Maria Keim: Was Schildkröten im Schilde führen | BUCHSZENE.DE

Mit ihrer Romanidee „Was Schildkröten im Schilde führen“ setzte sich Maria Keim unter über 800 Einsendungen beim #stayhomeandwrite-Schreibwettbewerb durch. Im Interview verrät sie, wie ihr dies gelang.

Maria Keim über ihren Erfolg mit „Was Schildkröten im Schilde führen“ beim #stayhomeandwrite-Schreibwettbewerb

24. Juli 2020 | Interview: Jörg Steinleitner

Maria Keim - Was Schildkröten im Schilde führen

©flight of imagination & Studio Empreinte shutterstock

Herzlichen Glückwunsch, Frau Keim, Sie haben den #stayhomeandwrite-Schreibwettbewerb von BUCHSZENE.DE und Piper Verlag gewonnen! Wie fühlt es sich an, über 800 Konkurrent*innen besiegt zu haben?

Dankeschön! Ich kann keine richtigen Worte für dieses wundervolle Gefühl finden. Das Bewusstsein der Menschen für die Umwelt scheint immer mehr zuzunehmen und ich bin dankbar für die Chance, einen winzigen Beitrag dazu leisten zu können. Meine „Konkurrenten“ haben unheimlich starke Werke präsentiert. Ich sehe die 800 anderen Teilnehmer nicht als meine „Konkurrenten“, sondern als Menschen, die wie ich Tag für Tag gegen das leere Papier kämpfen. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass jeder einzelne von ihnen es schafft, seine Geschichte mit der Welt zu teilen – jede gute Geschichte verdient es, gehört zu werden.

Aber dass Sie gewonnen haben, ist ja nicht alles: Der Piper Verlag hatte eigentlich als Hauptpreis einen Vertrag mit Piper Digital ausgeschrieben, also für eine eBook-Ausgabe. Doch jetzt ist man so begeistert von Ihrer Romanidee „Was Schildkröten im Schilde führen“, dass Sie sogar einen Vertrag über ein gedrucktes Buch bekommen. Was sagen Sie dazu?

Ein gedrucktes Buch ist mein größter Kindheitstraum, der jetzt in Erfüllung geht. Ich bin überglücklich! Aber die Schildkröte würde sagen: „Für eine papierne Erstauflage müssten Bäume sterben! Von den CO2-Emissionen ganz zu schweigen!“

Worum geht es in Ihrem Roman „Was Schildkröten im Schilde führen“?

Eine umweltaktivistische Schildkröte versucht, die CO2-Emissionen in Deutschland zu verringern und macht dazu die Oberstufenschülerin Marlin zu ihrer Handlangerin.

Wie kamen Sie auf diese umweltaktivistische Schildkröte?

Ich habe sie letztens getroffen. Sie sagte, wir bewohnen den gleichen Planeten. Wir sind alle ein Teil der Natur, und wenn sich die Gleichgewichte verschieben, haben wir alle mit den Konsequenzen zu leben.

Welche Charakterzüge zeichnen die Schildkröte aus?

Sie beißt nicht, zumindest nicht physisch. Lernen Sie sie gerne selbst kennen (wenn Sie sich trauen!). Ich verrate nur so viel: harte Schale, weicher Kern und schlagfertig wie Sahne!

Die menschliche Hauptfigur ist die Schülerin Marlin. Könnten Sie sie bitte ein wenig beschreiben?

Marlin versucht ihrer Rolle als Schülerin, Tochter, Enkelin und junger Frau gerecht zu werden. Als wäre das nicht schon schwer genug, taucht auf einmal dieses kleine Reptil auf und stellt prompt ihr Leben auf den Kopf.

Hat es einen bestimmten Grund, dass Ihr Roman in Köln spielt?

Es gibt viele Gründe. Einer davon ist, dass ich dort großgeworden bin.

Die Waldbesetzung in Ihrer Geschichte hat mit der Besetzung des Hambacher Forsts ein reales Vorbild. Wie läuft die Besetzung mit Schildkröte ab?

Mit einem Panzer! *böses Lachen* Jedes Mal, wenn ich Bilder von den Rodungen der Wälder dieser Welt sehe, kommen mir die Tränen. Das muss aufhören.

Ihr Roman ist zwar sehr lustig, aber das Thema „ökologischer Fußabdruck“ ist ernst. Was unternehmen die Schülerin Marlin und die Schildkröte, um die Welt zu retten?

Viele kleine Dinge führen zum Erfolg.

Zu den Rettungsaktionen gehört es auch, veganen Kuchen zu backen. Ganz ehrlich: Schmeckt Ihnen veganer Kuchen?

Oh ja, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie gut er schmecken kann. Der Zucchinikuchen von meiner Mitbewohnerin ist ein bewusstseinserweiterndes Erlebnis.

Was machen Sie im Alltag, um Ihren ökologischen Fußabdruck klein zu halten?

Noch lange nicht genug! Zumindest fahre ich als Studentin obligatorisch überall mit dem Fahrrad hin. Dieses Fahrrad ist doppelt so alt wie ich. Das muss ich zwar ständig reparieren, aber Dinge mit Charakter sind nun einmal nicht neu.

Und sonst?

Ich liebe Flohmärkte. In meiner WG retten wir Lebensmittel vor dem Verderb. Ich halte eine Palme vom Sterben ab und schreibe Bücher über umweltaktivistische Schildkröten!

Zurück zu Ihrem Roman: Müssen Sie den jetzt erst schreiben oder ist er schon fertig?

Er ist fertig! Ich habe ihn in einem Monat komplett durchgeschrieben, in der Zeit, in der die Pandemie ausgebrochen ist und wir uns zuhause verschanzt haben. #stayhomeandwrite!

Meinen Sie, der Piper Verlag wünscht noch viele Änderungen?

Ich hoffe auf konstruktive Kritik! Nur dadurch kann das Buch noch besser werden.

Und was schreiben Sie als nächstes?

Ich habe tatsächlich eine Menge Projekte in Planung – wer weiß, vielleicht ja sogar eines über ein altkluges Ranzreptil. Ich habe auch schon einige Manuskripte fertiggestellt, zum Beispiel meinen (unveröffentlichten) Roman „Halbroboter“, der auf wahren Begebenheiten beruht. Er beschäftigt sich mit einem weiteren Thema meines Herzens – Mobbing und (mangelnde) Inklusion an deutschen Regelschulen. Das Thema ist in der Pandemie leider extrem aus dem Fokus gerutscht.

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