
„Isst Du Kuchen?“
„Diebstahl auf Friedhöfen – Tatverdächtiger ermittelt“
„Zeig ich Dir, die Hausboote“
„10.09. Treffen Kapitän klappt“
„So mook wie dat“
„Ich lese gerade deinen Text und recherchiere“
„Guck mal ins Manuskript, die kleine Schwester von Victor habe ich Ana genannt“
„Wollen wir Bente vorschlagen?“
„Bin gerade in Cuxhaven, im Restaurant, das Victors Eltern gehören könnte“
Ein kleiner Ausschnitt aus dem wohl längsten WhatsApp-Chat auf unseren Handys. Seit wir uns kennen, tauschen wir uns über diesen Kanal aus. Ideen für Geschichten werden genauso hin- und hergeschickt, wie die Einfälle zu Figuren oder Spielorten. Auch das neue Pseudonym für die Krimireihe, die bei der Wasserschutzpolizei Cuxhaven spielt, ist so entstanden. Unter Bente Storm veröffentlichen wir ab März 2023 unsere Krimis mit Agatha und Victor, einer Wasserschutzpolizistin und einem Kriminalbeamten. In „Windstärke Tod“ bekommen die beiden es nicht nur mit mehreren Leichen, sondern auch mit Verwicklungen in der Kommunalpolitik zu tun.
Wir wollten etwas völlig Neues erfinden
Nach vier gemeinsamen Krimis an unterschiedlichen Orten, wollten wir etwas ganz Neues erfinden. Dazu haben wir einen Ort gesucht, an dem sich die Ermitter*innen eigentlich schon auf die Füße treten müssten, wenn man die Dichte der Geschichten betrachtet. Der Zufall wollte es, dass Eric in Cuxhaven Familie hat und sich sehr gut auskennt. Nach einem gemeinsamen Wochenende mit Matjesbrötchen und Grimmershörnbucht war klar, dass Agatha und Victor ein Zuhause gefunden haben. Nicht nur wegen der besonders schönen Landschaft, sondern auch wegen der Mentalität der Menschen hier; und auch die Geschichte der zahlreichen Portugiesen in der Stadt hat uns interessiert.
„Was macht Victor, während Agatha auf dem Boot ist?“
„Konsolenboot mit Schlupfkabine, guck mal so ein Ding fährt Agatha“
„Von Eitzen ist ein echtes Arschloch“
„Brathering 8,90 Euro, fast alle portugiesischen Gerichte nur auf Vorbestellung“
„Der fliegende Holländer überzeugt mich noch nicht so ganz“
Wie schreibt man zu zweit einen Kriminalroman?
Zusammen schreiben, wie geht denn das? Wohl eine der häufigsten Fragen an uns. Wir schreiben einfach. Aber mit System: Erst die Sammlung von Ideen, dann einen Plot in Stichworten. Es folgt ein umfangreiches Exposé, aus dem Kapitel abgeleitet werden, und schließlich wird das Geschehen in den Kapiteln ausformuliert. Immer wer gerade Zeit hat, schreibt. Der andere übernimmt und liest vorher das Geschriebene gegen. Ganz am Ende geht der gesamte Stoff noch mehrfach hin und her. Zu Testlesenden und nochmal hin und her. An den Verlag und … Ihr wisst schon.
„Hab den Einstieg nochmal umgeschrieben“
„Ich war einkaufen, hast Du versucht anzurufen?“
„Das Kapitel mit Hans passt besser vor die Geschichte mit der Kneipe“
„So, letzter Durchgang fertig“
„Habs jetzt an den Verlag geschickt“
„Cover sieht super aus, hast Du gesehen?“
„Vö am 30 März“
Wie nur finde ich eine/n Schreibparter*in? Passt das zu mir?
Okay, so läuft es ab, das gemeinsame Schreiben. Und nun könntet ihr euch fragen: Wie finde ich so eine/n Schreibpartner*in? Oder zunächst: Passt das überhaupt zu mir – mit jemandem zusammen zu schreiben? Welche Voraussetzungen müssen da gegeben sein?
Eine wichtige Voraussetzung fürs Schreiben zu zweit
Da gibt es vermutlich ganz unterschiedliche Auffassungen, wie so etwas gelingen kann. Wir können da nur von uns sprechen. Eine wichtige Voraussetzung ist für uns die Kompromissbereitschaft. Da verhält es sich in etwa so wie in einer Beziehung. Sie besteht aus miteinander reden, sich verständlich machen und Kompromisse schließen. Wenn der/die Schreibkolleg*in so gar nicht überzeugt ist von einer Figur, einer Wendung, einem Cliffhanger oder einem Plotelement, dann werden die Pros und Cons auf den Tisch gepackt – und darüber diskutiert. Und hier folgt die zweite Voraussetzung: der Diskurs.

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