Jenny Colgan: Wo das Glück zu Hause ist. Kritik | BUCHSZENE

Als die Bibliothekarin Nina arbeitslos wird, gründet sie eine fahrende Bücherei, fährt durch die schottischen Highlands und entdeckt die Liebe. Jenny Colgans „Wo das Glück zu Hause ist“ im Buchtipp.

Jenny Colgans „Wo das Glück zu Hause ist” feiert die Liebe zu Büchern

28. April 2020 | Frau Bluhm

Titelbild Wo das Glück zu Hause ist

©ZOLDATOFF shutterstock-ID 1230078391


Frau Bluhm liest„Wo das Glück zu Hause ist“: 4 von 5 Blu(h)men


Als Bibliothekarin Nina den Job verliert, fasst sie einen kühnen Entschluss

Eigentlich möchte Bibliothekarin Nina nur eines: Jeder und jedem das für sie oder ihn perfekte Buch zukommen lassen und selbst in ihrem kleinen WG-Zimmer zusammen mit ihren Büchern die grausame Welt außenvor lassen. Doch das ändert sich schlagartig, als die Bibliothek geschlossen wird und einem modernen Multi-Media-Center weichen muss. Die arbeitslose Endzwanzigerin, die noch nie Risiken in ihrem Leben eingegangen ist, steht vor einer ungewissen Zukunft, und tut das, was niemand je von ihr erwartet hätte: Für einen alten, klapprigen Bus verlässt sie Birmingham und startet in den schottischen Highlands eine neue Karriere als fahrende Buchhändlerin.

Ninas Mut wird mit einem Bücherbus und grünen Schafweiden belohnt

Mit ihrer fahrenden Buchhandlung „Happy Ever After“ erfüllt sich Nina einen Lebenstraum. Dafür geht sie hohe Risiken ein und stellt sich einem völlig ungeplanten und unvorhersehbaren Alltag. Ihr Mut wird mit dem Leben in einer wunderschönen Umgebung belohnt, die von Jenny Colgan so bildhaft dargestellt wird, dass man meint, selbst mit Nina im Bücherbus zu fahren und die grünen Schafweiden und die dicken Regenwolken betrachten zu können.

Jenny Colgan hat großes Gespür für umwerfende Nebenfiguren

Außerdem bekommt Nina tatkräftige Unterstützung durch manch illustre Nebenfigur. Die mir sympathischste ist dabei Ninas exaltierte Ex-Mitbewohnerin Surinder, die spontan ihren Jahresurlaub in Schottland verbringt, um den Aufbau des Geschäftes zu unterstützen. Der Überschuss an gutaussehenden schottischen Männern könnte dabei allerdings auch eine Rolle gespielt haben.

Und natürlich spielen plötzlich auch Männer eine Rolle in Ninas Leben

An männlicher Unterstützung mangelt es ebenfalls nicht. Sei es der Nachtzug-Führer Marek, der in heimlichen Kamikaze-Aktionen Ninas Bücher von Birmingham nach Schottland transportiert oder der mürrische Bauer Lennox, Ninas neuer Vermieter. Es ist schön, dabei zu sein, wenn die früher mausgraue Nina in der grünen schottischen Umgebung so langsam aufblüht, und sich für das (Liebes-)Leben öffnet.

„Wo das Glück zu Hause ist“ – eine Hommage an die Liebe zu Büchern

Am sympathischsten ist mir allerdings die spürbare Liebe zum geschriebenen Wort, mit der Jenny Colgan jede Handlung ihrer Protagonistin gestaltet, und jede Seite ihres Romans „Wo das Glück zu Hause ist“ füllt. Sowohl Nina, als auch die Autorin selbst lieben Bücher. Gute Bücher, schlechte Bücher, alte Bücher, Neuerscheinungen, Kinderbücher, Schmonzetten …  einfach alle. Ein Umstand, der uns drei Frauen vereint, und den Jenny Colgan auch schon in ihrer sehr witzigen und sympathischen Einführung zum Ausdruck bringt.

Einen winzig kleinen Kritikpunkt erlaube ich mir zu äußern

Man kann sich jetzt fragen, ob der Inhalt und die Handlungsentwicklung nicht etwas flach und vorhersehbar sind. Allerdings möchte man von diesem Buch doch eigentlich nur das, was man von jedem Frauenroman erwartet: Unterhaltung mit einem gehörigen Anteil Romantik. Beides sind Aspekte, die „Wo das Glück zu Hause ist“ eindeutig erfüllt. Allerdings hätte ich mir ein wenig mehr Zeit am Ende gewünscht. Mir kam es fast so vor, als hätte die Autorin, die ihre Erzählung im Laufe der Geschichte mit viel Liebe zum Detail und Humor aufgebaut hat, die letzten Kapitel einfach zum Abschluss bringen wollen.

Colgans Roman ist super für alle Frauen, die von Veränderung träumen

Dennoch ist Jenny Colgans „Wo das Glück zu Hause ist“ (Piper Verlag) ein wunderschönes Buch für jeden, der Bücher genauso sehr liebt, wie die Hautprotagonistin und ihre Schöpferin. Sehr zum Empfehlen für alle starken Frauen, die schon oft davon träumten ihr Leben zu verändern. Ganz besonders im Frühling. Falls eine von euch durch Ninas Beispiel dazu inspiriert wird, selbst einen Bücherbus zu betreiben: Schreibt mir, wo ihr unterwegs seid! Ich werde eure erste Stammkundin sein.  

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Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf Lovelybooks.


Zur Biografie von Frau Bluhm



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