Die Abenteuer des Herrn Keks

ISBN 978-3-9825194-1-8

386 Seiten

€ 24,99

Ein sprechender Keks, eine Physikerin und einige Märchenfiguren landen im Jahr 1799. Was dann passiert, erzählt Maja Jovanović in „Die Abenteuer des Herrn Keks“.

Maja Jovanović im Interview über ihren Fantasy-Roman “Die Abenteuer des Herrn Keks – Zeiten-Dschungel“

Titelbild Die Abenteuer des Herrn Keks

Frau Jovanović, in Ihrem Kinderbuch „Die Abenteuer des Herrn Keks – Zeiten-Dschungel“ landet eine vergessene Märchenfigur bei dem Versuch, in die Menschenwelt zur Zeit ihres Geschriebenwerdens zu gelangen, versehentlich nicht in Europa, sondern im Südamerika des Jahres 1799. Dort erlebt sie viele aufregende Abenteuer. Wie sind Sie auf diese Romanidee gekommen?

Diese Idee spukt mir schon lange im Kopf herum, da ich ein Fan von sogenannten Kunstmärchen bin. Es gibt wundervolle, sehr wertvolle Geschichten, die die Menschen von heute nicht mehr kennen und in meinen Augen bekannt werden sollten, da sie die Kinder mindestens so viel lehren wie „Hänsel und Gretel“ oder „Rotkäppchen“ und vielleicht noch spannender sind. In meinem ersten Buch „Die Abenteuer des Herrn Keks“ lasse ich auch einige unbekannte, also vergessene Figuren aus vergessenen Märchen miteinander agieren, zum Beispiel den Riesen Ovali oder Bukur mit seinen hundert Kindern.

Um welche Märchenfigur geht es in Ihrem Folgeband?

Es geht um Hans Burwitz aus dem Kunstmärchen „Rattenkönig Birlibi“ von Ernst Moritz Arndt. Hans Frau, die im Märchen nur eine untergeordnete Rolle spielt bzw. gar keine und nicht einmal einen Namen zu besitzen scheint, trägt in meinem Buch nicht nur den schönen Namen Clara, sondern sie spielt auch eine sehr wichtige Rolle. Clara ist hilfsbereit und eine sehr liebenswerte Figur. Und sie entwickelt sich in meinem Roman zu einer selbstbewussten Persönlichkeit, die sich ihrer Stärke und Klugheit bewusst wird.

Wer ist der titelgebende Herr Keks?

Herr Keks ist Lehrer von Beruf, und zwar mit Herz und Seele. Er ist ein klassischer Ausstechkeks, und vermag mittels Fernsehgeräten in fremde Welten zu gelangen. Er ist sehr hilfsbereit und humorvoll und sein Motto lautet: Alles wird gut werden und alles hat einen Sinn im Keksleben!

Wie gelangt man als Märchenfigur in die Zeit seiner eigenen Erfindung?

Mit Hilfe der Kernphysikerin Lise Meitner, die wie Hans und Clara ebenfalls in der vergessenen Welt lebt. Lise entwickelt ein Gerät, das Hans in die Menschenwelt des Jahres 1799 katapultieren wird.

Könnten Sie bitte die Sache mit der Uhr erklären?

Das verrate ich nicht (Maja Jovanović lächelt), das darf der Leser selber herausfinden.

Neben Lise, Hans Burwitz und Herrn Keks gibt es aber noch weitere wichtige Figuren …

Es gibt vier Tiere, die ausgestorben sind, nämlich die prähistorischen Ameisen Ursula und Hermogenes, sowie die karibische Spitzmaus Schinkel und die australische Bramble-Cay-Mosaikschwanz-Ratte. Diese vier gehen mit Hans auf die Reise, dies war für sie so nicht geplant, jedoch durch gewisse plötzliche Ereignisse unausweichlich. Ein weiterer Begleiter in die Vergangenheit ist Lothar Freyn, ein Herzog, der ihnen in Südamerika als Lotta zur Seite steht.

Was sind die Hasis?

Nun, das sind Menschen, die von vielen, aber nicht von allen vergessen sind, und deshalb halb sichtbar sind. Beispiele für Hasis sind Lise Meitner, Charlotte Marie Quistorp oder Manuela Sáenz. Das sind Frauen, historische Persönlichkeiten, die nicht jeder kennt.

Blöderweise geht bei der Zeitreise allerdings etwas schief …

Hans ist eine ungeduldige Märchenfigur und so tritt er die Reise in die Vergangenheit überstürzt an. Er landet nicht wie geplant im Deutschland des Jahres 1799, sondern im Dschungel, in Südamerika. Lothar Freyn geht mit ihm und da beide das Gerät, mit dem sie zurückkommen können, vergessen haben, folgen ihnen die vier Tiere Ursula, Hermogenes, Schinkel und Woldemar.

Die Freunde müssen in Südamerika viele Abenteuer bestehen, sogar Alexander von Humboldt begegnen sie.

Zum Beispiel erleben sie in der Felsenhöhle der Guacharo Vögel, die sie mit Alexander von Humboldt erkunden wollen, Unheimliches. Hans begegnet etwa dem Geist eines Häuptlings und verliert sich in der Dunkelheit. Sie werden von Jaguaren angegriffen. Sonderbare Kreaturen, sogenannte Didis, entführen einen Teil der Gefährten. Herr Keks wird von einem Raubvogel geraubt. Sie landen auf einem Sklavenschiff. Und vieles mehr …

Stimmt alles, was Sie über die historischen Persönlichkeiten schreiben, die in Ihrem Roman vorkommen?

Ja, es stimmt alles, zum Beispiel befand sich Alexander von Humboldt im Jahre 1799 tatsächlich auf Expedition in Südamerika und auch in der oben erwähnten Felsenhöhle. Auch nahm er sich damals einer herrenlosen Dogge an, gab ihr den Namen El Turco. Nach Alexanders Tagebuchaufzeichnungen vermutete er, dass die Dogge eines Nachts von den Jaguaren gefressen wurde, in meinem Roman aber überlebt El Turco und spielt auch eine wichtige Rolle für die Geschichte. Auch den Sklaven „Zambo“ gab es wirklich, der Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland angreift und verletzt, die Hintergründe für dessen Tat habe ich in meinem Roman erfunden und in die Geschichte eingefügt. Auch Lise Meitners Geschichte habe ich in ihren Briefen und Tagebüchern studiert und in die Gespräche mit Clara Burwitz eingeflochten. Mir war wichtig, die historischen Persönlichkeiten und Ereignisse authentisch darzustellen, so dass ich bei der Recherche ihrer Leben sehr sorgsam und gewissenhaft vorgegangen bin. Es hat mir Freude bereitet, fiktive Persönlichkeiten mit ihnen agieren zu lassen.

In Ihrem Buch finden sich auch farbige Illustrationen. Könnten Sie darüber ein wenig mehr verraten?

Ich arbeite mit dem Illustrator Maximilian Jasionowski zusammen, und er hat meine Ideen für die Bilder, die ich zu den Geschichten im Kopf hatte, wunderbar umgesetzt.

An welche Kinder haben Sie beim Schreiben gedacht?

An Kinder, die Abenteuer und Fantasy-Geschichten mit einem wahren historischen Kern mögen. Mein Buch würde ich als Roman betrachten, in dem historische und fiktive Persönlichkeiten gemeinsam Abenteuer erleben. Es ist auch für Kinder und Erwachsene gedacht, die auf witzige und kurzweilige Art etwas über Lise Meitner, Manuela Sáenz, Alexander von Humboldt, usw. und ihre Zeit erfahren möchten.

Was bedeutet Ihnen Fantasy?

Sehr viel. Es ist das Wissen, dass alles möglich ist, und dieses begleitet mich von jeher und spielt in meinem Leben eine außerordentliche Rolle.

Was ist Ihr nächstes Projekt? Sind Sie schon wieder am Schreiben?

Ja, ich schreibe am dritten Band von und mit Herrn Keks und auch in diesem treten historische Persönlichkeiten mit fiktiven in Interaktion. Einige der frei erfundenen Figuren kennt der Leser bereits auch aus dem zweiten Band.

ISBN 978-3-9825194-1-8

386 Seiten

€ 24,99

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<a href="https://buchszene.de/redakteur/simone-lilienthal/" target="_self">Simone Lilienthal</a>

Simone Lilienthal

Geboren und aufgewachsen in München, studierte Simone Lilienthal, Jahrgang 1984, in Frankfurt Deutsch und Französisch aufs Lehramt. Nach dem Referendariat entschloss sie sich aber für die Freiheit und ein Leben als Autorin. Simone Lilienthal schreibt für verschiedene Magazine und arbeitet im Café.

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