Alef: junge Frau aus der DDR und Mann aus Israel | BUCHSZENE.DE

Katharina Höftmann Ciobotaru im Interview über ihren Roman „Alef“, in dem sie von dem größten aller Gefühle erzählt, das es für ihre Protagonisten in zwei grundverschiedenen Welten zu bewahren gilt.

In Katharina Höftmann Ciobotarus „Alef“ verlieben sich eine junge Frau aus der DDR und ein Mann aus Israel

22. März 2021 | Interview: Tina Rausch

Titelbild Interview Alef

© Syda Productions shutterstock-ID 212031706

Frau Höftmann Ciobotaru, Sie haben Ihren ersten literarischen Roman nach einem hebräischen Wort benannt. Was heißt „Alef“ genau – und was bedeutet es für Sie?

„Alef“ ist der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets: ein lautloser Konsonant, der Beginn von allem, verborgen und unendlich. Er ist aber auch der erste Buchstabe für wichtige Worte im Hebräischen wie Liebe, Wahrheit und Gott. Eine wundervolle Metapher für eine Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten begegnen und versuchen, gemeinsam ganz viele tiefe Gräben zu überwinden.

Sie deuten es schon an: „Alef“ feiert die Liebe, eine Liebe auf den ersten Blick, für die es – fast – keine Grenzen gibt. Hat Ihnen persönlich die Liebe schon mal geholfen, einen tiefen Graben zu überwinden?

Ja, lieben und geliebt zu werden kann einem bestimmt magische Kräfte verleihen. Ich bin selbst, so wie Maja im Roman, zum Judentum übergetreten, und ich glaube nicht, dass ich das ohne die Liebe meines Mannes und seiner Familie getan oder geschafft hätte.

Tatsächlich gibt es noch einige weitere Parallelen zu Ihrem eigenen Leben. Würden Sie Ihr Buch als Autofiktion bezeichnen?

Vor „Alef“ habe ich erst ein ganz anderes Buch geschrieben, bis ich 150 fertige Seiten wegwarf, um die Geschichte zu schreiben, die mich eigentlich antreibt. Eine Geschichte, die meiner eigenen Biografie viel näher ist als die ursprüngliche Idee. Ja, „Alef“ ist im Grundgedanken meine Lebensgeschichte und die meiner deutsch-israelischen Familie, aber im Detail ist es pure Fiktion. Die Frage, wie viel an „Alef“ wahr ist und wie viel erdacht, wurde für mich im Laufe des Schreibens immer unwichtiger. Ich habe mit „Alef“ einfach die echteste Geschichte erzählt, die ich erzählen konnte.

Darum geht es in Katharina Höftmann Ciobotarus Roman „Alef“:

Maja und Eitan begegnen sich zufällig in einer Strandbar in Indien und erkennen sich sofort: Die junge Frau aus der ehemaligen DDR und der junge Mann aus Israel sind füreinander bestimmt. Doch zu einer gemeinsamen Lebensform, die beide glücklich macht, führt ein harter, steiniger Weg. „Alef“ blättert die Geschichte zweier Familien auf und begleitet diese durch ein Jahrhundert. Es geht um Schicksalsschläge und Veränderungen, um Schuld und darum, was Liebe vermag – und was nicht.


 

Über Katharina Höftmann Ciobotaru

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