Silke Müller Wir verlieren unsere Kinder cover

ISBN 978-3-426-27896-3

224 Seiten

€ 20,00

eBook: € 17,99

Unsere Kinder schauen im Netz Gewaltvideos, machen sich nackt und chatten mit Pädophilen. Silke Müllers „Wir verlieren unsere Kinder!“ sollte Eltern wachrütteln.

In Ihrem Buch „Wir verlieren unsere Kinder!“ fordert Silke Müller Eltern auf, ihre Kinder zu schützen

Wir verlieren unsere Kinder website

Die meisten Eltern wissen nicht, was ihre Sprösslinge im Netz machen

Silke Müllers „Wir verlieren unsere Kinder!“ sollten alle Eltern minderjähriger Kinder gelesen haben. Denn in diesem Buch macht die erfahrene Schulleiterin deutlich, wie wenig wir Erwachsenen über die digitale Welt wissen, in der sich unsere Kinder täglich ganz selbstverständlich bewegen und wie sehr wir mit diesem Nichtwissen und Desinteresse unsere elterliche Fürsorgepflicht verletzen.

Wir machen Vorschriften für Partys, aber nicht für die digitale Welt

Schließlich, so schreibt Silke Müller, würden wir unseren Kindern ja auch beibringen, dass sie nicht ohne zu schauen, über die Straße gehen dürfen, weil das gefährlich ist. Auch würde kaum ein Erwachsener auf die Idee kommen, seinem zwölfjährigen Kind die Autoschlüssel in die Hand zu drücken und zu sagen, es solle einfach mal losfahren. Wenn unser Kind auf eine Party geht, schreiben wir ihm vor, wann es am Abend zurück sein soll und wo die Grenzen – zum Beispiel beim Alkoholgenuss – liegen. Auch vor allen anderen Gefahren der analogen Welt versuchen wir unsere Kinder zu schützen, indem wir sie auf diese hinweisen und ihnen Verhaltensregeln mitgeben, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten können oder sollen.

Wir schützen unsere Kinder nicht vor den Gefahren in den sozialen Medien

Silke Müller fragt zurecht: Warum machen wir das nicht auch, wenn wir unsere Kinder hinaus in die digitale Welt ziehen lassen? Wir drücken ihnen ein Smartphone in die Hand, ohne ihnen zu sagen, was ihnen in den sozialen Medien und beim Gamen Schlimmes widerfahren kann. Und es drohen dort Gefahren, von denen viele von uns nicht die geringste Ahnung haben. Anhand ganz konkreter Fälle aus dem Alltag ihrer Schule macht Silke Müller verständlich, was Kindern in der digitalen Welt alles schon an Schlimmem passiert ist. Einige Beispiele:

Ein zwölfjähriges Mädchen wird Opfer sexualisierter Gewalt

Ein zwölfjähriges Mädchen hat sich in einer Online-Community angemeldet und als Sechzehnjährige ausgegeben. Während des Unterrichts wurde sie erwischt. Silke Müller schreibt: „Sie chattet mit einem erwachsenen Mann, als der Kollege sie dabei entdeckt. Die Sätze, die ich lese, brennen sich in meinem inneren Auge fest. Ein junges Mädchen fordert einen deutlich älteren Mann auf, ihr zu schreiben, wo er sie mit Händen und seiner Zunge berühren soll. Er antwortet und formuliert perverse, pornografische Gedanken. Der Dialog geht hin und her. Das Mädchen, das hier einerseits natürlich Opfer sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige im Netz ist, gleichzeitig aber auch einen aktiven Part übernimmt, bittet den Mann sodann, ihr ein sogenanntes ‚Dickpic‘ zu schicken, das Bild seines eregierten Penis […]. Der Mann kommt dieser Bitte nach, das Foto erscheint.“ Es stellt sich heraus, dass es sich um eine Challenge handelte, bei der es den teilnehmenden Mädchen darum geht, wer als Erstes ein „Dickpic“ erhält.

Achtklässlerinnen kommen mit einem Horrorvideo zur Direktorin

An einem anderen Tag stehen vier Achtklässlerinnen bei der Direktorin und zeigen ihr, was ihnen im Schulbus geairdroppt wurde: „In einer scharfen und ungefilterten Videoaufnahme sieht man, wie ein Mann mit einem Skalpell kastriert wird.“ Auf die Frage, ob die Mädchen so etwas öfter geschickt bekämen, antworten sie der Schulleiterin: „Ja, ständig, Sie wissen ja gar nicht, was so alles verschickt wird.“

Auch TikTok ist alles andere als eine harmlose App

Auch von haarsträubenden Tierquälvideos, von menschenverachtenden Nazi-Stickern, -Memes oder -Bildern und von TikTok-Videos, in denen junge Menschen über Essstörungen, Depressionen, Selbstverletzungen, Pornografie und Suizid sprechen, berichtet Silke Müller. Alles frei zugänglich für Kinder und dies ohne jede elterliche Kontrolle.

Unterwäsche-Fotos, Pornovideos in Klassengruppen und Hinrichtungsfilme

Es gibt Mädchen, die Fotos von sich in Unterwäsche gemacht haben, sie ihrem Freund schickten und die dieser – nachdem die Beziehung zu Ende ging – an alle Freunde verschickte. Es gibt Jugendliche, die Pornovideos in Klassengruppen schicken. Es gibt Hinrichtungs-Videos, die unter allen Schülern geteilt werden.

Pädophile verwenden Games zur Kontaktanbahnung

Doch auch in vielen Spielen drohten Gefahren für unsere Kinder. So gebe es etwa auch in legalen Spielen Aufgaben, die Gewalt verherrlichten und Folter forderten, etwa um ein höheres Level zu erreichen. Außerdem nutzten Pädophile die Spiele, um mit Minderjährigen – zum Beispiel in zum Spiel gehörenden Chaträumen – in Kontakt zu treten und Verbrechen anzubahnen.

Silke Müller fordert uns dazu auf, unserer erzieherischen Aufgabe nachzukommen

Silke Müller geht es in ihrem Buch darum, Eltern darauf aufmerksam zu machen, dass es ihre Pflicht ist, sich mit der digitalen Welt zu beschäftigen. Denn Eltern können ihre Kinder nur schützen, wenn sie die Gefahren selbst kennen. Sie fordert dazu auf, sich selbst bei den sozialen Medien, die ihre Kinder nutzen, anzumelden und sie kennenzulernen. Sie empfiehlt, kein Kind ein Spiel spielen zu lassen, das man nicht selbst in all seinen Funktionen – inklusive Chaträumen – gespielt hat. Und sie legt Eltern ans Herz, mit den Kindern über ethische und moralische Fragen zu sprechen: Es gehe darum, „Herz, Verstand und moralisches Gewissen im Umgang miteinander im Netz anzusprechen und somit gleichsam die geforderte digitale Ethik aufzubauen.“

„Wir verlieren unsere Kinder!“ ist ein Plädoyer für Mitmenschlichkeit

Letztlich müssten wir Erwachsenen uns klar machen, dass unsere Kinder die Welt von morgen prägen werden. Wenn wir ihnen jetzt nicht beibringen, wie wichtig ein menschliches Miteinander, Werte, Respekt und Toleranz sind – ganz gleich, ob analog oder digital – dann werden sie dies in der Zukunft nicht leben können. „Nicht die Algorithmen bestimmen über die Inhalte im Netz. Es sind Menschen, die Entscheidungen darüber treffen und Algorithmen, KI und letztlich dem Mob in unserer Gesellschaft Futter geben.“

ISBN 978-3-426-27896-3

224 Seiten

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<a href="https://buchszene.de/redakteur/joerg-steinleitner/" target="_self">Jörg Steinleitner</a>

Jörg Steinleitner

Geboren 1971, studierte Jörg Steinleitner Jura, Germanistik und Geschichte in München und Augsburg und absolvierte die Journalistenschule. Er veröffentlichte rund 25 Bücher für Kinder und Erwachsene. Steinleitner ist seit 2016 Chefredakteur von BUCHSZENE.DE und lebt mit Frau und drei Kindern am Riegsee.

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