Jan Weiler Und ewig schläft das Pubertier: Kritik | BUCHSZENE

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Jan Weilers „Und ewig schläft das Pubertier“ im Bestsellercheck – geprüft von einer Familie mit Pubertieren

Und ewig schläft das Pubertier

Shutterstock: © Lucky Business - Bildnummer: 237515785

BUCHSZENE-Faktor:

Romantik


Komik


Weisheit


Gänsehaut


Unterhaltung


4. September 2017 | Jörg Steinleitner | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten


Unser Autor hatte Zweifel, ob es sich bei „Und ewig schläft das Pubertier“ nicht um einen vollkommen überzogenen Bestseller-Hype handelt. Lesen Sie, was er über Jan Weilers Werk denkt.


Das kann ja gar nicht sein, dachte ich mir

Soll ich ganz ehrlich sein? Ich hatte nicht so richtig Lust, Jan Weilers „Und ewig schläft das Pubertier“ zu lesen. Irgendwie kam mir der Hype um das Buch, das ja letztlich „nur“ aus Kolumnen besteht, übertrieben vor. Und dann noch die Verfilmung. Das kann ja gar nichts sein, dachte ich mir. Aber dann hatte ich im Urlaub keine anderen Bücher mehr – und ich habe angefangen, es zu lesen. Und ich kann es nicht anders sagen: Es ist ein sehr heiteres, sehr fein beobachtetes – und am Ende sogar noch sehr nachdenklich stimmendes Buch.

Wie es ist, wenn das Pubertier gerade den Führerschein macht

Mit großer Liebe zu seinen jugendlichen Kindern und zu allen Kindern im Teeniealter erzählt Jan Weiler vom Familienalltag. Wie es ist, ein Kind als Beifahrerin zu haben, das gerade den Führerschein absolviert: „‘Patsch, nicht geblinkt‘, sagt Carla und notiert meine Verfehlung im Kopf. Am Stoppschild zählt sie laut die Sekunden, die ich nicht gestanden habe. Auf der Landstraße empfiehlt sie, früher zu schalten, denn ‘auf diese Weise kannst du Geld sparen und die Umwelt schonen‘.“

Wie das Pubertier Carla versucht, Spaghetti zu kochen

Auch das schöne Erlebnis, wenn die große Tochter erstmals das Erwachsenen-Ritual „jemanden zum Essen einladen“ mit ihrem Freund erprobt und eine Hummersuppe aus der Dose kocht, die der Hausvorstand und Erzähler einst bei einer Tombola gewonnen hat, enthält uns Jan Weiler nicht vor. Zum Hauptgang serviert das Pubertier Carla Nudeln: „Sie habe gedacht, man brauche pro Person eine Packung. Also habe sie ein Kilo Spaghetti gekocht, und zwar 22 Minuten lang, weil sie angenommen hatte, man müsse die Kochzeit pro Packung berechnen.“

Wie das Pubertier Nick plötzlich einen Profiluder-Virus auf dem Handy hat

Herrlich auch die Kleinmütigkeit des Pubertiers Nick, als sein Handy von einem Wixxvorlagen-Profiluder-Virus infiziert worden ist – angeblich nur dadurch, dass Nick mit seinem Smartphone zu nah an das Smartphone von Kumpel Jonas gekommen ist!

Unsere ganze Familie hat „Und ewig schläft das Pubertier“ geprüft. Hier ist das Ergebnis:

Dies alles mag sich so anhören, als würde sich Jan Weiler über Jugendliche lustig machen, die gerade eine der unangenehmsten Phasen des Lebens durchmachen. Dem ist aber nicht so. Ich habe das Buch von meiner ganzen Familie prüfen lassen – auch von meiner Frau und den beiden Kindern, die bei uns bereits Pubertiere sind. Wir waren uns einig: „Und ewig schläft das Pubertier“ ist komisch, aber niemals beleidigend. Man muss es nicht gelesen haben, aber wenn Ihnen gerade nach einer leichten Lektüre ist – dann bitte greifen Sie zu.

P.S.: Seit der Lektüre von „Und ewig schläft das Pubertier“ wissen wir, dass eine Party mit Jungsüberschuss „Wurstsalat“ genannt wird.

Jan Weiler
Jan Weiler

Geboren 1967 in Düsseldorf, war Jan Weiler zunächst Werbetexter, ehe er die Münchner Journalistenschule absolvierte. Danach wurde er Redakteur und schließlich Chefredakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins.
Zur Biografie von Jan Weiler

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Geboren 1967 in Düsseldorf, war Jan Weiler zunächst Werbetexter, ehe er die Münchner Journalistenschule absolvierte. Danach wurde er Redakteur und schließlich Chefredakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins.
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