber auch Kaffee.
HR: Wir haben es sogar schon mal mit Wasser versucht.
ER: Aber Wein funktioniert eindeutig besser.

Die Bullenbrüder bekommen es mit einem ziemlich komplexen Fall zu tun. Es geht um einen Mord an einem Drogendealer in einer VIP-Hoteletage …

HR: Dazu muss man wissen, dass die „schwarze Etage“ des Hotel Kosmos bereits in den 70ern ein legendenumwobener Ort war. Entsprechend illustre Gäste sind dort anzutreffen, als im Aufzug eine Leiche samt Kokainkoffer gefunden wird.

Wen treffen wir denn da beispielsweise?

ER: Mal sehen: Ein Mitglied der Fifa-Ethikkommission, der mit einem Berliner Staatssekretär Sex hat, einen altersschwachen Dirigenten, der sich mit einer Kunststudentin vergnügt, oder auch das hochrangige Aufsichtsratsmitglied eines namhaften deutschen Automobilkonzerns.
HR: Holger ist jedenfalls mächtig genervt von dem ganzen Kuddelmuddel.
ER: Genau. Und er hat da sowas von keinen Bock drauf. Ihn da hinein zu schicken war die reine Freude. Für uns.

Ihr Erzählton und Ihre Sprache sind lässig. Die Augen von Charlies Ex etwa beschreiben Sie als „fast schwarz und groß wie Billardkugeln. Der perfekte Moment, um doch noch im Bett zu landen. Findet Charlie …“ In Ihrem Werk finden sich viele solcher Metaphern. Schütteln Sie die beim Schreiben aus dem Handgelenk oder ist das harte Arbeit?

ER: Aus dem Handgelenk schütteln ist harte Arbeit! Fragen Sie mal einen Zauberkünstler, wie lange der üben muss, bevor er ein Pik As locker aus dem Handgelenk schüttelt.
HR: Manchmal schüttelt man auch voreilig, und muss dann nachher trotzdem noch hart dran arbeiten.
ER: Oder man arbeitet hart und schütteln wäre besser gewesen.

Wie genau ist Ihr Roman entstanden – haben Sie gleichzeitig am Text gearbeitet oder getrennt?

ER: (zu HR) Wollen wir das verraten?
HR: Was meinst du?
ER: Nö.
HR: Gut. Dann verraten wir es nicht.
ER: Also schön: Wir entwickeln gemeinsam und schreiben getrennt. Und dann nochmal alles über Kreuz.
HR: Jetzt hast du es ja doch verraten.
ER: Ja. Ich dachte, das wär okay für dich.

Wie kommt man zum Beispiel auf diese Szene: Holgers Polizeikollegin, Frau Bökh, geht ans Telefon, obwohl sie gerade Sex hat. Sie keucht. „Frau Bökh – ist alles in Ordnung bei Ihnen?“ – „Schon. Ich hab nur gerade Sex mit meinem Nachbarn.“ – War ein Scherz“, gluckst sie. „Ist nicht mein Nachbar.“ Und zu wem auch immer, der da bei ihr ist, sagt sie: „Bist du verrückt – mach weiter!“ – „Soll ich lieber später noch mal anrufen, Frau Bökh?“- „Nein, nein, passt schon – wenn’s nicht zu lange dauert. Sonst komme ich nämlich, während ich mit Ihnen telefoniere, und das wär mir irgendwie unangenehm.“

ER: Das ist von mir! Da hatte ich einen echt guten Moment.
HR: Und ich freue mich schon darauf, das im Dialog mit Edgar bei öffentlichen Lesungen vorzutragen. Er spielt die Bökh nämlich echt gut.

Warum ist Christoph Maria Herbst genau die richtige Besetzung für die Hörbuchfassung?

HR: Wir haben mit Christoph Maria Herbst und er hoffentlich auch mit uns die besten Erfahrungen gemacht. Inzwischen ist es ja kein Geheimnis mehr, dass Edgar und ich die Autoren sind, die sich hinter dem Pseudonym Moritz Matthies verbergen. Christoph Maria Herbst spricht also bereits seit fünf Jahren unsere Romane als Hörbücher ein.
ER: Darf ich ein Wort bemühen, das ich eigentlich total albern finde?
HR: Könnte man dich irgendwie davon abhalten?
ER: Kongenial.

Es wurden ja bereits Romane von Ihnen verfilmt. Die „Bullenbrüder“ sind die perfekte Vorlage für eine Krimi-Komödie. Ist da schon was in Planung?

ER: In Planung ist ja immer was.
HR: Wir sollten uns aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Mit den Erdmännchen-Krimis von Moritz Matthies ist seit Jahren alles Mögliche in Planung, aber gedreht ist noch nichts.
ER: Aber in Planung ist was.
HR: Hat er recht. Planen geht immer.

Gibt es Ideen für weitere Bullenbrüder-Krimis?

ER: Ja. Die gibt es in der Tat. Und das nicht zu knapp.
HR: Aber jetzt wollen wir erstmal schauen, ob die Beiden den aktuellen Fall meistern.
ER: Wobei ich da ganz zuversichtlich bin.
HR: Ja. Ich auch.

Rai & Rath

Hans Rath, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Er lebt als Drehbuchautor in Berlin. Zwei seiner Romane um den Mittvierziger Paul Schuberth wurden fürs Kino verfilmt. Edgar Rai, geboren…
Zur Biografie von Rai & Rath

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Hans Rath, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Er lebt als Drehbuchautor in Berlin. Zwei seiner Romane um den Mittvierziger Paul Schuberth wurden fürs Kino verfilmt. Edgar Rai, geboren…
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