Mechanical problems auf 10.338 Metern Höhe.
Es war gegen Nachmittag, als der Pilot sagte: „We have mechanical problems, dont‘ worry“. Da wir uns in einer Flughöhe von 10.338 Metern befanden, machten wir uns eben gerade schon Sorgen. Ich legte Elke Heidenreichs Geschichtensammlung „Alles kein Zufall“ zur Seite und hörte, wie der Pilot in seinem Stolperenglisch noch anfügte: „We fly back to Amsterdam.“ Kurz darauf verloren wir dramatisch an Höhe und die Temperatur in der Kabine wurde so eisig, dass ich mir meine Alpakawolljacke und die Skimütze anzog.
Eigentlich wollten Helena, die Kinder und ich ja von München nach Peking, Umsteigen in Amsterdam. Aber jetzt drehten wir über Travemünde bei. Das Flugzeug ratterte verdächtig, die chinesischen Mitreisenden schnatterten aufgescheucht – und roch es nicht plötzlich auch verbrannt? Tatsächlich zeigte die Flugkarte, die wir auf dem Bildschirm im Sitz aufrufen konnten, dass wir eine Kurve flogen und schon wieder über Bremen waren. Für kurz waren wir dem Piloten für seine Ehrlichkeit dankbar. „Mechanical problems“ löst man lieber im Luftraum über Bremen als in der mongolischen Wüste.
Alles kein Zufall. Wurden wir gerade entführt?
Doch was war das: Kurz vor Amsterdam ging das Flugzeug wieder auf über 10.000 Meter Höhe, machte eine Kurve und flog zurück in Richtung Travemünde! Elke Heidenreichs Buch, es lag noch immer auf meinen Schoß, bekam mit einem Mal eine völlig andere Bedeutung: „Alles kein Zufall“! Wurden wir gerade entführt?
Kurz darauf drehten wir schon wieder um! Jetzt schwieg der Pilot, keine Erklärung. Und die Stewardessen gaben vor, nichts zu wissen. So flogen wir im Kreis. Dreieinhalb Stunden lang. Elsa weinte. Leonhard musste mal. Das mittlere Klo war total verkackt. Das hintere hatte sich in ein stinkendes Schwimmbad verwandelt, jemand hatte auf den Boden gepisst.
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