Ein Page-Turner: Hinter der roten Tür – Thriller-Tipp | BUCHSZENE.DE

Die junge Fern hat Gedächtnislücken. Als sie in ihrer Heimat auf einen Vermisstenfall stößt, gerät sie in einen gefährlichen Strudel. Megan Collins‘ Thriller „Hinter der toten Tür“ ist düster und atmosphärisch.

Megan Collins‘ Thriller „Hinter der roten Tür“ ist ein Page-Turner

26. Februar 2021 | Stephanie Pointner

Titelbild Hinter der roten Tür

©Marko Subotin shutterstock-ID 1335644168

Megan Collins‘ Hauptfigur Fern Douglas hat eine Angststörung

Die junge Fern Douglas ist Sozialarbeiterin und lebt in einer gut funktionierenden Ehe, aber dennoch wird sie regelmäßig von schweren Ängsten und Sorgen heimgesucht, die sie in ihrer Lebensführung massiv einschränken. Trotz langjähriger Psychotherapie überrollen Fern regelmäßig negative Gedanken, Schreckensszenarien und Albträume. Zudem leidet sie an massiven Gedächtnislücken bezüglich ihrer Kindheit. Ferns Ehemann ist sich sicher, dass der Auslöser für diese psychischen Auffälligkeiten in Ferns Kindheit zu finden ist. Daher ist er alles andere als begeistert, als Fern beschließt in ihr Heimatdorf zu reisen um ihrem Vater bei einem Umzug zu helfen.

Ferns Beziehung zum Vater ist ambivalent

Fern und ihr Vater Ted haben eine zutiefst gestörte Beziehung zueinander. Während die junge Frau stets bemüht ist, die Liebe und Aufmerksamkeit ihres Erzeugers zu erhaschen, hat der Psychologe und Angstforscher ausschließlich seine Forschungsarbeiten im Sinn. Hierfür nutzt er, seit ihrer Kindheit, regelmäßig Fern als Forschungsobjekt und auch bei Ferns aktuellem Aufenthalt nutzt Ted jede sich bietenden Gelegenheit, um seine Angstforschungen voranzutreiben.

Immer wieder sucht eine vermisste Frau Fern in ihren Träumen heim

Bei ihrem Aufenthalt stößt Fern auf den Bericht über eine junge, vermisste Frau: Astrid wurde bereits als Jugendliche entführt, tagelang in einem Keller festgehalten und dann wieder freigelassen. Der Täter konnte nie gefunden werden, ebenso wenig das Mädchen, das gemeinsam mit Astrid festgehalten wurde. Da Fern in ihren Träumen von Astrid heimgesucht wird, wächst in ihr die Gewissheit, dass sie selbst das zweite, damals entführte Mädchen ist. Fortan setzt sie alles daran, sich an die Vergangenheit zu erinnern und Astrid aus den Händen des Entführers zu retten. Hierfür benötigt sie allerdings die Hilfe ihres Vaters.

„Hinter der roten Tür“ ist ein düsterer und atmosphärischer Thriller

Megan Collins‘ Thriller „Hinter der roten Tür“ spielt auf zwei Zeitebenen: Einerseits begleitet der Leser Fern bei der gegenwärtigen Suche nach Astrid und dem Wunsch sich an ihre Vergangenheit zu erinnern. Andererseits bekommen wir immer wieder Einblicke in Ferns traumatische Kindheit sowie Astrids erste Entführung. Durch diesen Kunstgriff hält Megan Collins die Spannung konstant hoch. Das Buch ist ein kurzweiliger Page-Turner. Seine Atmosphäre ist durchgehend düster und atmosphärisch. Hierbei jagen einem sowohl Astrids Erlebnisse während der ersten Entführung, als auch Teds grauenvolle Experimente an seinem eigenen Kind, den einen oder anderen Schauer über den Rücken. Leider sind die Auflösungen sowohl zu Astrids erster Entführung, als auch zum Vermisstenfall in der Gegenwart sehr vorhersehbar. Hier hätte ich mir mehr erwartet und auf eine überraschendere Auflösung gehofft. Nichts desto trotz hat mich „Hinter der roten Tür“ gut unterhalten und mir einige düstere Lesestunden beschert.

An einer Stelle geht leider viel erzählerisches Potential verloren

Anfangs empfand ich Fern als eine interessante und sympathische Hauptfigur mit viel Potenzial. Ihre Angstzustände, Gedankenspiralen und deren körperlichen Auswirkungen transportiert Megan Collins glaubhaft und nachvollziehbar. Nach und nach erfährt man mehr über Ferns traumatische Kindheit und die Vernachlässigungen durch ihre Eltern. Dies hat zur Folge, dass man Ferns Verhalten und Misstrauen gegenüber vielen Mitmenschen gut nachvollziehen kann. Allerdings macht die junge Frau im Laufe der Handlung keine nennenswerte Entwicklung durch, was ich persönlich etwas schade fand. Ferns Naivität und ihre Passivität bei der Suche nach Astrid sind im Laufe der Handlung immer schwerer auszuhalten und zum Teil sehr unglaubwürdig. Hier geht leider viel Potenzial verloren.


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