Sie war Fernsehmoderatorin und wollte doch lieber Schriftstellerin sein. Gabriela Kasperski über ihren Weg zur Literatur und ihren Krimi “Bretonisch mit Herz“.

Im Werkstattbericht erzählt Gabriela Kasperski, wie ihr Krimi „Bretonisch mit Herz“ entstand

29. Juni 2022 | Syndikat

Titelbild Bretonisch mit Herz

„Bretonisch mit Herz“ – ein Werkstattbericht in fünf Akten

Am Anfang war ein Mädchen mit einem karierten Schreibheft und einem Bleistift. Einem Herz für Geschichten, Sehnsucht nach der Ferne und dem Traum, einen Krimi zu schreiben. Wie von Knud&Meister, wie von Hitchcock oder noch besser, wie von Shakespeare. SHAKESPEARE. Von dem besaß ich 6.000 Seiten. Da tanzte Liebe mit Macht, Missbrauch mit Lust, Rache mit Neid. Da belauschten Trolle die Liebespaare, gaben Priester blinden Rat, waren Mütter fies und Väter stumm – in Schottland, Verona, Wien oder London, in Gärten, Kirchen und goldenen Sälen. Blutige Milch, Messer mit Tod. Und über allem ein flirrendes Lachen.

Szenenwechsel. An der Uni Anglistik, Moderation am TV …

… eine Hochglanzkarriere wäre möglich gewesen, hätte es mich nicht kurz vor Ganz weggespült. Gestrandet im Theater. ALL THE WORLD’S A STAGE. Da gab es unglaubliche Geschichten, von Wilder, von Albee und natürlich von Shakespeare. Die kannte ich schon. Es ging um Liebe und Macht, Glück und Tränen und all die anderen Dinge, die mein Leben so ausmachten. Wieso wusste dieser Shakespeare Bescheid? Wieso kannte er solche Worte? Wer war der Typ überhaupt? Einer oder mehrere? Oder war er vielleicht … eine Frau? Hoffentlich eine Frau. Eine wie die Christie, die Grafton, die Rendell, die Vine, die George und die Paretsky, die wie er in den tiefsten Tiefen wühlten. Aber immer mit Herz.

Szenenwechsel. Anstatt Schauspielerin war ich Expertin, anstatt …

Stadtpflanze ein Feldei, dazu Sprecherin, Regisseurin, Adaptorin, Expertin. Meine Sehnsucht schrieb ich mir mit einem Krimi von der Seele. Daraus wurde ein zweiter, ein dritter, ein vierter, immer nebenher, immer nachts, am Wochenende, in den Ferien. Die Verlagssuche war steinig, die Agentursuche aussichtslos, ich wurde Indie und Hybrid, pries mich an wie laues Bier und Prosecco ohne Bubbles, stemmte eine Premierenlesung ohne Buch, überlebte den Konkurs meiner Print-Plattform, den Konkurs meiner EBook-Plattform. Und dann endlich, als ich gerade meinem Figuren-Personal vom Land in die Stadt gefolgt war … zum allerersten Mal auf einer Bestsellerliste. Platz neunzehneinalb.  

Szenenwechsel. Mit meiner Familie im Gepäck fuhr ich

… zum siebten Mal ins Finistère, auf die Presqu’île de Crozon, au “bout du monde“, ans Ende der Welt. Beim Atlantikschwimmen dann die Idee. Was wäre, wenn eine Buchhändlerin das Haus ihrer bislang unbekannten Großpatentante erbte und im bretonischen Camaret-sur-Mer die erste deutsche Buchhandlung eröffnete? Daraus könnte doch eine richtig gute Geschichte werden. Ganz im Stil von Shakespeare. Der, wie manche behaupten, eigentlich ein Bretone war.

Szenenwechsel. Mai 2022. „Bretonisch mit Herz“, der …

… dritte Band meiner Tereza Berger-Reihe steht in den Läden. Sogar in Camaret-sur-Mer kann man das Buch kaufen. Wenn ich im Sommer wieder hinfahre, setze mich ans Meer und schaue zu, wie die Sonne im Westen glutrot versinkt. Mein ganz persönlicher SOMMERNACHTSTRAUM.


Der Inhalt von Gabriela Kasperskis „Bretonisch mit Herz“ in Kurzform:

In Camaret-sur-Mer organisiert Tereza Berger, Buchhändlerin mit Kampfgeist, ein Literaturfest. Während der Vorbereitungen entdeckt sie in ihrer geerbten Villa das Manuskript eines unbekannten Shakespeare-Stücks. Ist es womöglich ein Original? Die Kunde von dem spektakulären Fund ruft Literaturinteressierte aller Art auf den Plan – und einen geheimnisvollen Fremden, der behauptet, der wahre Besitzer der Villa zu sein. Tereza wird klar, dass nicht nur ihr Zuhause gefährdet ist, sondern auch ihr Leben.


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