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Kurt Dinans „Wir sind nicht zu fassen“ ist ein Streiche-Buch für Teenager
Der Traum vom Coolsein und vom ersten Kuss

BUCHSZENE-Faktor:

Romantik

Komik


Weisheit


Gänsehaut


Unterhaltung


16. Februar 2017 | Tim Pfanner | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten


Kurt Dinans Jugendbuch „Wir sind nicht zu fassen“ ist ein Streiche-Buch, das ziemlich genau die Erlebniswelt von Jugendlichen widerspiegelt. Es erzählt von dem 16-jährigen Max, der noch nie ein Mädchen geküsst hat, sich total uncool findet und eines Tages doch seine Chance bekommt: Indem er eine Einladung des legendären Chaos-Clubs akzeptiert. Dieser Geheimbund steht im Mittelpunkt von Kurt Dinans Abenteuerbuch. Er ist berühmt für seine verrückten Streiche, aber er bringt unsere Hauptperson auch in ziemlich große Schwierigkeiten.

„Ein Mädchen, das denkt, es wäre eine Strafe, wenn es sich auf deine Brust setzt, muss man einfach lieben.“

Unser Held heißt Max Cobb, ist sechzehn und geht auf die Asheville Highschool. Wie vermutlich neunzig Prozent seiner Altersgenossen wäre er gerne cooler als er ist. Das Gute: An seiner Schule gibt es eine Institution für Coolness: den Chaos-Club. Das Schlechte: In diesen geheimen Bund, dessen Mitglieder niemand kennt, reinzukommen, ist für einen wie Max praktisch unmöglich. Der Club heißt so, weil er für Turbulenzen sorgt, mit Streichen, von denen manche witzig und kreativ sind, manche eher nicht. Aber vielleicht ist dies auch nur die Sicht eines uncoolen Erwachsenen.

Der Verein hat zum Beispiel das Sprechzimmer eines Lehrers vom Boden bis zur Decke mit Wasserbomben gefüllt. Oder die Schulverwaltungs-Website gehackt und alle Besucher auf Bauernhof.Liebe.com umgeleitet. Oder den Schulausschuss, der ein doofes Verbot ausgesprochen hat, auf Anzeigetafeln eines wichtigen Sportereignisses mit Hitlerbärtchen abgebildet.

„‘Genial‘ ist das richtige Wort für den Chaos-Club.“

Diese coole Quatschmacher-Truppe scheint also unerreichbar zu sein für Max – ebenso wie die Nähe zu Mädchen. Umso mehr staunt er, als er eines Tages einen Brief des Clubs vorfindet, in dem er zu einem Treffen eingeladen wird. Weil wir hier nicht zu viel von der Geschichte ausplaudern wollen, sei nur dieses angedeutet: Zusammen mit ein paar anderen Girls und Jungs, die sich allesamt auch für uncool halten, tappt unser Held in eine Falle: Die Crew wird gelinkt. Aber dieses Erlebnis schweißt sie zusammen und sie beschließen, dem Chaos-Club Konkurrenz zu machen. Mit eigenen Streichen. Sie fordern ihn heraus. Das ist für die Crew hochspannend. Aber es sorgt natürlich auch dafür, dass sie sich Feinde an zwei Fronten schafft: die, denen die Streiche meist gelten – also die Lehrer, von denen der schlimmste der fiese Stranko ist. Und die echten Streiche-Macher. Kann das gut ausgehen?

„Ich hatte noch nie eine Freundin. Ich habe noch nie ein Mädchen geküsst. Ich hatte bis jetzt nicht mal eines zu Besuch.“

Die Stärke von Kurt Dinans Jugendbuch „Wir sind nicht zu fassen“ ist, dass es das Lebensgefühl Jugendlicher ziemlich zutreffend erfasst. Dies nicht nur durch die Gedanken der Teenie-Helden, die es schildert, sondern auch durch den Humor, mit dem er seine Geschichte erzählt. Mitunter zielen die Witze unter die Gürtellinie und wirken etwas prollig. Ein Beispieldialog:

„Wenn du nicht aufpasst, ist die Zeit vorbei.“
„Der letzte Schultag ist doch erst im Mai.“
„Der kommt schneller als erwartet.“
„Wie meine Eier. Leider.“

Aber genau solche Witze machen Jugendliche in diesem Alter nun mal. Und wie ist das nun mit den Mädels und dem Sex in diesem Abenteuerbuch? Formulieren wir es so: Unser Protagonist kommt dem weiblichen Geschlecht im Laufe der Story definitiv näher: „Ich rutsche so nah an sie heran, dass sie unsere Hüften berühren.“ Klar, dass das aufregend ist. Und dazu führt, dass Max nach und nach allerlei Erkenntnisse über die Frau und ihre Geheimnisse sammelt: „Ellie klimpert mit den Wimpern, wie das weibliche Geschlecht es nach Tausenden Jahren Evolution perfektioniert hat. Wie alle Männer bin ich hilflos.“

Was noch wichtig ist zu erwähnen: Das Cover mit der Kuh führt völlig in die Irre. Es ist zwar wunderschön, aber den Inhalt dieses Jugendbuchs spiegelt es in keiner Weise wider – auch wenn bei einem der Streiche in diesem Abenteuerbuch echte Kühe zum Einsatz kommen.

Kurt Dinan

Seit vielen Jahren unterrichtet Kurt Dinan Englisch an einer Higschool. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern, die er auch liebevoll „die Verbrechensserie“ nennt, in Cincinnati, Ohio. Das…
Zur Biografie von Kurt Dinan

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