Kinder prüfen kritisch Gregs Tagebuch 10: So ein Mist | BUCHSZENE

Muss man den 10. Band von „Gregs Tagebuch – So ein Mist!“ lesen? Für den Besteller-Check hat Jörg Steinleitner seine Kinder als Experten hinzugezogen. Gemeinsam sind sie spannenden Fragen nachgegangen wie: Ist das Buch etwas für Mädchen? Für Jungs? Ist es lustig? Muss es mit in den Urlaub?

Wenn die Badehose rutscht – Kinder checken Gregs Tagebuch 10

12. Juli 2016 | Jörg Steinleitner

Jeff Kinney

Gregs Tagebuch 10 So ein Mist!

ISBN 978-3-833-936-517

224 Seiten | € 14,99

Baumhaus Medien

Altersempfehlung: Ab 8 Jahren

Romantik (1/5)

Komik (5/5)

Weisheit (3/5)

Gänsehaut (1/5)

Unterhaltung (4/5)

© Baumhaus Medien

„Greg ist gut, weil er lauter witzige Sachen macht“, findet mein Sohn Leonhard

Mein Sohn Leonhard ist sieben und fängt von sich aus eigentlich nie damit an, ein Buch zu lesen. Sondern immer muss ich ihm die ersten Seiten vorlesen; und wenn es ihm gefällt, dann liest er selbständig weiter. Das funktioniert nur bei jedem dritten Buch. Bei „Gregs Tagebuch 10 – So ein Mist!“ hat es aber funktioniert. Leonhard findet Greg richtig gut, weil er, so drückt es Leonhard aus, „lauter witzige Sachen macht“.

Mit der Taucherbrille Zitronen schneiden – typischer Greg-Quatsch

Sehr lachen musste Leonhard zum Beispiel, als er die Szene las, in der Greg von seinem Schwimmbadbesuch erzählt: „Als ich aus dem Becken stieg, rutschte meine Badehose ein Stück runter, und jeder konnte es sehen. Und ehe ich mich getrocknet hatte, waren die Bilder schon überall im Netz.“

Auch darüber, wie Greg versucht, Limonade selbst zu machen, kann sich mein Sohn sehr amüsieren: Weil Gregs Mutter das Stromkabel für den Computer versteckt hat und es Greg und seinem Freund Rupert zu peinlich ist, den Vater zu fragen, wie man Limonade macht, kippen die beiden Jungs einfach einen Haufen ganzer Zitronen und eine Riesenladung Zucker in einen Topf. Als Gregs Vater hinzukommt, erfahren Greg und Rupert, dass es sich bei den von ihnen gekauften Früchten nicht um Zitronen, sondern um Limetten handelt. Und dass man mit denen keine Limonade machen kann. Wie doof ist das denn! Außerdem, erklärt der Vater, müssten die Zitronen vorher auseinandergeschnitten und ausgepresst werden, damit Limo daraus wird. Weil aber Rupert Angst hat, die Spritzer des sauren Zitronensafts könnten ihm in den Augen brennen, schneidet er sie mit einer Taucherbrille.

Gregs neueste geniale Idee: „Fitness-Wasser“ verkaufen

Jetzt endlich könnte es losgehen mit dem Limo-Verkauf. Doch ehe sich Greg versieht, baut sein Nachbar Cedric einen Konkurrenz-Verkaufsstand für Limonade auf. Was tun? Greg hat eine Idee: „Es würde uns eine Menge Arbeit ersparen, wenn wir einfach WASSER statt Limonade verkauften.“ Also füllen die beiden liebenswerten Quatschköpfe ein Planschbecken mit Wasser und nennen es „Fitness-Wasser“. Um die Fitness-Wirkung zu unterstreichen, fordert Greg Rupert auf, Hampelmänner und Liegestützen zu machen. Das Problem: „Rupert ist nicht besonders gut in Form. Deshalb ist er nicht gerade die beste Werbung.“ Ob Greg und Rupert dieses Problem lösen können? Wird sie der Limo-Stand noch reich machen? Wir verraten es nicht.

Gregs Selbstironie verstehen auch schon die kleinen Jungs

Schön an Greg ist die Selbstironie, mit der er die kleinen und großen Abenteuer seines Lebens erzählt. Die Zeichnungen sind schwarz-weiß und schlicht gehalten. Für einen Jungen zwischen sieben und zehn Jahren, der nicht so gerne liest, ist Greg ein tolles Geschenk. Meine Tochter Elsa ist zehn und findet Greg eher so na ja, weil es ein Comic-Roman ist und kein richtiger. Elsa mag gerne richtig dicke Bücher. Außerdem könnte es auch sein, dass Greg eher Jungs anspricht. Ich selbst finde, dass bei Greg der Witz manchmal ein bisschen schwach auf der Brust ist. Aber ich bin ja auch schon 45 Jahre alt und gehöre damit definitiv nicht zur Greg-Zielgruppe. Der Verlag empfiehlt Gregs Tagebuch ab einem Alter von 8 Jahren. Ich finde, Greg kann auch gut von 7-Jährigen gelesen werden. Das Entscheidende für mich aber ist: Greg bringt meinen siebenjährigen Sohn Leonhard dazu, selbst zu lesen. Und das finde ich großartig.

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Jeff Kinney

Geboren 1971, wuchs der Onlinespieleentwickler, Autor und Illustrator Jeff Kinney in Washington auf. 1995 zog er dann nach Neuengland. Bereits als College-Student veröffentlichte er seine ersten Comics. Gregs Tagebücher, von denen nun der zehnte Band vorliegt, machten ihn weltberühmt. Kinney lebt mit seiner Frau Julie und seinen beiden Söhnen Will und Grant im Süden von… Weiterlesen »


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