Eine Frau verliert ihren Geliebten. Sie unternimmt einen Selbstmordversuch und erwacht in der Psychiatrie. Was ist geschehen? Krimiautorin und Psychologin Angélique Mundt über ihren Thriller „Trauma“.

Angélique Mundt, Autorin von „Trauma“, betreute nach Gewaltverbrechen Überlebende oder Angehörige

14. Juli 2021 | Syndikat

Wenn es überlebende Gewaltopfer gab, dann wurde ich gerufen

Mein Name ist Angélique Mundt und ich bin seit sechsundzwanzig Jahren Psychotherapeutin. Ich habe die letzten zwölf Jahre in der Krisenintervention für die Polizei gearbeitet und bin Krimiautorin. Als Psychotherapeutin werde ich nahezu täglich mit Leid, Kummer, Sorgen und Nöten der Menschen konfrontiert. Aber, das ist schon in Ordnung, das ist mein Beruf. Die Polizei rief mich als Kriseninterventionshelferin immer dann, wenn es überlebende Opfer, Angehörige oder Zeugen von Gewaltverbrechen, Unfällen mit Toten oder anderen Katastrophen, psychologisch zu betreuen galt. Wieder eine Konfrontation mit intensiven Gefühlen in den schwärzesten Stunden von Menschen.

Was mich interessiert, sind vermeintliche Kleinigkeiten

Ich habe also früh begonnen, einen Weg zu suchen, diese Eindrücke zu verarbeiten, die Gefühle zu sortieren und mich letztlich auch davon zu distanzieren. Schreiben hilft mir dabei! Ich schreibe nicht über das, was tatsächlich passiert ist. Ich versuche Worte zu finden, für das, was mich berührt und bewegt hat – die vermeintlichen Kleinigkeiten am Rande der Katastrophe: Der Apfel, der aus einer in Panik fallengelassenen Einkaufstüte über die Straße rollt. Die Hand, die aus dem Autowrack hervorschaut. Oder die ehrliche Verzweiflung eines Zwangspatienten, der sich zweihundertmal am Tag die Hände waschen muss, aus Angst, er könne durch bloßen Körperkontakt todbringende Viren verteilen.

So entstand meine Idee zu dem Thriller „Trauma“

Ich liebe es, Geschichten zu erzählen. Geschichten die unspektakulär daherkommen und doch einen Blick gewähren in die dunklen Ecken unserer Gefühlswelt, die inneren Konflikte und Zerrissenheit, die unseren langweiligen Alltag bestimmen. Klarheit gibt es selten. So entstand auch meine Idee zu dem aktuellen Thriller „Trauma – Wenn sie sich erinnert, wird sie zur Mörderin“.

Ein Mann war ermordet worden, ich musste es seiner Geliebten sagen

Die Mordkommission des LKA Hamburg avisierte mir telefonisch einen Einsatz. Sie wollten einer Frau die Todesnachricht ihres Geliebten überbringen, der auf grausame Art ermordet worden war. Ich sollte sie psychologisch betreuen. Es war zu diesem Zeitpunkt unklar, ob die Frau Betroffene, Zeugin oder Täterin ist. Es kam letztlich nicht zu dem Einsatz, aber der Anruf beflügelte meine Phantasie. Drei Möglichkeiten. Was, wenn die Frau selber nicht wusste, ob sie Trauernde, Täterin oder Zeugin ist? Und so begann ich „Trauma“ zu entwickeln.

Wie Leila eines Tages in der geschlossenen Psychiatrie aufwacht

Leila verliert auf traumatische Art und Weise den Mann, den sie liebt. Sie kann sich nicht an alles erinnern, sie ist überfordert, von allen Seiten erhöht sich der Druck auf sie. Sie unternimmt einen Suizidversuch und wacht in der geschlossenen Psychiatrie wieder auf. Wie soll sie an diesem bedrückenden Ort herausfinden, was sie getan hat? Was passiert ist? Will sie es überhaupt wissen? Was, wenn sie Schlimmes über sich erfährt?

Was ist in jener Nacht passiert? Das muss Leila herausfinden!

Ich habe sehr oft Todesnachrichten überbracht. Ich habe ein eben noch normales, fröhliches und schönes Leben mit der Nachricht zerstört, dass jemand Geliebtes tot ist. Wenn diese Worte gesprochen sind, dann gibt es kein Zurück mehr. Meine Aufgabe war es, durch den Schock zu helfen und dafür zu sorgen, dass es Hoffnung auf ein neues, anderes Leben gibt. Was aber, wenn diese Hoffnung in einer geschlossenen Psychiatrie zerstört wird? Meine Protagonistin Leila muss sich entscheiden, ob sie herausfinden will, was sie getan hat. Als sie bedroht wird, erwacht ihr Überlebenswille. Sie muss herausfinden, was in jener Nacht passiert ist.

thrill magazin Syndikat

 

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