Jason Arnopp: Die letzten Tage des Jack Spark | BUCHSZENE

Ein Sachbuchautor, der alles Übersinnliche für Quatsch hält, will ein Buch schreiben, in dem er genau dies beweist. Jason Arnopps „Die letzten Tage des Jack Sparks“ ist ein Horror-Roman mit Humor.

In Jason Arnopps „Die letzten Tage des Jack Sparks“ kommt es zum Exorzismus an einer 13-Jährigen

1. März 2019 | Frau Bluhm

Titelbild die letzten Tage des Jack Spark

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Frau Bluhm liest „Die letzten Tage des Jack Sparks“: 4 von 5 Blu(h)men


Dieses Buch soll Jack Sparks großes Comeback werden

Jack Sparks, ein Sachbuchautor, Atheist und Freund wissenschaftlich belegbarer Dinge, möchte sein nächstes Werk dem vermeintlich Übernatürlichen widmen und beweisen, dass es das nicht gibt. Nachdem er während der Recherche für sein Buch „Jack Sparks und die Welt der Drogen“ ein klein wenig zu weit in die Szene der verbotenen Substanzen abrutschte, soll dieses jetzt sein Comeback werden.

Exorzismus an einer 13-Jährigen – für Jack nur ein „Special Effect“

Im Rahmen der Recherche wird Jack Sparks Zeuge eines Exorzismus‘ an einem 13-jährigen Mädchen, doch selbst ihr Erbrechen rostiger und blutiger Nägel ist für ihn bestenfalls ein gelungener „Special Effect“. Er geht sogar so weit, während der Prozedur laut zu lachen. Aber diese Heiterkeit vergeht ihm schnell, denn schon kurz nach dem Vorfall erfährt Jack Sparks die Macht des Übernatürlichen am eigenen Leib.

Ein Horror-Thriller über die vielen Facetten des Paranormalen

„Die letzten Tage des Jack Sparks“ ist ein Horror-Thriller, der sich mit dem Paranormalen in all seinen Facetten befasst. Egal, ob man spirituell offen, eher ein Mensch der Wissenschaft oder Atheist ist – hier wird jede Leser*in Anlass zum Nachdenken oder zur Diskussion finden. Wir werden nämlich nicht nur Zeugen von, zugegeben oftmals brutalen, schmerzhaften und blutigen Schilderungen, inklusive Jacks Neigung zu Kraftausdrücken und Flüchen, sondern eben auch von Jacks völliger Ignoranz diesem Thema gegenüber. Allein schon das brachte mich beim Lesen des Öfteren ins Grübeln.

Der Roman unterhält – Jack aber ist kein sympathischer Held

Jack ist ein arroganter, selbstverliebter und großkotziger Zeitgenosse. Dementsprechend derb und herablassend sind auch der Humor und die Witze, die er auf Kosten anderer macht. Jacks nervige, schnoddrige Art, die bildhaften Vergleiche und die recht blumig erzählten Szenen brachten mich regelmäßig zum Lachen. Dieser Roman hat hohen Unterhaltungswert. Allerdings ist Jack zeitweise ziemlich unsympathisch, was es mir vor allem anfangs nicht leicht machte, mit ihm mitzufühlen. Insbesondere seine Geltungssucht und die damit verbundene Selbstdarstellung innerhalb aller möglichen sozialen Medien waren mir ein echter Graus. Lustigerweise sind es genau diese Eigenschaften, die ihm letzten Endes das Genick brechen.

Es geht blutig und gruselig zu – Gänsehautfaktor ist garantiert

Alles in allem klingt das von mir bisher Geschriebene wohl recht spaßig – dazu muss ich jedoch ganz klar sagen: Dies ist es mitnichten. Denn wir reden nach wie vor von einem Horror-Thriller, in dem es stellenweise doch blutig und sehr gruselig zugeht. Immer wieder spürt man während des Lesens Gänsehaut, auch wenn Jack das Ganze immer als „Fake“ darstellt. Zumindest zu Beginn.

Ab der Hälfte nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung

Und wer jetzt schon dachte, dass das Buch für ihn interessant sein könnte, der hat das Wichtigste noch gar nicht gehört. Denn die Geschichte nimmt ab etwa der Hälfte eine doch recht unerwartete Wendung, die jegliche Komponente nochmals potenziert! Mehr Spannung, mehr Unerwartetes, aber auch mehr Grusel und Brutalität. Mir hat diese Wendung gut gefallen und an ein Unterbrechen der Lektüre war ab diesem Moment für mich nicht mehr zu denken. Vor allem, weil die Story mit jeder Seite runder wird und trotz aufkommender neuer Fragen, vieles andere „abarbeitet“. Es hat richtig Spaß gemacht diese Entwicklung zu beobachten, zumal sie ja auch Jack selbst betrifft. Ich gebe zu, manchmal war ich mir beim Lesen gar nicht mehr richtig darüber bewusst, dass der Stoff und damit auch Jack selbst, rein fiktiv sind.

Einen überraschenden erzählerischen Ansatz gibt es auch

Die Tatsache, dass es eigentlich Jacks Bruder Alistair Sparks ist, der dieses Buch für Jack herausbringt, weil der ja, wie schon der Titel verlauten lässt, das Erscheinen desselben nicht mehr erlebt, ist ein zusätzlicher, zwar ungewohnter, aber doch irgendwie willkommen anderer erzählerischer Ansatz. Natürlich bleibt es dabei nicht aus, dass einige Umstände sehr konstruiert erscheinen, das kann man dem Roman aber durchaus verzeihen.

Frau Bluhm

Geboren 1984 in Aschaffenburg als Katharina Bluhm, studierte Frau Bluhm Psychologie und wurde nach dem Studium Erzieherin. Als BUCHSZENE.DE-Kolumnistin entdeckt wurde sie wegen ihrer so sympathischen wie zutreffenden Rezensionen auf Lovelybooks.


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