Die ideale Lektüre für die reifere Leserin abends vor dem Einschlafen oder auch am Strand
Dieses Buch besteht aus erzählten Miniaturen, aus Erinnerungsfetzen aus Elke Heidenreichs Leben. Es geht um die Liebe, um menschliche Begegnungen, um kleine Streiche, Freunde, Familie, Philosophie, Musik, ums Unterwegssein und dabei gemachte Beobachtungen am Wegesrand. Manche Texte umfassen nur wenige Zeilen, die längsten wenige Seiten, die meisten etwa eine halbe Seite. Und so lang wie ein über 70-jähriges Leben ist, gibt es da spannende, lustige, aber auch weniger interessante Momente. Von allem findet sich etwas in diesem Band. Auch in der Vielfalt der Stimmungen, die dem Leser aus den Geschichten entgegenströmen, spiegelt sich das Leben wieder: Mal beschreibt Heidenreich heitere Augenblicke, mal schwelgt sie in Nostalgie, mal zeigt sie Trauer und Schmerz. Weil Heidenreich eine gute Beobachterin mit einem intakten Bauchgefühl ist, bilden ihre literarischen Mosaiksteinchen ziemlich oft die Wahrheit ab. Fast immer sind sie unterhaltsam. Man liest dieses Buch schnell und mühelos, die Seiten fliegen dahin. Deshalb eignet es sich perfekt für vielfältige Lesesituationen: Abends im Bett kann man auch nur eine Seite Lesen und schon schläft man mit einer kleinen netten Geschichte im Kopf ein. Oder auf Reisen, in der U-Bahn zur Arbeit, am Strand: Ganz gleich, wie oft man beim Lesen unterbrochen wird, man wird nie den Faden verlieren, denn man nimmt immer wieder einen neuen auf. Dieses Buch erfordert keine hohe Konzentration. Aber man taucht auch nicht tief in es ein.Eines nervt aber richtig an diesem Buch
Ganz ehrlich muss man sagen: Manche Texte sollen lustig sein, sind es aber nicht. Und manchmal wirken Heidenreichs Geschichten auf einen jüngeren Leser etwas tantig. Was schließlich regelrecht nervt, sind die häufigen Anspielungen auf die Selbstverständlichkeit, mit der man seinen Partner wechselt. Das ist wohl Heidenreichs Zugehörigkeit zur 68er-Generation geschuldet und soll Emanzipiertheit signalisieren. Diese Anspielungen mögen reifere Leser belustigen, doch wenn man nicht zu dieser Generation gehört, dann wirken sie in der heutigen Zeit etwas aus der Welt. Gegenwärtig ist es nicht mehr ein Zeichen von Unabhängigkeit, ohne Zögern den Freund zu verlassen, wenn er nicht mehr zu einem passt – sondern es ist schade. Damit zu kokettieren wie dies Heidenreich etwa in „Reigen“ tut, ist ein Relikt aus vergangener Zeit. Die heutige Generation hat tatsächlich andere Probleme.Kleine und große Lebensweisheiten – absolut gelungen
Alles kein Zufall
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