Falko Löffler im Interview über Thriller „Tiefe Saat“| BUCHSZENE

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Ein Attentat in Berlin und ein BKA-Mann, den Afghanistan einholt – Falko Löffler über „Tiefe Saat“

Titelbild Tiefe Saat Falko Löffler

Sutterstock © vchal Bild-ID: 486264403

27. Oktober 2017 | Interview: Bernhard Berkmann | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten


Was hat es mit dem Attentat von Berlin auf sich? Gibt es eine politische Verschwörung? Falko Löffler im Interview über seinen Thriller „Tiefe Saat“ und seinen Ermittler, BKA-Mann Peter Sander.


Herr Löffler, in Ihrem Thriller„Tiefe Saat“ muss ein BKA-Beamter ein Attentat in Berlin aufklären. Außerdem holen den BKA-Mann die mysteriösen Ereignisse ein, die er während eines Afghanistaneinsatzes erlebte. Er findet sich in einem Geflecht von Verschwörungen wieder, das sich bis auf die höchste politische Ebene erstreckt. Was war Ihr Ausgangspunkt für die Handlung?

Es kamen mehrere Elemente zusammen. Von meinem Verleger stammt die Idee, sich zu fragen, welche Folgen es haben könnte, wenn ein Attentat auf die Weihnachtsfeier des BKA verübt wird. Ich wollte mich gerne inhaltlich mit dem Afghanistan-Konflikt beschäftigen. Also habe ich nach Wegen gesucht, diese Themen zu verbinden, um eine möglichst spannende Geschichte zu erzählen, und das vor einem realistischen, zeitgenössischen Hintergrund.

Die Hauptfigur ist alles andere ein als ein typischer Polizeibeamter …

VerlosungPeter Sanders herausragendstes Merkmal ist, dass es sich bei ihm um eine introvertierte Person handelt. Sein liebster Platz ist sein Schreibtisch in der Zentrale von Treptow, aber natürlich bringt es sein Job mit sich, dass er viele Außeneinsätze hat. Zu Beginn der Geschichte ist er einer Terrorzelle auf der Spur, deren Existenz noch nicht einwandfrei bewiesen wurde, und er liefert sich eine Verfolgungsjagd mit einem Verdächtigen. Da ist Sander überhaupt nicht in seinem Element. Aber wenn er eine Sicherheitskonferenz planen kann, geht er darin auf. Also eine Person, die auf höchster politischer Ebene für einen reibungslosen Ablauf zuständig ist, aber eigentlich keine Lust hat, andere Leute rumzukommandieren – das fand ich reizvoll.

Wie intensiv haben Sie über den Afghanistan-Konflikt und andere Aspekte der Geschichte recherchiert?

Vermutlich mehr, als eigentlich nötig war. Zunächst habe ich aktuelle Sachbücher gelesen und ausführlich Quellen im Netz zu Rate gezogen. Aber es war auch einige Arbeit, mich mit Aufbau, Struktur und Themenfeldern des BKA zu befassen, mit dem ich bis dahin nicht sonderlich vertraut war. Den Schauplatz Berlin kenne ich von vielen Reisen inzwischen recht gut, aber auf Recherchen in Kabul habe ich verzichtet.

Wie lange haben Sie an Ihrem Thriller „Tiefe Saat“ gearbeitet?

Wegen anderer Projekte musste ich den Roman leider immer wieder auf die lange Bank schieben. Aber schon wegen des Rechercheaufwands ist es von meinen Romanen eindeutig derjenige, in dem die meiste Arbeit steckt. Hätte ich rund um die Uhr daran geschrieben, wäre ich wohl ein knappes Jahr damit beschäftigt gewesen, aber so hat sich die Arbeit über mehrere Jahre erstreckt, in denen ich immer wieder weitergeschrieben habe.

Mussten Sie in dieser Zeit viel umarbeiten?

Es war tatsächlich so, dass die fiktiven Ereignisse in Kabul nicht mehr zu den letzten Entwicklungen vor Ort gepasst haben. Daher habe ich diesen Teil in Form einer Rückblende geschrieben. Auf diese Weise konnte ich Peter Sander aber auch viel mehr Ballast und eine tiefere Beziehung zu den anderen Figuren mitgeben, die ihn schon bei diesen Ereignissen begleitet haben.

Sie schreiben nicht nur Thriller, sondern auch Fantasy und humoristische Texte. Ist Ihnen der Wechsel zum Thriller schwergefallen?

Vielleicht ist es strategisch ungünstig, als Autor eine Wundertüte zu sein und in immer neuen Genres zu arbeiten. Aber genau das reizt mich bei meiner Arbeit. Ich möchte mich weiterentwickeln und neue Dinge versuchen. Meine letzten Kurzgeschichten beispielsweise könnten auch kaum unterschiedlicher sein – einmal eine SF-Geschichte über den Erstkontakt mit einem intergalaktischen Imperium und dann eine surreale Westerngeschichte in der Tradition von Karl May.

Schreiben Sie nur eigene Romane?

Vollzeit-Autor und Freiberufler bin ich nun seit fast 15 Jahren, aber meine Schwerpunkte ändern sich oft. Die meisten Jahre habe ich an Storys und Texten zu Computerspielen gearbeitet. Auch derzeit wirke ich bei zwei Adventures an der Dramaturgie und den Dialogen mit. In den letzten Jahren hat es sich ergeben, dass ich Romane aus dem Englischen ins Deutsche übersetze. Vor einiger Zeit habe ich auch Drehbücher für eine Krimiserie geschrieben. Die Arbeit an eigenen Romanen ist allerdings das, was ich am liebsten mache.

Falko Löffler
Falko Löffler

Geboren 1974 im hessischen Lauterbach, studierte Falko Löffler deutsche und englische Literatur und Medienwissenschaft in Marburg.
Zur Biografie von Falko Löffler

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Falko Löffler
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Geboren 1974 im hessischen Lauterbach, studierte Falko Löffler deutsche und englische Literatur und Medienwissenschaft in Marburg.
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