Mein hellblauer Ballonseide-Trainingsanzug
Es ist ja so, dass die eigenen Kinder einen manchmal gut finden und oft eher nicht. Zweiteres geschieht dann, wenn Leonhard, Elsa und Isabella mich beim Sport sehen. Meine Kinder behaupten, ich sähe in meinem hellblauen Ballonseide-Trainingsanzug aus den 80er-Jahren – er wurde seinerzeit für unsere Tischtennis-Herrenmannschaft angeschafft – nicht gut aus. Womöglich haben sie Recht.
Ich vertrete jedoch die Auffassung, dass es beim Sport nicht darauf ankommt, wie man aussieht, sondern was man leistet. Gerne zitiere ich das geflügelte Wort „Auf den Inhalt kommt es an, nicht auf die Verpackung“. Hören sie das, verdrehen die Kinder derart die Augen, dass ich gesundheitliche Folgen für sie befürchte. Bin ich eigentlich der einzige, der findet, dass die meisten zeitgemäßen Sportkleider ihre Träger in peinliche Papageien verwandeln?
Eine neue Turnhose – meine Kinder schleppten mich ins Sportgeschäft
Dennoch habe ich mich kürzlich dazu breitschlagen lassen, in ein Sportgeschäft zu gehen und eine neue Turnhose samt Jacke zu erstehen sowie ein Paar Fußballschuhe. Ich trainiere sonntags eine gemischte Fußballmannschaft von Sieben- bis 15-Jährigen. Einmal wurden wir vom Trainer einer anderen Mannschaft beobachtet und der fragte meine Kinder nach dem Training, was das eigentlich für ein Vollpfosten sei, der sie trainiere. Dabei nahm er ausdrücklich Bezug auf meinen Bekleidungsstil. Mir war das eigentlich egal, aber ich spürte die Empörung der Kinder: Sie wollen erstens nicht von einem Vollpfosten trainiert werden, sondern von einem geilen Typen und zweitens wollen sie nicht, dass man ihren Vater als Vollpfosten bezeichnet.
Ich sehe in den meisten Trainingsanzügen wie eine Streichwurst aus
Ich nahm Leonhard, Elsa und Isabella mit in den Sportladen und zunächst war es schwierig, weil ich fand, dass ich in den meisten Trainingsanzügen wie ein Stück Streichwurst aussah. Aber dann entdeckten wir einen Trainingsanzug, mit dem sich leben lässt. Jedenfalls versicherten die Kinder mir, ich sähe darin aus wie ein richtiger Trainer. Der Kauf der Fußballschuhe war schwieriger. Denn es gibt fast nur noch diese neonfarbenen Plastikschuhe in rosa, grün oder gelb – mit Rennstreifen an den Seiten oder psychedelischer Musterung. Irgendwann fragte ich den Verkäufer geradeheraus, ob er denn nicht auch so einen richtigen Fußballschuh im Angebot hätte, so einen in schwarz mit weißen Streifen?
Nach dem Sandwich wird bald auch ein Recycling-Hof nach mir benannt
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