Die Verfilmung von „Schachnovelle“ | BUCHSZENE.DE

Stefan Zweigs Novelle lotet auf engstem Raum die Abgründe der menschlichen Seele aus.

Schachnovelle – ab sofort im Kino!

22. September 2021 | Redaktion

Schachnovelle


Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Josef Bartok (Oliver Masucci) mit seiner Frau Anna (Birgit Minichmayr) in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät.



Die erste Kinofassung des Literaturklassikers entstand 1960 unter der Regie des deutsch-amerikanischen Filmemachers Gerd Oswald. In den Hauptrollen waren Curd Jürgens und Mario Adorf zusehen. Der Film feierte seine Premiere im Wettbewerb um den Goldenen Löwen auf dem Internationalen Filmfestival in Venedig. Später fand die Geschichte auch ihren Weg ins Theater. 2004 verfasste der österreichische Schriftsteller Helmut Peschina eine erste Bühnenfassung, die auch heute noch auf vielen deutschen Bühnen als Vorlage genutzt wird. Daneben gibt es zahlreiche weitere Neuinszenierungen und -interpretationen Stefan Zweigs zeitloser Geschichte. Der spanische Komponist Cristóbal Halffter komponierte 2012 beispielsweise für das Kieler Opernhaus eine Oper zur „Schachnovelle“, die 2013 uraufgeführt wurde.

Für „Schachnovelle“ konnte Regisseur Philipp Stölzl („Ich war noch niemals in New York“, „Der Medicus“, „Nordwand“) eine beeindruckende Besetzung gewinnen:

Neben Hauptdarsteller Oliver Masucci („Enfant Terrible“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Dark“, „Er ist wieder da“) sind Albrecht Schuch („Systemsprenger“, „Berlin Alexanderplatz“, „Bad Banks“), Birgit Minichmayr („3 Tage in Quiberon“, „Die Goldfische“, „Alle Anderen“) und Rolf Lassgård („Ein Mann namens Ove“) Teil des herausragenden Ensembles.



„Schachnovelle“ ist für sieben Deutsche Filmpreise nominiert, u.a. als Bester Spielfilm. Zudem wurde der Regisseur Philipp Stölzl in München für den Film mit dem Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke ausgezeichnet. Seit 2002 würdigt der Preis jährlich herausragende künstlerische Arbeiten. Aus der Jurybegründung:

Philipp Stölzl hat stark in die Struktur der Novelle von Stefan Zweig eingegriffen, aber genau das muss man, wenn man als Filmemacher Literatur eben nicht nur bebildern, sondern ein eigenes, filmisches Kunstwerk schaffen will.“


Dieses Gewinnspiel ist beendet.

 


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