
Eine blinde Hauptfigur, deren ganze Familie ausgelöscht wurde
Nathaniel ist seit seiner frühen Kindheit blind und er kann sich an die damalige Zeit nicht mehr erinnern. Die Polizei hat ihm erzählt, dass sein Vater die gesamte Familie und sich selbst getötet und einzig Nathaniel schwer verletzt überlebt habe. Egal, wie sehr er sich zu erinnern versucht, die traumatischen Erlebnisse sind für Nathaniel nicht greifbar. Eines Tages wird er getriggert und beschließt daher herauszufinden, was an jenem verhängnisvollen Tag tatsächlich geschehen ist. Dies gestaltet sich aufgrund seiner Beeinträchtigung allerdings sehr schwierig und daher ist er auf die Hilfe seines Umfelds angewiesen. Die Spuren führen zu einem weitreichenden Verbrechen und einer Terrorzelle, was Nathaniel noch mehr an der offiziellen Version der Geschehnisse zweifeln lässt. Doch die Recherchen, die er auf eigene Faust unternimmt, bringen Nathaniel in Lebensgefahr.
Eine Journalistin, die eine Affäre mit einem Politiker hat und kriminell wird
Die Journalistin Milla kämpft gerade um das Leben ihres ungeborenen Kindes, als ihre Mutter sie verzweifelt um Hilfe bittet. Millas Mutter hatte eine Affäre mit einem ranghohen Politiker und dieser ist in ihrer Wohnung an einem Herzinfarkt verstorben. Um die Mutter zu schützen, hilft ihr Milla beim Entsorgen der Leiche. Doch schnell stellt die Polizei fest, dass der vermeintliche Herzinfarkt eine Vergiftung war und der Ablegeort der Leiche nicht jener Platz ist, wo der Mann verstorben ist. Daher landet der Fall bei dem zuständigen Team rund um Kommissar Sandro, welcher ausgerechnet Millas Partner ist. Das Team beginnt zu ermitteln und stößt dabei auf geheime Unterlagen, die die Ermittlungen in völlig neue Richtungen lenken.
Christine Brand verknüpft die Handlungsstränge geschickt miteinander
Der Unbekannte
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Auch wenn es sich bei „Der Unbekannte“ bereits um den vierten Fall für die Journalistin Milla und den Kommissar Sandro handelt, kann man ohne Vorkenntnisse problemlos in die Handlung einsteigen. Alles erforderliche Wissen, zum Beispiel über die Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander, flechtet Christine Brand geschickt in die Handlung ein, so dass Neueinsteiger dem Fall von Anfang an folgen können. Anfangs bedarf dies zwar einer einigermaßen konzentrierten Lektüre, da es relativ viele Protagonist*innen und Beziehungen gibt, aber mit zunehmender Seitenzahl findet man hier immer besser hinein. Die Handlungsstränge rund um die polizeilichen Ermittlungen von Sandro, Millas journalistischen Recherchen und Nathaniels Suche nach seiner Vergangenheit, werden geschickt miteinander verbunden und ergeben ganz am Ende ein rundes Ganzes. Über weite Strecken des Romans waren für mich keine Zusammenhänge zwischen den Handlungssträngen ersichtlich, aber die Zusammenführung gelingt am Ende – und sie ist obendrein fesselnd.
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