
© Alfredo Garcia Saz shutterstock-ID:1118147633
Ein junger Mann geht 1942 nach Berlin, um zu sehen, was dort geschieht
Das Buch über Stella Goldschlag beginnt mit der schlimmen Kindheitsgeschichte des fiktiven Friedrich, der sich als junger Mann 1942 entscheidet, eine Weltreise zu machen und diese in Berlin zu beginnen: Er möchte sich ein eigenes Bild machen von dem von den Nationalsozialisten geprägten Alltag in der deutschen Hauptstadt.Friedrich lernt die Jüdin Stella kennen und lieben
Schon gleich nach seiner Ankunft ist Friedrich erschüttert, denn der Antisemitismus ist in Berlin allgegenwärtig. Er lernt Kristin kennen (Ist die Schreibweise nicht sehr ungewöhnlich für die Zeit?), die sich später als Stella entpuppen wird, und Tristan, einen etwas undurchsichtigen, aber offensichtlich freundlichen, jungen Mann. Er feiert mit den beiden und verliebt sich heftig in Stella, die Jüdin ist. Als sie mal ein paar Tage nicht zu ihm kommt, kippt er in seinem Hotelzimmer heiße Schokolade ins Waschbecken.Stella wird von den Nazis verhaftet und misshandelt
Eines Tages geschieht ihre Verwandlung von Kristin zu Stella. Sie erscheint bei ihm, nach einer Festnahme durch die Nazis und offensichtlich von diesen misshandelt. Fortan fühlt sich Friedrich der Liebe zu dieser Frau vollkommen ausgeliefert. Während auf den Straßen Juden bei helllichtem Tag verschleppt werden, liegt Stella lesend und Sekt trinkend in seiner Hotelbadewanne. Friedrich erfährt, dass auch Stellas Eltern festgenommen wurden. Und so arbeitet er an einem Plan, sie freizubekommen. Als der Plan misslingt, fragt er sich seltsamerweise nicht, wie es Stella gelingen konnte, den Nazis wieder zu entkommen.Fiktion beißt sich mit realen Fakten – ein Schwachpunkt des Romans
Diese Naivität des fiktiven Charakters und die geradezu ekelerregende Dekadenz des Alltags der drei Freunde (man muss im Kopf haben, dass Stellas Eltern zeitgleich die Deportation droht) zählen zu den Schwachpunkten von Takis Würgers Geschichte. Die fiktive Darstellung der leichtlebigen Stella, die so gerne singen möchte, beißt sich zudem mit den kursiv zitierten, echten Verhandlungsprotokollen, die scheinbar zusammenhanglos jeweils monatlichen Zusammenfassungen über das Weltgeschehen vorangestellt werden.Krieg und Folter stehen in einer Reihe mit „White Christmas“
Stella
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