In „Eine Frage der Chemie“ erzählt Bonnie Garmus die Geschichte der Chemikerin Elizabeth Zott, die sich von der Männerwelt der 60er-Jahre nicht unterkriegen ließ.

Bonnie Garmus‘ Roman „Eine Frage der Chemie“ ist eine Lektüre, die fröhlich macht

7. April 2022 | Simone Lilienthal

Titelbild Eine Frage der Chemie

Eine unkonventionelle Frau, eine mitreißende Lebensgeschichte

Dieser Roman über eine außergewöhnliche Frau kommt genau zur richtigen Zeit! Denn die Forschungschemikerin Elizabeth Zott kämpfte in den 1960er-Jahren mit ähnlichen Widerständen, die gerade erfolgreiche Frauen auch heute noch aus dem Weg räumen müssen, um ihre Ziele zu erreichen. Bonnie Garmus hat aus der Lebensgeschichte der beeindruckenden Chemikerin einen Roman gemacht, der sich mitreißend liest.

Männer sehen sie als Sexobjekt, dabei ist sie eine Top-Wissenschaftlerin

Elizabeth Zott ist keine durchschnittliche Frau. Genau genommen würde sie wahrscheinlich sogar behaupten, dass es so etwas wie durchschnittliche Frauen gar nicht gibt. Sie arbeitet als Forschungschemikerin im Hastings Institut in Südkalifornien, wo sie auch promovieren will. Aber es sind die frühen 1960er Jahre und sämtliche ihrer Kollegen sind männlich, ausgenommen die Sekretärin. Alle wissen, dass Elizabeth keine Karriere vor sich hat – für die Frauen ist klar, dass nur die Heirat Zukunftsperspektiven bietet. Für die Männer ist Elizabeth ein Sexobjekt.

Der Nobelpreiskandidat erkennt Elizabeths Außergewöhnlichkeit

Doch es gibt einen Mann, der Elizabeth Zotts außergewöhnliches Talent erkennt: Es ist der einsame Chemiker und Nobelpreiskandidat Calvin Evans. Er verliebt sich in sie und hält immer wieder um ihre Hand an, zuallererst in der Kantine des Instituts, wo sie höflich ablehnt. Er schätzt sie für ihren Verstand und ihre Umsicht, sie liebt ihn dafür, dass er sie akzeptiert. Obendrein verbindet beide eine komplizierte Familiengeschichte.

 


Im Interview über ihren Bestseller „Eine Frage der Chemie“ spricht Bonnie Garmus über Chemie, das Kochen, starke Frauen, ihren Hund 99 und die 1950er Jahre.


 

Sie verlieben sich ineinander und machen etwas Anrüchiges

Calvin Evans macht Elizabeth den Hof. Aber sie will nicht heiraten. Unter anderem auch, weil sie ihren Namen nicht verlieren möchte, denn das empfände sie als Identitätsverlust. Dennoch machen die beiden etwas, das zu jener Zeit mehr als anrüchig ist: Sie ziehen in eine gemeinsame Wohnung. Es dauert nicht lange und die Gerüchteküche am Institut brodelt. Und es geschehen schreckliche, gewalttätige Dinge, die Elizabeth großes Durchhaltevermögen – heute würde man es Resilienz nennen – abverlangen.

Unglaublich, was Elizabeth aus ihrer Situation macht

Einige Jahre später findet sich Elizabeth als alleinerziehende Mutter wieder und – absurderweise – als Star von Amerikas beliebtester Kochsendung „Essen um sechs“. Wenn sie schon nicht die männlich dominierte Chemieforschung verändern kann, so revolutioniert sie eben die Küche: „Kombinieren Sie einen Esslöffel Essigsäure mit einer Prise Natriumchlorid.“ Kochen ist eben auch Chemie. Und Elizabeth ist eine außerordentlich smarte Frau, die die gesellschaftlichen Mechanismen durchschaut.

Die Lektüre von „Eine Frage der Chemie“ lässt einen glücklich zurück

So tritt Elizabeth ihren Siegeszug an. Sie wird zur Prominenten und zum Vorbild für viele andere Frauen: „Nehmt euer Leben selbst in die Hände!“ ist Elizabeths Motto. Doch es läuft nicht alles wie erwartet: Zwar feiert die Kochshow Erfolge, aber die Sponsoren springen ab. Elizabeth ist ihnen zu selbstbewusst und emanzipiert. Wird Elizabeth trotzdem ihr Glück finden? Und wenn ja: wie? Wir wollen es nicht verraten, denn dieses Buch muss man gelesen haben. Es ist eine Lektüre, die Leserin und Leser glücklich zurücklässt. Und wenn man dem kongenial von Luise Helm interpretierten Hörbuch lauscht, muss man immer wieder lächeln. Ja, diese Geschichte ist einfach unwiderstehlich.

 


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