
Wie schwer ist es, einen Picasso zu fälschen, wenn man Felix Ambach heißt und eigentlich ein Loser ist? Worauf kommt es beim Handwerk des Kunstfälschens an? Und welche Rolle spielen die Auktionshäuser im Spiel mit den Millionen? Steinleitner & Edlinger über Kunst und Verbrechen, Recherchen in schillernden Milieus und ihre 6-teilige Krimiserie „Ambach“.
Herr Steinleitner, Herr Edlinger, im Zentrum Ihrer neuen Krimiserie steht der junge Kunstfälscher Felix Ambach. Ist es wirklich so leicht, eine mittelalterliche Figur oder einen Picasso zu fälschen wie Sie es in Ihrem Kriminalroman beschreiben?
Steinleitner: Es ist nicht leicht, aber es funktioniert. Neben der Machart eines Kunstwerks muss die ganze Geschichte, die um die Fälschung herum erzählt wird, auch stimmen. Das wissen wir von Fällen wie dem von Wolfgang Beltracchi: Der hat sich intensiv mit der Absicherung seiner Werke mittels einer glaubwürdigen Herkunftsgeschichte beschäftigt.
Edlinger: Wenn aber ein angesehener Kunstexperte erst einmal von der Idee angefixt ist, dass er hier eine spektakuläre Entdeckung machen könnte, die ihn selbst berühmt und reich machen könnte, dann nimmt so eine Fälscherstory schnell Fahrt auf.
Einer der Höhepunkte Ihrer aus sechs Kriminalromanen bestehenden „Ambach“-Serie ist, dass ein von Felix Ambach gefälschter Picasso in Paris einer echten Tochter von Pablo Picasso zur Begutachtung vorgestellt wird. Das kann ja nur schief gehen …
Steinleitner: Das ist eine unserer spannendsten Szenen. Tatsächlich bekommt Felix in dieser Situation leichte Kreislaufprobleme.
Woher bezogen Sie Ihr Wissen über Kunstfälschung und den Kunstmarkt?
Edlinger: Wir waren auf Kunstauktionen und bei Künstlern und haben uns erklären lassen, wie man eine Fälschung macht und wie es möglich sein könnte, sie auf den Markt zu werfen – und ich selbst mache ja auch Kunst. Das hilft natürlich dabei, sich in einen Helden wie Felix Ambach hineinzuversetzen.
Für den Chat bitte einloggen