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Frau von Kürthy, mit „Mondscheintarif“ haben Sie vor 20 Jahren einen Roman geschrieben, der in einem Satz zusammengefasst werden kann: Sie wartet auf seinen Anruf. In „Es wird Zeit“ nun geht es um Lebenslügen, Krankheit, Abschied und Tod. Sind Sie endlich bei den großen Themen des Lebens angelangt? Die Themen des Lebens sind immer groß. Sie ändern sich bloß im Laufe der Zeit. Früher warteten wir auf Anrufe, heute auf Untersuchungsergebnisse. Ich bin jetzt 51, und in meinem Freundinnenkreis findet sich keine Frau, die nicht unmittelbar von dem Thema Verlust und Vergänglichkeit betroffen ist. Eltern werden alt, Kinder gehen aus dem Haus, Freunde bekommen lebensbedrohliche Diagnosen. Sie schreiben über das, wovon Sie umgeben sind … Und das sind jetzt erwachsene, lustige und sehr kluge Frauen, die Bilanz ziehen. Keine von uns ist mehr bereit, Zeit mit Nebensächlichkeiten oder Idioten zu verschwenden. Was nicht heißt, dass wir nicht doch ab und zu wieder auf einen Anruf warten, den Bauch einziehen oder unseren Friseur umbringen möchten. Das klingt so, als gäbe es in Ihrem neuen Werk nicht viel zu lachen. Im Gegenteil. „Es wird Zeit“ ist mein lustigster Roman – und mein traurigster. Meine Heldin Judith kehrt nach 30 Jahren mit der Urne ihrer Mutter auf dem Beifahrersitz in ihre Heimat zurück. Dort trifft sie auf ihre schwerkranke Jugendfreundin und auf eine Lebenslüge. Das klingt nicht nach Leichtigkeit und Lebenslust.
Es wird Zeit
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