Sie weiß nicht, wer ihre Mutter ist. So begibt sich Marie, die im Polen der 40er Jahre lebt, auf die Suche. Rachel Givneys „Das verschlossene Zimmer“ im Buchtipp.

Rachel Givneys „Das verschlossene Zimmer“ spielt im Polen der 40er Jahre

7. April 2022 | Stephanie Pointner

Titelbild Das verschlossene Zimmer

Eine junge Frau sucht im Polen der 40er Jahre ihre Wurzeln

Polen in den 40er Jahren: Marie, die bei ihrem Vater Dominik – einem namhaften Arzt – aufwächst, quält schon seit Jahren die Ungewissheit, wer ihre Mutter ist. Dominik reagiert seit jeher auf Maries Fragen abweisend und ausweichend. Marie weiß nur, dass sie von ihrer Mutter in früher Kindheit verlassen wurde, mehr aber nicht. Marie wächst heran und wird selbst zu einer jungen Frau. Sie sucht ihre Wurzeln und setzt alles daran, mehr über ihre Abstammung herauszufinden. Entgegen dem Wunsch ihres Vaters beginnt sie auf eigene Faust zu recherchieren.

Welches Geheimnis verbirgt Maries Vater Dominik?

Erstaunlich schnell liefert Maries Suche erste Hinweise auf die verschollene Mutter. Doch je tiefer die junge Frau gräbt, umso erschreckender werden Maries Erkenntnisse über das Leben ihrer Eltern, denn ihr Vater Dominik scheint nicht der zu sein, der er vorgibt: Welches weitreichende Familiengeheimnis verbirgt Dominik? Eines Tages beschließt Marie, ihren Vater mit den neuen Erkenntnissen und Fragen zu konfrontieren, doch dazu soll es nicht mehr kommen.

Im Deutschen Reich stehen nun alle Zeichen auf Krieg

Das Deutsche Reich treibt seine Angriffspläne gegen Deutschland rücksichtslos voran. Dominik wird als Soldat eingezogen. Bevor er sich zu seinem Bataillon begibt, versucht er alles, um Maries Flucht aus Polen zu ermöglichen, denn die junge Frau ist der Liebe wegen zum Judentum konvertiert. Marie und ihr Ehemann Ben müssen Polen möglichst schnell hinter verlassen um ihr Leben zu retten, auch wenn das bedeutet, dass sie ihre Familien nie wieder sehen werden.

Der Klappentext formuliert nur einen Ausschnitt der Handlung

Obwohl der Klappentext vorrangig eine Suche nach der Mutter und den eigenen familiären Wurzeln verspricht, rücken regelmäßig die politische Lage, Maries Identitätsfindung und ihre Liebe zu Ben sowie die aussichtslose Situation der Juden im Dritten Reich in den Vordergrund. Dass die Handlung sich etwas anders entwickelt, als erwartet, überrascht im Großen und Ganzen positiv, da dadurch einige brisante Themen geschickt in die Handlung eingeflochten werden.

Wie spannend ist Rachel Givneys „Das verschlossene Zimmer“?

Leider hält Rachel Givney die Spannung aber nicht konstant hoch, sie öffnet zu viele unterschiedliche Themenfelder, wodurch einige Längen entstehen. Faszinierend und erschreckend zugleich, schildert sie jedoch die angespannte politische Situation und den Umgang mit der jüdischen Bevölkerung sowie mit alleinstehenden Frauen mit Kind. Diese Beschreibungen schenken uns einen glaubwürdigen und atmosphärischen Einblick in diese harte und von Entbehrungen geprägte Zeit.

Das Ende ist unglaubwürdig und allzu vorhersehbar

Das Ende, insbesondere das Lüften des Geheimnisses der Mutter, ist leider vorhersehbar. Von jenem Moment an, in dem ich die Auflösung ahnte, hoffte ich, mich zu irren, weil mir diese Variante unglaubwürdig und konstruiert vorkam. Leider wurden meine Vermutungen dann bestätigt. Die ansonsten recht gelungene und lesenswerte Handlung verliert durch diese unbefriedigende Auflösung an Glaubwürdigkeit und Authentizität.


 

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