Klüpfel & Kobr: Funkenmord. 11. Fall – Buchtipp | BUCHSZENE.DE

Wie um Himmels Willen funktioniert eine Waschmaschine? Da seine Frau Erika außer Gefecht ist, muss Klufti Hausmann spielen. Und dann ploppt in Klüpfel & Kobrs „Funkenmord“ dieser alte Mordfall auf!

„Funkenmord“, Kluftingers elfter Fall, stürzt den Kommissar auch privat in Turbulenzen

1. Dezember 2021 | Stephanie Pointner

Titelbild Funkenmord

Moderne Zeiten – Kluftis Enkel soll von einem Inder getauft werden

Kommissar Kluftingers Ehefrau Erika leidet noch stark unter den Ereignissen des letzten Falls, sie ist nicht in der Lage sich selbstständig um den Haushalt zu kümmern. Deshalb muss Kluftinger in Küche und Co. einspringen und seiner Frau helfend unter die Arme greifen. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, soll auch noch sein Enkel von einem Inder getauft werden. Aber auch beruflich läuft es nicht rund: Wie es scheint, hat Kluftinger vor 35 Jahren vermutlich einen Unschuldigen inhaftiert – der Cold Case Fall wird neu aufgerollt.

Wer hat die junge Lehrerin an ein Kreuz gefesselt und angezündet?

Damals wurde die junge Lehrerin Karin Kruse am Funkensonntag an ein Kreuz gebunden und verbrannt. Kluftinger, der damals schon ermittelte, konnte den Täter schnell fassen und festnehmen. Mittlerweile ist allerdings ein Brief des Opfers aufgetaucht, der beweist, dass damals der Falsche verhaftet wurde und der wahre Täter noch auf freiem Fuß ist. Daher begeben sich der Allgäuer Kommissar und sein Team auf die Suche nach den wahren Hintergründen. Doch die Ermittlungen gestalten sich aufgrund der langen Zeitspanne seit dem Mord als äußerst mühsam. Zudem ist der Täter bestrebt seine Identität zu schützen und schreckt auch vor neuen Verbrechen nicht zurück.

„Funkenmord“ ist Kluftingers elfter Fall und dabei ziemlich überraschend

Mit „Funkenmord“ schickt das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr seinen äußerst sympathischen Kultermittler Kluftinger in den mittlerweile elften Fall. Während meiner Meinung nach die letzten drei Bände etwas geschwächelt haben, finden die Autoren im vorliegenden Band zu alter Stärke zurück und kreieren die perfekte Balance zwischen Humor und Spannung. Die Ermittlungen rund um den Cold Case Fall sind aufgrund vieler neuer Fährten durchgehend fesselnd, wenn auch nie nervenzerreißend spannend. Durch zahlreiche unerwartete Entwicklungen und unvorhersehbare Wendungen irrt der Leser bezüglich der Auflösung lange auf dem Holzweg herum und wird von dem unvermuteten Mörder und dessen Motiv gänzlich überrascht.

Klüpfel und Kobr gelingen dieses Mal sowohl Spannung, als auch Humor

Die Ermittlungen wechseln sich mit vielen längeren Passagen ab, die sich oftmals um Kluftingers Privatleben drehen. Diese Textabschnitte strotzen nur so vor Humor und bringen einen immer wieder zum Lachen, ermöglichen sie doch Einblicke in Kluftingers chaotisches Leben. Hier haben die Autoren die perfekte Balance gefunden, da weder die Spannung noch der Humor zu kurz kommen und beides sehr ausgewogen ist.

Die junge Kollegin Lucy bringt frischen Wind ins Ermittlerteam

Besonders gelungen finde ich, wie neue Figuren in die Handlung integriert werden. So gibt es neuerdings im Team die junge Kollegin Lucy, die frischen Wind in die Ermittlungen bringt. Gerade mit Lucy gibt es einige lustige und kurzweilige Szenen, die Kluftingers Ermittlungsansätze in ganz andere Richtungen lenken. Aber nicht nur die neue Polizistin ist eine liebenswürdige, wenn auch ganz eigene Persönlichkeit. Auch die liebgewonnenen Figuren aus den Vorgängerbänden bekommen wieder ausreichend Platz und ermöglichen lustige Szenen und gutes Kopfkino. Zudem überzeugen die Rückblicke in die 80er Jahre, die den Cold Case Fall lebendiger und greifbarer erscheinen lassen. Man taucht in die damalige Zeit und Geschehnisse ein – das macht die Jagd nach dem Mörder noch mitreißender.

 

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