Ambrose Parry: Die Tinktur des Todes. Thrill | BUCHSZENE.DE

Ein Medizinstudent kommt einer mysteriösen Mordserie an ungewollt schwangeren Prostituierten auf die Spur. Ambrose Parrys Thriller „Die Tinktur des Todes“ beeindruckt mit fein recherchierten Details.

Ambrose Parrys Thriller „Die Tinktur des Todes“ spielt in Edinburgh

23. Oktober 2020 | Stephanie Pointner

Titelbild Tinktur des Todes

©Anna Jurkovska shutterstock-ID 209696980

Ein Medizinstudent stößt auf die entstellte Leiche einer Prostituierten

Edinburgh, 1847. Der Medizinstudent Will Raven tritt seine Stelle als Gehilfe bei einem der renommiertesten Geburtsärzte an. Will erhofft sich von dieser neuen Arbeit nicht nur eine berufliche Weiterbildung und Kontakte in die feineren Kreise, sondern auch eine entsprechende finanzielle Entlohnung, da er einem brutalen Kredithai Geld schuldet. Will hat das Geld in seinem Namen für seine Freundin Evie geliehen. Wenige Tage, nachdem er Evie das Geld ausgehändigt hat, findet er deren Leiche. Die Tote ist schlimm entstellt und es scheint, als hätte sie bis zum Ende unter heftigen Krämpfen gelitten. Will lässt dieses Bild nicht mehr los. Da Evie eine Prostituierte war, leitet die Polizei allerdings keinerlei Ermittlungen ein.

Es scheint sich um eine Mordserie an Schwangeren zu handeln

Bei seiner Arbeit als Gehilfe von Dr. Simpson lernt Will dessen Hausmädchen Sarah kennen. Auch sie berichtet vom Tod einer Freundin, die ähnliche Verrenkungen wie Evie aufwies. Aber auch hier schreiten die polizeilichen Ermittlungen nur langsam voran. Als von immer mehr toten und verrenkten Frauen berichtet wird, beginnen Sarah und Will auf eigene Faust zu ermitteln. Tatsächlich finden sie eine Gemeinsamkeit zwischen den Fällen, denn alle Frauen waren ungewollt schwanger und planten einen Schwangerschaftsabbruch. Während Will und Sarah immer tiefer in die gefährliche Unterwelt von Edinburgh eintauchen, bemerken sie nicht, dass sie dem Täter deutlich näher sind als sie denken.

„Die Tinktur des Todes“ beschreibt medizinische Praktiken sehr genau

Das Autorenpaar, das sich hinter dem Pseudonym Ambrose Parry verbirgt, verbindet einen mitreißenden Kriminalfall mit ausführlich recherchierten und detailreich geschilderten historischen Fakten. Das Hauptaugenmerk von „Die Tinktur des Todes“ liegt auf den medizinischen Vorgehensweisen und bahnbrechenden Entwicklungen bei Betäubungsmitteln im 19. Jahrhundert, wodurch der eigentliche Kriminalfall immer wieder in den Hintergrund rückt. Gerade die Praktiken der damaligen Geburtshilfe werden derart detailreich und brutal beschrieben, dass mir diese deutlich näher gingen als die Mordfälle. Hier haben mir einige Beschreibungen einen eiskalten Schauer über den Rücken gejagt, wobei der eine oder andere medizinische Exkurs für die weitere Handlung und Lösung der Mordfälle nicht relevant war. Während gerade im Mittelteil der eigentliche Kriminalfall deutlich zu kurz kommt, steht er im letzten Teil komplett im Vordergrund. Hier überschlagen sich die Ereignisse und die Spannung ist kaum auszuhalten. Die Mörderjagd und die überraschende Auflösung von „Die Tinktur des Todes“ sind fesselnd, mitreißend und begeisternd.

Beim Lesen fiebert man regelrecht mit – Edinburgh lebendig geschildert

Aufgrund des bildgewaltigen Schreibstils wirken sowohl die Stadt als auch die Gefahren, in die Will gerät, sehr lebendig. Als Leser*in taucht man in das nebelverhangene Edinburgh ein, und gerade wenn es um Wills Ermittlungen in der Unterwelt geht, spürt man die Bedrohungen beinahe am eigenen Leib. Tatsächlich befürchtet man beim Lesen hinter jeder Straßenecke einen Häscher des Kredithais und auch die unhygienischen Zustände kommen nicht zu kurz. Besonders gelungen ist die Darstellung der Lebensumstände der einzelnen Gesellschaftsschichten. Ambrose Parry gewährt Einblicke in das Leben der armen Bevölkerung, das geprägt ist von Gewalt und dem ständigen Kampf ums Überleben. Aber auch die vornehmen Gesellschaftsschichten bekommen Platz im Roman – und auch hier ist nicht alles positiv, vielmehr herrschen Sorgen und Ängste vor. Diese Beschreibungen sind authentisch und machen die Handlung glaubwürdig.

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