Eine Frau wurde aus der amischen Gemeinde exkommuniziert, nun ist sie tot. Frau Bluhm ist begeistert von Linda Castillos Amischen-Krimi „Blinde Furcht“.

Linda Castillo legt mit „Blinde Furcht“ Kate Burkholders 13. Fall vor

28. Juli 2022 | Frau Bluhm

Titelbild Blinde Furcht


Frau Bluhm liest „Blinde Furcht“ : 5 von 5 Blu(h)men

5 Blumen Frau Bluhm liest


Polizeichefin Kate Burkholder ermittelt in einem brutalen Mordfall

Ihr dreizehnter Fall „Blinde Furcht“ führt die sympathische Polizeichefin Kate Burkholder wieder tief in die Gebräuche und Gepflogenheiten der Amischen. Selbst aus einer amischen Familie stammend, verspürt Kate großes Mitgefühl beim Anblick der toten Rachael Schwartz, die vor zwölf Jahren aus der amischen Gemeinde exkommuniziert wurde. Der besonders brutale Mord schockiert ganz Painters Mill und zerrt Geheimnisse ans Licht, die vielleicht besser verborgen geblieben wären.

Das Opfer, die Amische Rachael Schwartz, war kein Unschuldslamm

Eigentlich wollte die Mittzwanzigerin Rachael nie mehr nach Painters Mill zurückkehren, doch aus irgendeinem Grunde hat sie es doch getan, und lief ihrem brutalen Mörder dabei direkt in die Arme. Kate Burkholder nutzt ihre Kontakte zur amischen Gemeinde, um ein Motiv für die Tat zu ermitteln und findet sehr schnell heraus, dass Rachael Schwartz kein unbeschriebenes Blatt war. Unter Amischen und Englischen gleichermaßen als aufmüpfig bekannt, ist die Liste an Feinden, die die junge Frau hatte, nicht gerade kurz. Genau das ist aber der Punkt: Könnte eine amische Person, die rein vom Glaubensbild her dem Pazifismus verschrieben ist, wirklich so eine brutale Tat begehen?

Parallelen zwischen Mordopfer und Ermittlerin machen es persönlich

Zwischen dem Mordopfer und Kate Burkholder bestehen viele Parallelen in der Vita, was zwangsläufig dazu führt, dass „Blinde Furcht“ einer der persönlichsten Fälle der Polizeichefin ist. Dreizehn Mal schickte Linda Castillo die sympathische Kate bereits ins Rennen und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass auch dieser Roman wieder genauso gut ist, wie alle seine Vorgänger.

Linda Castillos „Blinde Furcht“ – das Lektüre-Highlight des Sommers

Kate scheint ihre innere Mitte gefunden zu haben. Es geht ihr gut und sie hat sich in ihrem Leben mit Tomasetti eingerichtet. Obwohl in den früheren Bänden gerade diese innere Zerrissenheit und der Anteil an Persönlichem ein großes Plus waren, ist „Blinde Furcht“ gerade deswegen so gut, weil es eine schöne Abwechslung ist. Auf 352 gut geschriebenen und spannenden Seiten ist reine polizeiliche Ermittlungsarbeit zu sehen. Gespickt mit ein oder zwei aufregenden Twists in der Handlung, wird „Blinde Furcht“ für mich zum Lektüre-Highlight des Sommers.

 

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Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf Lovelybooks.


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