B.C. Schiller: Böse Tränen. Zu zweit schreiben | BUCHSZENE

Oft sind B.C. Schiller beim Schreiben ihrer Krimis nicht einer Meinung. Dann gibt es Kämpfe. Im exklusiv für BUCHSZENE verfassten Werkstattbericht erzählt das Autorenpaar von der Arbeit an „Böse Tränen“.

Das Autorenteam B.C. Schiller gewährt Einblicke in die harte Arbeit an „Böse Tränen“

24. Oktober 2019 | B.C. Schiller

Böse Tränen Werkstattbericht

© Luzzmar shutterstock-ID: 1489186214

In unberührter Natur zwischen Schafherden sprühen die Ideen

Es war schon immer unser Traum in einer Finca auf Mallorca zu leben. Seit einigen Jahren können wir uns diesen Wunsch erfüllen und wir pendeln zwischen Wien und einem kleinen verschlafenen Ort im Südosten von Mallorca. Dort haben wir eine zweihundert Jahre alte Rustika Finca inmitten der unberührten Natur, umgeben von Schafherden in der Nähe des Ortes mit 400 Einwohnern. Das ist unser Schreibparadies und für unsere beiden Hunde Calisto und Emilio die pure Natur. Und an diesem Ort sprühen auch die Ideen, die so völlig gegensätzlich zu der schönen Landschaft sind.

Einen Thriller zu schreiben, bedeutet gesundes Leben und Knochenarbeit

Gerade für einen Thriller braucht man auch einen sehr strengen Arbeitsplan. Wir stehen früh auf, gehen dann mit den Hunden joggen und frühstücken richtig gut mit viel frischem Obst, Käse und knusprigem Brot aus der kleinen Bäckerei. Während der Arbeit trinken wir keinen Alkohol und machen sehr viel Sport, denn besonders das Thrillerschreiben ist Knochenarbeit.

Wir brauchen zum Schreiben völlig unterschiedliche Räume

Anschließend setzen wir uns dann an den Schreibtisch. Barbara arbeitet in einem Zimmer mit Blick auf den Ort und Christian schreibt in einem kleinen Studio mit eigenem Eingang. So kommen wir uns tagsüber nicht in die Quere. Viele fragen sich, wie das Schreiben von Thrillern zu zweit funktioniert. Wir entwickeln gemeinsam einen Plot und eine Storyline und legen fest, wer welche Kapitel schreibt.

Barbara ist zuständig für die abgründigen Charaktere und Killer

Barbara übernimmt meistens die abgründigen Charaktere und Killer, während Christian mehr für die sozialen und zwischenmenschlichen Aspekte zuständig ist. Außerdem sitzt Barbara beim Schreiben gerne in absoluter Stille im Dunkeln. Christian hingegen mag es hell und sonnig, dazu hört er lauten Electro/Techno oder Independent Musik.

Bei „Böse Tränen“ lieferten wir uns heftige Kämpfe

Abends setzen wir uns zusammen und diskutieren die geschriebenen Texte. Oft sind wir nicht derselben Meinung und führen eine harte Diskussion. Besonders beim Schluss von „Böse Tränen“ gab es heftige Kämpfe über Gretas Part zwischen uns. Doch schlussendlich siegt immer die bessere Idee, egal von wem. Damit gehen wir sehr professionell um.

Von modernen Juden und Recherchen im jüdischen Wien

Für „Böse Tränen“ haben wir im jüdischen Umfeld des 2. Bezirks von Wien recherchiert, in dem wir selbst auch leben. Uns interessierten besonders moderne Juden, die aber trotzdem ihre Tradition pflegen. Außerdem haben wir zeitgeschichtliches Material studiert, denn der 2. Bezirk war vor 1938 das Judenghetto von Wien. Mit der Machtergreifung der Nazis kam es zu blutigen Pogromen, die in den Erzählungen von Levis Großmutter Esther ihren Niederschlag finden.

Natürlich gibt’s nach getaner Arbeit eine köstliche Belohnung

Das Schönste für uns ist, wenn wir bei einem Thriller zum Ende kommen und uns noch ein genialer Twist einfällt. Das ist ein Hochgefühl, das uns richtig mitreißt. Haben wir dann das Wort „Ende“ unter das Buch geschrieben, dann setzen wir uns an unseren alten Steintisch und gönnen uns eine gute Flasche Mallorcinischen Weins.

Werkstattbericht von B.C. Schiller

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