Der gelbe Elefant

ISBN 978-3-498-00350-0

208 Seiten

€ 22

eBook: € 17,99

Heinz Strunks Erzählungen in „Der gelbe Elefant“ verbleiben im Stadium der literarischen Skizze. Können wir ihre Lektüre dennoch empfehlen?

In „Der gelbe Elefant“ präsentiert sich Heinz Strunk nicht in bester literarischer Verfassung

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Heinz Strunks „Der gelbe Elefant“ ist eine Sammlung menschlicher Abgründe

Heinz Strunk wird in unserer Redaktion gefeiert. Ganz gleich, ob wir „Der goldene Handschuh“  oder „Ein Sommer in Niendorf“ rezensierten, dieser Schriftsteller überzeugte unser Team. Mit seinem Erzählungsband „Der gelbe Elefant“ sind wir nun nicht ganz so glücklich. Zwar wirft uns Heinz Strunk auch dieses Mal wieder mitten hinein in die Abgründe und Widrigkeiten des Lebens, aber irgendwie wirkt das alles nicht so recht durchdacht und ausgearbeitet.

Von manch einer Kurzgeschichte bleibt nicht einmal die Knoblauchfahne hängen

In „Kroketten (Croquettes)“ gehen wir mit Claudi und Andi, Melanie und Oliver in der Taverna Bacchus griechisch essen, aber am Ende bleibt von der Geschichte nicht einmal mehr Claudias Knoblauchfahne in der Erinnerung hängen. In „Vierschrötig“ begleiten wir den Bauer Karsten zum Weihnachtseinkauf in die Stadt, doch viel mehr, als dass er es nicht schön in der Stadt findet, erfahren wir nicht. Dabei gäbe es über einen Bauern in der Stadt nun wirklich allerlei Heinz-Strunk-Haftes zu erzählen.

Man fragt sich, ob man seine Zeit nicht sinnvoller verbringen könnte

In „Och nö“ fällt ein Kampfhund namens Tyson über den vierzehnjährigen Kevin her und verbeißt sich so in dessen Gesicht, dass der das Bewusstsein verliert. Sein Halter Rene zeigt sich völlig herzlos. Einziger Kommentar des Hundebesitzers: „Och nö.“ Klar ist das eine typische Heinz-Strunk-Situation, aber wenn man die Geschichte gelesen hat, fragt man sich, ob man seine Zeit nicht hätte sinnvoller verbringen können.

Die Anthologie „Der gelbe Elefant“ ist nicht sorgfältig ausgearbeitet

Auf schmerzliche Weise lustig ist immerhin die siebenzeilige Story „Strange Jump“, in der sich ein Selbstmörder beim Sprung vom Hochhaus die Nase zu hält. Und auch „DJ Bobo in Weiershausen“ ist eine zwar harmlose, aber insgesamt doch heitere literarische Miniatur. So gibt es durchaus etliche Momente der Freude in „Der gelbe Elefant“, aber es bleibt halt bei Momenten. Und am Ende fühlen wir uns mit dem Gefühl allein gelassen, dass hier ein Schriftsteller durchaus nachdenkenswerte Ideen aufs Papier geklatscht hat, aber nicht Willen und Zeit aufbringen wollte, das Ganze sorgfältig auszuarbeiten. Diese Sammlung Erzählungen können wir nicht einmal hartgesottenen Heinz-Strunk-Fans ans Herz legen. Sie ist schlicht noch nicht fertig.

ISBN 978-3-498-00350-0

208 Seiten

€ 22

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<a href="https://buchszene.de/redakteur/bernhard-berkmann/" target="_self">Bernhard Berkmann</a>

Bernhard Berkmann

Geboren 1982, studierte Bernhard Berkmann Kommunikationswissenschaften, Psychologie und Romanistik. Als Autor interessiert er sich vor allem für Kriminalromane und Wirtschaftsthemen. Bernhard Berkmann pendelt zwischen Berlin und dem schwedischen Båstad. In seiner Freizeit geht er gerne schwimmen.

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