Achim Zons: Beim Schrei des Falken. Buchtipp | BUCHSZENE

Wie ist der Journalist David in das Attentat auf einen syrischen Oppositionellen in Damaskus verwickelt? Achim Zons‘ „Beim Schrei des Falken“ ist ein packender Thriller über Rache, Verrat, Krieg und Liebe.

Achim Zons‘ „Beim Schrei des Falken“ ist ein intelligenter BND-Thriller mit Schauplätzen in Syrien, Hongkong und der Schweiz

8. November 2019 | Tim Pfanner

Titelbild Beim Schrei des Falken

© Tero Vesalainen shutterstock-ID: 1374972137

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In der Yogarolle des 14-Jährigen verbirgt sich ein Scharfschützengewehr

Oh, wie brillant kann dieser Achim Zons schreiben! Sein Thriller „Beim Schrei des Falken“ beginnt mit einer stillen, traurigen, herzzerreißenden Abschiedsszene: Der Journalist David Jakubowicz ist dabei, wie eine syrische Familie sich einem Flüchtlingsboot nähert, das sie übers Meer nach Zypern bringen soll. Doch der 14-jährige Sohn Can, der sich eben in seine erste Freundin verliebt hat, will nicht mit, er wehrt sich mit Händen und Füßen. Aber letztlich legt er sich doch den Rucksack mit der Yogarolle über die Schulter. Die Rolle, in der ein in Plastik eingeschweißtes Scharfschützengewehr, eine McMillan Tac-50, verborgen ist.

Tilda Hansson kümmert sich beim BND um Menschheitsverbrechen

Szenenwechsel. Tilda Hansson, die Chefin der Anti-Terror-Abteilung des Bundesnachrichtendienstes in Pullach, hat ihn endlich gefunden: den Journalisten David Jakubowicz, der schwer traumatisiert in einer Klinik in der Schweiz liegt. Tilda Hansson, die einem Referat der Bundesanwaltschaft zuarbeitet, das sich um die Aufklärung von Völkermorden und Menschheitsverbrechen kümmert, hofft, von ihm Details über einen Anschlag auf den Leibarzt von Baschar al-Assad zu erfahren.

Die Folterknechte und der Anführer der syrischen Opposition

Der Doktor des syrischen Diktators wurde in Damaskus erschossen. Er ist bereits das vierte Opfer aus dem engsten Zirkel der Macht in Syrien. Aber auch auf Ismail Dscherba, den wichtigsten Kopf der syrischen Opposition, wurde ein Attentat verübt. Und dann gibt es da noch die Folterknechte des syrischen Regimes: Assads Polizei verbindet ihren Opfern die Augen und nutzt falsche Namen. Alles geschieht ihm Geheimen – hinter hohen Mauern und verschlossenen Türen. Wie kommt Tilda Hansson darauf, der Journalist könnte ihr bei der Aufklärung der Vorfälle helfen?

Verfolgt BND-Agentin Tilda Hansson noch weitere, verborgene Ziele?

David Jakubowicz, Wohnort Hongkong, 48 Jahre alt, geschieden, eine Tochter, hat sich zweifellos in nächster Nähe der Anschläge auf dem Märtyrerplatz von Damaskus aufgehalten. Das streitet der Journalist auch gar nicht ab. Dennoch gibt er sich bedeckt, denn er weiß nicht, was der BND von ihm will. Geht es wirklich nur darum, syrische Oppositionelle in ihrem Freiheitskampf zu schützen – oder stehen noch weitere, nicht so ehrenwerte Ziele im Raum?

Der Tatort des nächsten Anschlags rückt David in kein gutes Licht

Achim Zons entspinnt ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Journalisten und der Agentin. Beides starke Charaktere, zeigen sie sich fasziniert voneinander. Doch dann geschieht etwas vollkommen Unerwartetes: Ein weiteres Attentat erschüttert die Welt. Es ist ein Anschlag in der Schweiz. Was weiß David Jakubowicz darüber? Ist er gar involviert? Und was ist dran an der Tatsache, dass sein Freund, der Militärfotograf mit Tarnnamen „Caesar“, scheinbar auch in die Ereignisse in Syrien verwickelt ist? Caesar selbst zu fragen ist nicht möglich. Noch nicht. Er ist untergetaucht.

→ Podcast „Blick in die Folterkeller von Assad“ von Tobias Gohlis in: Deutschlandfunk Kultur, 31. Juli 2019 [02:57min.]

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