Lars Schütz: Rapunzel, mein. Buchkritik | BUCHSZENE

Eine Frauenleiche ohne Hände. Ein verschwundenes Kind. Und eine zu allem entschlossene Gang. Lars Schütz‘ zweiter Wyler-und-Grall-Roman „Rapunzel, mein“ spielt mit vielen Thriller-Elementen.

Lars Schütz‘ „Rapunzel, mein“ ist der zweite Fall für Rabea Wyler und Jan Grall

27. November 2019 | Stephanie Pointner

Titelbild Rapunzel, mein

© restyler shutterstock-ID: 768973558

Nach ihrer Beförderung arbeitet Rabea als Profilerin

Nachdem Rabea und Jan in ihrem ersten gemeinsamen Fall den „Alphabetmörder“ stellen konnten, haben sich ihre Wege getrennt. Jan wurde suspendiert und zog nach Italien, um ein Buch zu schreiben. Rabea hingegen wurde befördert und arbeitet weiterhin sehr engagiert als Profilerin. In ihrem neuesten Fall begibt sich Rabea auf die Suche nach ihrer verschwundenen Schwester, und nach anfänglicher Skepsis unterstützt Jan sie dabei.

Eine ermordete Frau ohne Hände erinnert Rabea an ihre Schwester

Die Nachricht einer ermordeten Frau ohne Hände, welche mit ihren eigenen Haaren erdrosselt wurde, trifft Rabea wie ein Schlag ins Gesicht – sofort wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt: Rabeas kleine Schwester ist vor etwas mehr als zwanzig Jahren spurlos verschwunden. Das einzige, was man seinerzeit fand, war eine abgetrennte Hand des Kindes. Während ihre Eltern die Hoffnung mittlerweile aufgegeben haben, hat Rabea die Suche nach der Schwester nie eingestellt. Die Profilerin stellt schnell fest, dass es sich bei der Toten nicht um ihre Schwester handelt, aber dennoch vermutet sie zwischen dem sogenannten Rapunzel-Mord und der Entführung ihrer Schwester einen Zusammenhang.

Auf ihrer Jagd nach dem Mörder trifft die Profilerin auf eine Gang

Da der Mord nicht in Rabeas Zuständigkeitsbereich fällt, jagt die Profilerin den Mörder auf eigene Faust, in der Hoffnung mehr über den Verbleib ihrer Schwester zu erfahren. Wider Erwarten sind Rabeas Anstrengungen bereits nach kurzer Zeit erfolgreich. Doch nicht nur Rabea sucht den Täter, auch eine brutale Gang, die vor nichts zurückschreckt, hat anscheinend den Auftrag den Mörder zu finden.

Ein perfides Spiel und eine riskante Rettungsaktion

So geraten Rabea und der Mörder Kris ins Kreuzfeuer zwischen der Gang und der Polizei. Verletzt gelingt ihnen gerade noch die Flucht. Jan gewährt ihnen Zuflucht bei seinem alten Mentor Asgari. Bald erkennt Rabea, dass Kris nur eine Marionette in einem weitreichenden perfiden Spiel ist und sie sich in großer Lebensgefahr befindet. Jan gelingt es in mit einer riskanten Rettungsaktion das Leben seiner ehemaligen Kollegin zu retten und sie können die Hintergründe des brutalen Rapunzel-Mordes aufdecken. Allein Rabeas Schwester bleibt verschwunden.

Die Suche verschlägt Rabea und Jan bis in die USA

Die einzige Spur, die Jan und Rabea haben, verschlägt sie nach Las Vegas. In einem actiongeladenen Showdown liefern sich die beiden nicht nur einen Kampf auf Leben und Tod mit dem Drahtzieher des Rapunzel-Mordes, sondern es gelingt ihnen auch, die Hintergründe des Verschwindens von Rabeas Schwester aufzudecken.

„Rapunzel, mein“ kommt leider nicht an den „Alphabetmörder“ heran

Da mir „der Alphabetmörder“ sehr gut gefallen hat, war ich richtig gespannt auf den zweiten Fall für Rabea und Jan. Leider wurden meine hohen Erwartungen nicht erfüllt. Dieser zweite Thriller kommt nicht an die Qualität des ersten Bandes heran. Über weite Strecken ist die Geschichte langatmig und ohne Spannung. Jene actionreichen Szenen, die Potenzial hätten, werden oftmals binnen weniger Seiten erzählt und sie wirken mitunter sogar etwas heruntergebrochen. Zudem stört, dass die Ermittlungen von sehr vielen Zufällen vorangetrieben werden. Das wirkt nicht selten konstruiert und unglaubwürdig.

Zu viele Thriller-Themen in einem einzigen Roman

Mein größter Kritikpunkt ist aber die Überladung der 416 Seiten mit zu vielen Thrillerthemen. So gibt es neben dem Frauenmord und der Kindesentführung auch noch zahlreiche Kämpfe auf Leben und Tod, eine weitere Entführung, mehrere Morde durch diverse Protagonisten, eine Hausexplosion und zu guter Letzt auch noch die Handlung rund um die Gang und deren zum Teil sehr brutale Mitglieder. Nicht zu vergessen die zahlreichen Handlungsorte – Deutschland, Italien, Schweiz und die USA. Durch diese vielen Themen und Schauplätze rückt der eigentlich zentrale Rapunzel-Mord an der jungen Frau stark in den Hintergrund.

Was ich vom Showdown am Ende halte

Einzig der actiongeladene, fulminante und nervenzerreißende Showdown in Las Vegas ist wirklich begeisternd und überzeugend. Hier spielt Lars Schütz seine ganze Stärke aus, hier fesselt er und reißt den Leser mit. Bei der Vorgeschichte bleibt jedoch viel Potenzial ungenutzt. Wer rasante und mitreißende Thriller mit einer überraschenden Auflösungen mag, dem empfehle ich daher eher Lars Schütz‘ Rabea-und-Jan-Krimi „Alphabetmörder“. Außerdem wünsche ich ihm und uns, dass Lars Schütz in seinen nächsten Büchern wieder zu der Stärke und nervenzerreißenden Spannung aus dem ersten Band zurückfindet.

 

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